Tabellarisch treffen am Samstagabend beim deutschen Klassiker mal wieder Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern und der Jäger BVB aufeinander. Dieses Mal gehen die zwei Rivalen aber immerhin mal punktgleich in das Duell, der Sieger grüßt also von ganz oben.
Trotzdem sieht Lothar Matthäus offenbar ein ungleiches Aufeinandertreffen, weil der BVB nicht mal im Ansatz auf Augenhöhe mit den Bayern sei.
"Bayern München ist meilenweit entfernt und lebt in seiner eigenen Welt, das sollte man nicht vergleichen“, sagte der Sky-Experte beim Medientermin von RTL. Dementsprechend sei der FCB im Topspiel gegen Dortmund auch dieses Mal "der große Favorit".
Matthäus verweist auf Bayern-Galas gegen Top-Teams

Weiter schilderte Matthäus, dass der FC Bayern sowieso die Favoritenrolle "national in jedem Spiel und zu Hause noch ein bisschen mehr" bei sich trage. Dabei verwies der deutsche Rekordnationalspieler auf die einseitigen Kantersiege des FCB gegen die Champions-League-Teams VfB Stuttgart (5:1) und RB Leipzig (6:1) in den jüngsten Wochen und Monaten: "Die haben zusammen elf Tore kassiert, das zeigt, wie stark Bayern München ist, wenn alle Freude und Lust haben."
Es ist tatsächlich ein Phänomen, dass der FC Bayern gerade in den Spielen gegen potenziell schwierigere Gegner noch mehr Hunger hat und das typische "Mia-San-Mia-Gen" raushängen lässt. Das durfte auch der BVB in der Vergangenheit häufiger zu spüren bekommen. Der letzte Dortmunder Sieg in der Allianz Arena gelang aber immerhin erst vor etwa zweieinhalb Jahren. Damals gewannen die Schwarzgelben mit 2:0 in der bayerischen Landeshauptstadt.
Matthäus sieht beim BVB weniger Qualität
Doch ein nächster Achtungserfolg des BVB in München würde Matthäus stark überraschen. Der Sky-Experte sehe große individuelle Unterschiede zwischen den Dortmund- und Bayern-Profis. "Dortmund hat nicht diese Qualität. Sie haben mit Guirassy einen Torjäger, aber drumherum keinen Olise oder Diaz", meinte Matthäus. Um Guirassy herum rotiert Kovac immer wieder zwischen Fabio Silva, Marcel Sabitzer und Ethan Nwaneri. Jetzt könnte immerhin Konstantinos Karetsas zurückkehren, der dem BVB-Spiel kreative Momente geben kann. Wenn auch zunächst nur als Joker.
Trotzdem sei der FCB für Dortmund eine Hausnummer zu hoch, erklärte Matthäus und verwies darauf, dass Niko Kovac "absolut unrecht" getan werde, wenn man die Teams miteinander vergleicht: "Er weiß selbst, dass er seine Mannschaft nicht vergleichen kann mit Barcelona, Bayern oder auch Paris Saint-Germain. Da fehlt auch das nötige Kleingeld."
