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Bei Real-Sieg im Clasico: So hat Mourinho Flicks Barça entschlüsselt

Real Madrid hat den ersten Saison-Clasico im Camp Nou mit 2:1 für sich entschieden.
VonSimon Zimmermann
José Mourinho behielt gegen Hansi Flick die Oberhand
José Mourinho behielt gegen Hansi Flick die Oberhand | LLUIS GENE/GettyImages

Hansi Flick muss mit dem FC Barcelona die zweite schmerzhafte Niederlage in Folge hinnehmen. Und die 1:2-Pleite im Clasico dürfte der Blaugrana-Seele noch deutlich mehr schmerzen als das 2:4 in Paris im Champions-League-Topspiel am vergangenen Dienstag.

Barça bleibt zwar vor Atletico und Real Madrid Tabellenführer in La Liga, der Vorsprung auf die Konkurrenz aus der spanischen Haupstadt ist aber auf zwei beziehungsweise drei Zähler zusammengeschmolzen.

Am Sonntagabend macht Kylian Mbappé mit einem Doppelpack den Unterschied im Camp Nou (41. und 87. Minute). Barça-Kapitän Raphinha hatte nach gut einer Stunde zwischenzeitlich ausgeglichen. Für den Franzosen war es bereits der achte Treffer gegen Barça in sieben Clasicos. Kein Spieler hatte seit 2000 nach sieben Clasicos mehr Tore auf dem Konto (Lionel Messi sechs).

Am Ende war der Auswärtssieg für die Königlichen zwar überraschend, aber gar nicht mal unverdient. Trainer José Mourinho schickte eine Mannschafts aufs Feld, die intensiver Fußball spielte als der Erzrivale und sich nicht – wie von manchen erwartet – vor allem auf die Defensivarbeit beschränkte.


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So entschlüsselte Mourinho Barça

Mourinho ließ seine Mannschaft in einem 4-1-4-1 verteidigen, wollte Barça aber immer wieder auch schon im Spielaufbau pressen. Auffällig war vor allem die Strategie, gegen die unter Hansi Flick meist sehr hoch stehende Abwehrkette der Katalanen auf tief startende Mittelfeldspieler zu setzen.

Der eingewechselte Eduardo Camavinga machte das beim Siegtreffer kurz vor Schluss in Perfektion. Aus dem Mittelfeld heraus startete der Franzose mit einem langen Tiefenlauf über die rechte Seite und wurde von Arda Güler geschickt. Im Anschluss setzte sich Camavinga überragend durch und bereitete mustergültig auf Mbappé vor, der nur noch einschieben brauchte.

"Die Lösung ist, Mittelfeldspieler wie Camavinga und Bellingham zu nutzen, um diese Linie zu durchbrechen."
José Mourinho

"Cama sollte, wann immer möglich, in die Räume stoßen. Gegen Barcelona ist es für einen Stürmer oft schwer, in die Räume zu stoßen, denn in diesem Fall gerät er oft in die Abseitsfalle", erklärte Mourinho seine Idee nach der Partie. "Es ist für jeden Angreifer schwieirg, den Raum gegen Barça anzugreifen. Die einzige Lösung ist, es mit euren Mittelfeldspielern zu tun", so 'The Special One'. "Die Lösung ist, Mittelfeldspieler wie Camavinga und Bellingham zu nutzen, um diese Linie zu durchbrechen, und es hat funktioniert", betonte Mourinho.

Und führte aus: "Wenn ein Spieler aus der zweiten Reihe in die Tiefe startet, ist das für den Gegner schwieriger zu verteidigen. Und es ist alles gut gelaufen, weil am Ende die Mannschaft gewonnen hat, die es mehr verdient hatte."


Die Trainer-Stimmen zum Clasico

Barça-Coach Hansi Flick: "Es sind zwei Niederlagen und wir sind natürlich enttäuscht. Die erste Halbzeit war nicht gut, die zweite war nach dem 1:1 besser. Wir haben das Spiel kontrolliert, ein bisschen fehlte uns das Glück. Am Ende ist es so, sie haben es gut gemacht und uns nicht viel Platz gelassen. Uns hat heute die Frische gefehlt, das hat man gesehen. Es ist nicht einfach für all meine Spieler. Niederlagen gehören dazu. Wir müssen es analysieren und besser machen. Es ist jetzt wichtig, dass wir eine Reaktion zeigen. Nicht alles ist schlecht, wenn du verlierst. Es ist ein langer Weg bis zum Ende der Saison. In großen Spielen sind kleine Dinge wichtig. Sie entscheiden, in welche Richtung es geht. Und heute war das nicht auf unserer Seite."

Flick über Mourinho: "Meine Achtung vor Mourinho ist riesig. Mourinho hat seine Fähigkeiten in jedem Verein gezeigt, den er trainiert hat. [...] Er ist ein Kollege, der großen Erfolg hatte, und ein großartiger Trainer, den ich sehr respektiere."

Real-Coach José Mourinho: "In erster Linie glaube ich, dass es ein großartiges Spiel war. Ein Spiel auf hohem Niveau und ein Spiel, dass sich alle Fußballliebhaber weltweit angeschaut haben. Es gab keinen Betrug und es standen sich zwei Teams gegenüber, die gespielt haben, um zu gewinnen. Und was uns betrifft – denn ich spreche lieber über meine Spieler als über andere – die Jungs haben ein außergewöhnliches Spiel gemacht, sehr organisiert, sehr konzentriert, mit viel Mut. Wir haben gegen einen Gegner, der viel Druck macht, gut von hinten herausgespielt. Wir hatten gute Möglichkeiten, um am Ende der ersten Halbzeit 2:0 zu führen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es eine Aktion mit Jude und Kylian im Zwei-gegen-eins. Barça reagiert auf die drohende Niederlage natürlich stark, aber wir sind immer ruhig geblieben. Wir haben auch nach dem 1:1 weiterhin die Ruhe bewahrt. Für mich war es ein großartiger Sieg gegen, und ich wiederhole, einen großartigen Gegner und mit einem Schiedsrichter, der augenscheinlich ein gutes Spiel gepfiffen hat."

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