In einer Woche eröffnet Werder Bremen den fünften Bundesliga-Spieltag am Freitagabend in Dortmund. Die Grün-Weißen wollten sich in der Länderspielpause dafür mit einem Testspiel gegen Twente Enschede einstimmen.
Heraus kam für die Werderaner ein gehöriger 0:7-"Denkzettel", wie es Trainer Daniel Thioune nannte, der als Konsequenz aus dem Debakel den freien Trainingstag strich. Stürmer Niclas Füllkrug hatte bereits zur Halbzeitpause festgestellt: "Das ist alles Wahnsinn hier!" Da lag Werder gegen den Tabellenvierten der Eredivisie bereits mit 0:6 zurück.
Thioune und Niemeyer schimpfen
"So etwas kann ich nicht akzeptieren, gerade was die Haltung betrifft. Das war gar nichts heute, in allen Bereichen", polterte Thioune nach dem Schlusspfiff. Und merkte an, dass Werder durchaus mit den verfügbaren Stammkräften aufgelaufen war: "Wir hatten in der ersten Hälfte elf Spieler in der Startelf, die den Anspruch haben, Bundesliga zu spielen."
Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer erklärte: "Man kann schon sehr klare Worte finden, denn das war in Summe nicht gut. So können wir uns nicht präsentieren und das gilt es aufzuarbeiten. Ich habe gedacht, dass wir einen Schritt weiter sind und wissen, dass wir immer an unser Maximum kommen müssen, um leistungsfähig zu sein. Dass wir einen Schritt weniger machen, geht nicht. Natürlich bin ich über die Leistung enttäuscht, nichtsdestotrotz können wir es einordnen, werden es aufarbeiten und dann gilt es, die Köpfe freizubekommen."
So lief Werder beim 0:7 gegen Twente auf
Kolke (46. Smarkalev) - Pieper, Stark (33. Deman), Wójcik - Arthur (74. Höcker), Regeer (74. Weißbach), Agu (41. Heitmann)- Reis (60. Alvero), Weiser (60. Soylu) - Chuki (85. Römers) - Füllkrug (74. Wiehe)
Agu droht nächste Zwangspause
"Es sah aber nicht so gut aus. Ich denke, es sind wieder muskuläre Dinge aufgetreten. "Thioune über die Agu-Auswechslung
Zu allem Überfluss gibt es jetzt auch noch neue Sorgen um Felix Agu. Nach über zwei Monaten Pause sollte der verletzungsanfällige Außenverteidiger endlich wieder Spielpraxis sammeln. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Agu ausgewechselt werden.
"Ich habe kurz vor der Halbzeit das Signal von ihm bekommen, dass er nicht mehr in der Lage ist, weiterzuspielen. Mehr weiß ich noch nicht, es sah aber nicht so gut aus. Ich denke, es sind wieder muskuläre Dinge aufgetreten. Wir hätten Felix gerne noch bis in die Halbzeit bekommen, aber dazu war er nicht mehr in der Lage", meinte Thioune zum womöglich nächsten Rückschlag für Agu.
Immerhin äußerte Niemeyer leise Hoffnungen, dass Agu nicht erneut länger ausfallen wird. "Er hat leicht etwas gespürt, und ist dann als Vorsichtsmaßnahme runtergegangen", so Niemeyer, der zunächst weitere Untersuchungen abwarten wollte. "Die Bildgebung am Wochenende wird es dann erst zeigen, was es am Ende ist."
Wegen einer Sprunggelenksverletzung und wiederkehrender muskulärer Probleme hatte Agu in der vergangenen Saison lediglich zwölf Pflichtspiele absolvieren können. In der laufenden Saison stand er noch gar nicht zur Verfügung.
Besonders prekär macht seine Lage der auslaufende Vertrag im kommenden Sommer. Laut DeichStube hatte Agu ein Angebot zur Verlängerung abgelehnt, weil er mit den Konditionen nicht ganz zufrieden war (90min berichtete). Mittlerweile hat Werder die konkreten Vertragsgespräche auf Eis gelegt. Agu soll zunächst wieder richtig fit werden. Das könnte sich erneut verzögern...
