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Bank-Flucht von Boniface und die Folgen: So reagiert Bayer-Boss Rolfes

Victor Boniface sorgte mit seinem vorzeitigen Gang in die Kabine für Wirbel bei Bayer Leverkusen. Nun hat Sportchef Simon Rolfes verraten, wie der Klub auf den Vorfall reagiert hat.
VonThomas Wygold
Victor Boniface sorgte für Ärger bei Bayer 04
Victor Boniface sorgte für Ärger bei Bayer 04 | ANP/GettyImages

Bei Bayer Leverkusen herrschte nach dem spektakulären 4:3-Erfolg in der Bundesliga beim FSV Mainz eigentlich Grund zur Freude. Doch unter den Jubel über die hart erkämpften drei Punkte mischten sich schnell auch einige Misstöne. Der Verursacher: Victor Boniface.

Der Nigerianer war von Trainer Carles Martínez erneut nicht eingewechselt worden und setzte sich nach dem Aufwärmen in der Schlussphase nicht mehr zu seinen Mannschaftskollegen. Stattdessen verschwand Boniface vorzeitig in der Kabine. Martínez hatte anschließend angekündigt, mit dem 25-Jährigen über dessen Verhalten sprechen zu wollen. Nun ist auch klar, welche Folgen das Verhalten von Boniface für den Angreifer hat.

Bayer verzichtet auf Strafe, aber Rolfes wird deutlich

Das Gespräch fand offenbar bereits am Sonntagmorgen statt. Konsequenzen muss Boniface wegen seiner "Bank-Flucht" aber nicht fürchten. "Carles hat direkt am Tag nach dem Spiel mit ihm gesprochen, um das Thema dann damit auch abzuhaken. Es ist erledigt", erklärte Bayer-Sportchef Simon Rolfes gegenüber der Sport Bild. Eine zusätzliche Strafe durch den Verein gab es dem Bericht zufolge nicht.

"Ich war auch Spieler. Wenn einer nicht spielt und dann nicht frustriert ist – das wäre schlimm."
Bayer-Sportchef Simon Rolfes

Rolfes machte dennoch deutlich, dass das Verhalten des Stürmers nicht den Vorstellungen des Klubs entsprochen habe. "Das geht nicht. Das weiß Boni aber auch. Es ist wichtig, dass wir eine Mannschaft sind und jeder das Team in jedem Moment unterstützt, auch wenn die eigene Situation vielleicht mal gerade ein bisschen frustrierend ist", sagte der 44-Jährige.

Not amused: Bayer-Sportchef Simon Rolfes
Not amused: Bayer-Sportchef Simon Rolfes | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Gleichzeitig zeigte Rolfes Verständnis für Bonifaces Enttäuschung: "Ich war auch Spieler. Wenn einer nicht spielt und dann nicht frustriert ist – das wäre schlimm."

Rolfes sieht positive Entwicklung bei Boniface

Grundsätzlich bewertet der Sportchef die Entwicklung des Angreifers positiv. Boniface hatte sich nach großen Knieproblemen wieder herangekämpft und macht laut Rolfes weiter Fortschritte. "Grundsätzlich gilt bei Boni – es wird ja wirklich mit jeder Woche besser. Wenn wir mal zurückgehen, wo wir Anfang Juli gestartet sind, dann ist das eine sehr positive Entwicklung. Trotzdem muss er noch Schritte machen", erklärte Rolfes.

Dass Boniface inzwischen wieder stärker auf Einsatzzeiten hofft, wertet der Bayer-Boss sogar als positives Signal. "Er war vielleicht enttäuscht, weil er sich mittlerweile viel mehr Hoffnung macht als vor sechs Wochen. Das ist ein gutes Zeichen und trotzdem weiß er auch, dass das nicht so clever war."

Boniface entschuldigte sich bei der Mannschaft

Nach Angaben von Rolfes erkannte Boniface seinen Fehler zudem schnell und entschuldigte sich. Bereits nach dem Spiel sei dem Nigerianer offenbar bewusst geworden, dass sein Verhalten unangebracht gewesen sei.

"Er hat schon in der Kabine relativ lange gesessen, wo wir auch alle da waren. Ich glaube, dass er schon direkt nach dem Spiel gemerkt hatte, dass es vielleicht nicht das Beste war", so Rolfes: "Das passiert ihm nicht noch mal." Für den Sportchef ist der Zwischenfall damit erledigt. Boniface sei "ein guter Teil der Mannschaft im Alltag".

Für das Europa-League-Spiel in Posen (Donnerstag, 18:45 Uhr) spielt Boniface derweil unabhängig von dem Vorfall keine Rolle: Der 25-Jährige wurde von Bayer nicht für den Wettbewerb gemeldet.


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