Sechs Spiele, sechs Niederlagen, null Punkte! Borussia Mönchengladbach steckt nach der 1:2-Heimpleite gegen die TSG Hoffenheim tief in der Krise. Auch der Trainerwechsel zu Alexander Blessin hat bislang nicht die Wende gebracht. Die Fohlen stehen abgeschlagen am Tabellenende und drohen nun sogar, einen historischen Negativrekord aufzustellen.
Sportchef Rouven Schröder will der Entwicklung entgegenwirken und setzt dabei vor allem auf die mentale Arbeit mit der Mannschaft. "Bei aller Kritik und allem, was wir haben, werden wir den Laden morgen nicht zusperren", erklärte Schröder nach der erneuten Enttäuschung laut WAZ.

Stattdessen müsse nun gezielt am Selbstvertrauen der verunsicherten Spieler gearbeitet werden: "Man muss in die Köpfe reinkommen und Selbstvertrauen einflößen, anders wird es nicht funktionieren", sagte Schröder. Psychologie soll also nun der Schlüssel auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur sein.
Der 51-Jährige sieht die Probleme allerdings nicht nur in den Köpfen der einzelnen Spieler, sondern auch im Auftreten als Team. "Am Ende muss man eine mannschaftliche Geschlossenheit haben", betonte Schröder. Genau die ließ die Borussia gegen Hoffenheim über weite Strecken vermissen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den erst 17-jährigen Wael Mohya (49.) kassierten die Gladbacher nur fünf Minuten später den entscheidenden Gegentreffer.
Schröder erklärt Gladbach-Krise: Verletzungspech darf keine Ausrede sein
Erschwerend kommt die angespannte Personalsituation hinzu. Gegen Hoffenheim musste Blessin auf gleich acht Spieler verzichten, darunter Leistungsträger wie Tim Kleindienst, Ko Itakura und Franck Honorat. Auch die langfristigen Ausfälle von Enzo Leopold und Jens Castrop wiegen schwer.
Schröder machte deutlich, wie sehr die Verletzungsmisere die ursprünglichen Planungen durcheinandergeworfen hat. "Es stehen uns sieben bis acht Spieler nicht zur Verfügung, die wir in der ersten Elf geplant hatten", erklärte der Sportchef: "Aber das ist kein Alibi. Wir müssen im Moment, so wie wir dastehen, geschlossen auftreten. Wenn zwei oder drei da nicht in der Form sind, wird es schwierig."
Dass die Situation längst historische Ausmaße angenommen hat, zeigt ein Blick in die Statistik. Erst drei andere Bundesligisten verloren ebenfalls ihre ersten sechs Saisonspiele. Von Fortuna Düsseldorf (1991/92), Mainz 05 (2020/21) und dem VfL Bochum (2022/23) stieg allerdings nur die Fortuna am Saisonende ab.
Schon am kommenden Freitag wartet mit dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart die nächste schwierige Aufgabe. Sollte Gladbach auch dort verlieren, wäre die Borussia der erste Verein der Bundesliga-Geschichte, der mit sieben Niederlagen in eine Saison startet. Ein Rekord, den am Niederrhein niemand gebrauchen kann.
