Krisenstimmung an der Leine. Nach dem Trainerwechsel von Christian Titz zu Sandro Wagner konnte der Ex-Nationalspieler die sportliche Situation bei den Niedersachen nicht verbessern. Im Gegenteil: In den vier Spielen unter dem 38-Jährigen gelang Hannover 96 noch kein einziger Sieg.
Zuletzt verlor 96 das Derby bei Eintracht Braunschweig mit 0:2 und rutschte in der Zweitliga-Tabelle auf Rang 16 ab. Der nächste Rückschlag folgte im DFB-Pokal, wo es am Mittwochabend eine 0:2-Heimpleite gegen Zweitligakonkurrent Kaiserslautern setzte.
Geschäftsführer Jonas Boldt stärkte dem neuen 96-Coach im Anschluss dennoch den Rücken und sprach Wagner eine Jobgarantie aus. "Solange ich da bin auf jeden Fall", so Boldt gegenüber der ARD.
Zeitnahes Boldt-Aus besiegelt? Auch Sportdirektor soll gehen
Eine bemerkenswerte Einschränkung, schließlich ist Boldt in Hannover selbst erst seit dem 1. Juni im Amt. Dennoch gab es zuletzt schon reichlich Spekulationen um ein schnelles Aus des 44-Jährigen. Vor allem, weil sich 96-Patron Martin Kind inzwischen von Boldt abgewendet haben soll. Der Plan, mit dem Ex-HSV-Sportchef einen langfristigen Plan zu vefolgen, scheint schnell wieder zu den Akten gelegt worden zu sein.
Die Neue Presse aus Hannover legt nun nach. Demnach stehe das Boldt-Aus bei 96 tatsächlich "zeitnah" bevor. Intern sei diese Entscheidung bereits gefallen, neben Boldt soll auch Sportdirektor Ralf Becker gehen müssen.

Für das sportliche Führungsduo soll dann ein Nachfolger gefunden werden, der beide Positionen in Personalunion einnehmen kann. Es wäre ein weiterer heftiger Paukenschlag in einer bislang völlig missratenen Saison. Eigentlich wollte man in Hannover wieder die Bundesliga-Rückkehr angehen. Nun scheint es zunächst darum zu gehen, den Klub überhaupt in Liga zwei zu halten.
Ob Wagner bei einem Boldt-Knall weiterhin das Vertrauen bekommt, scheint aktuell völlig offen zu sein.
