Als Mertcan Ayhan in diesem Sommer seinen Vertrag langfristig bis 2030 verlängerte, war der Jubel beim FC Schalke groß. Schließlich hatte der 20-Jährige, der schon länger als Top-Talent gilt, in der zurückliegenden Zweitliga-Saison einen großen Anteil am Aufstieg. Dass sich solch ein Juwel – trotz anderweitigem Interesse – bewusst zum S04 bekannt hat, war ein dickes Ausrufezeichen.
Umso ernüchternder fällt der Start in die neue Bundesliga-Saison aus. Obwohl Miron Muslic mit einer Dreierkette operiert, sind für Ayhan im deutschen Oberhaus erst 29 Minuten herausgesprungen; dazu wurde der Youngster in der ersten Pokalrunde erst kurz vor der Verlängerung eingewechselt. Sicherlich nicht die Einsatzzeiten, die sich der Deutsch-Türke nach seiner starken Saison im Unterhaus und seiner Verlängerung erhofft hatte.
Ayhan muss noch lernen
Vor dem Bundesliga-Restart beim SC Freiburg klärte Muslic auf, warum er Ayhan nach dem Aufstieg bislang so wenig Vertrauen geschenkt hat. "Mertcan ist ein junger Verteidiger, der noch alles vor sich hat. Er muss, wie sehr, sehr viele andere, noch extrem viel lernen", wird der Schalke-Coach von der WAZ zitiert. Die erste Liga ist nunmal eine andere Herausforderung als die zweite – gerade für solch einen jungen Spieler.
Gleichwohl betonte Muslic auch, dass er insgesamt sehr zufrieden mit Ayhan sei: "Das [Lernen] macht Mertcan auch tagtäglich. Er entwickelt sich in einer fantastischen Art und Weise."
Ohnehin ist es für Muslic eher Segen als Fluch, dass er hinter den gesetzten Nikola Katic, Hasan Kurucay und Timo Becker noch jemanden wie Ayhan in der Hinterhand hat. Denn auch durch das Eigengewächs entstehe ein Konkurrenzkampf, der "jeden einzelnen Spieler besser" mache, wie Muslic unterstrich.
Das gilt allerdings auch für Maximilian Wöber, der als Einwechselspieler zuletzt sogar den Vorzug vor Ayhan erhalten hatte.
