Trotz EM- und WM-Titel mit Spanien scheint die Aktie Nico Williams nicht mehr so begehrt zu sein als in den Jahren zuvor. Schon bei Weltmeisterschafts-Triumph im vergangenen Sommer war der Flügelstürmer bei La Roja nicht mehr erste Wahl. Zwei Jahre zuvor bildete er auf dem Weg zum EM-Sieg in Deutschland noch eine kongeniale Flügelzange mit Barça-Star Lamine Yamal.
Ein Jahr später hätte es beinahe auch mit einer Vereinigung auf Klubebene geklappt. Barça war im Sommer 2025 wohl so nah dran wie nie an einer Williams-Verpflichtung. Damals wurde der Marktwert des 24-Jährigen noch auf 70 Millionen Euro geschätzt, mittlerweile ist er nach vielen durchwachsenen Leistungen und einigen Verletzungen auf 40 Millionen Euro geschrumpft.
Dennoch ist es durchaus überraschend, dass Williams weiterhin für seinen Jugendklub Athletic Bilbao spielt – und nicht für einen der Topklubs in Europa.
Williams-Wirbel wegen Barça-Interesse
Sein Berater hat nun erklärt, warum ein Wechsel zu Barça im Sommer 2025 gescheitert ist, obwohl die Katalanen bereit waren, die Ausstiegsklausel in Höhe von 58 Millionen Euro zu zahlen.
Statt für die Blaugrana aufzulaufen blieb Williams bei den Basken und unterschrieb sogar überraschend eine Vertragsverlängerung um zehn (!) Jahre bis 2035.
"Wenn man Entscheidungen treffen muss, zählt für mich vor allem das Herz. Ich bin dort, wo ich sein möchte, bei meinen Leuten – hier ist mein Zuhause. Aupa Athletic!", verkündete der Angreifer damals, nachdem die Barça-Gerüchte bei den Bilbao-Fans für viel Wut gesorgt hatten.
"Nico ist ein Formel-1-Auto" – Berater über gescheiterten Barça-Wechsel
Laut seinem Berater Félix Tainta war aber nicht die Liebe zu Athletic der ausschlaggebende Grund für die Verlängerung in Bilbao. Vielmehr seien es Bedenken hinsichtlich seiner Einsatzzeiten in Barcelona gewesen.
Im Podcast 'Los Fulanos' ging er ausführlich auf die Transfer-Saga ein und erklärte: "Wir alle wissen von Barças Interesse im Sommer ’24, nach der Europameisterschaft. Barça, Arsenal, Bayern, Liverpool, PSG… Ich könnte sie alle aufzählen. Jeder wollte Nico, und es ist für einen Spieler nicht einfach, all diesen Vereinen eine Absage zu erteilen."
"Von da an haben wir mit Barça gesprochen. Athletic wusste davon, weil ich den Verein stets über die Situation auf dem Laufenden gehalten habe, auch wenn Athletic und Barça… Athletic war wegen der Vorgehensweise von Barça verärgert", führte Tainta aus.
"Von da an habe ich Gespräche initiiert, und es kam ein Punkt in den Verhandlungen, in der Situation, an dem Nico nicht auf Spielzeit verzichten konnte. Nico ist ein Formel-1-Wagen, und wenn ich zu dir nach Hause komme, kann ich nicht deine Probleme übernehmen, und das habe ich Barça klargemacht."
"Wir haben beschlossen, dass wir ohne bestimmte Garantien nicht riskieren konnten, dass Nico dorthin geht, um dann nicht zu spielen – angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft, und nicht nur wegen der WM, sondern auch, weil er ein Profi ist, der seinen Verpflichtungen nachkommen muss", so der Williams-Berater weiter.
Nachdem der Deal geplatzt war, lieh Barça schließlich Marcus Rashford von Man United aus, den man im Anschluss aber nicht fest verpflichtete. Stattdessen kamen im vergangenen Sommer Anthony Gordon von Newcastle United (80 Mio. Euro Ablöse) und Karim Adeyemi vom BVB (22 Mio. Euro).
Könnte Williams Bilbao noch verlassen?
Auch im bis 2035 gültigen Williams-Vertrag bei Athletic ist eine Ausstiegsklausel enthalten. Diese soll aber mindestens auf knapp 90 Millionen Euro angehoben worden sein.
Sein Berater betonte zwar nun Williams' Loyalität zu Athletic, meinte aber auch, dass sein Mandant "ehrgeizig" sei und bereits ernsthaft über einen Abschied nachgedacht habe.
"Nico hatte den Gedanken, zu gehen. Er ist ehrgeizig, und bei Athletic kennt man die Grenzen, man weiß, dass man keine Champions League gewinnen wird, vielleicht einen Meistertitel. Als er schließlich immer wieder sagte: 'Nicht hier, nicht hier, nicht hier, vielleicht hier, aber die Situation und was damit verbunden ist, passt einfach nicht zusammen', gab es noch eine Wendung, bei der man sich fragt: 'Was wäre, wenn ich verlängere?' Ich habe das mit ihm besprochen und gesagt: 'So sieht es aus, soll ich dafür kämpfen?' Und er stimmte zu. Und so haben wir verlängert."

Williams, der im Baskenland aufgewachsen ist und im Alter von elf Jahren in die Jugendakademie von Athletic gekommen ist, ist eine Identifikationsfigur für den Klub. Auch sein älterer Bruder Iñaki, 32, hat seine gesamte Profikarriere bei Athletic verbracht, obwohl regelmäßig Gerüchte über einen Wechsel kursierten.
