Es gibt im Fußball ein Sprichwort: Man soll sich niemals in einen Leihspieler verlieben. Denn in den meisten Fällen ist der Aufenthalt jener Spieler nur von kurzer Dauer. Umso bitterer, dass jene Profis die Herzen der Fans meistens in Rekordzeit gewinnen, was den Abschied am Saisonende noch schlimmer macht.
Das schaffte auch Arthur bei Werder Bremen. Der Brasilianer, den die Bremer am Deadline Day von Bayer Leverkusen ausliehen, ist ein echter Volltreffer und eroberte durch seine offene und positive Art ebenso schnell die Bremer Fan-Herzen wie durch seine sportlichen Leistungen. Diese sind nämlich absolut herausragend.
Ein echter Volltreffer
Der Brasilianer macht nicht nur bei sämtlichen Social-Media-Formaten der Grün-Weißen eine gute Figur und ist schon jetzt Fan-Liebling, sondern ist auch ein Grund für den Aufschwung der Grün-Weißen, die seit sieben Spielen ungeschlagen sind. In der Tabelle stehen sie mittlerweile auf einem starken fünften Platz – nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München.

Arthur hat die große Baustelle namens Rechtsverteidigung quasi im Alleingang behoben und ist nicht nur aufgrund seines Offensivdrangs enorm wichtig für das Bremer Spiel. Er gibt den Hanseaten durch seine defensiven Fähigkeiten auch Stabilität, die Werder angesichts der ansonsten wackeligen Defensive gut gebrauchen kann.
Eine Kombination mit Potenzial
Zu den großen Stärken des Brasilianers zählt die Antizipation. Acht Pässe fing er in dieser Saison schon ab, womit er im Bundesligavergleich aller Rechtsverteidiger im oberen Viertel liegt (78. Percentile) (Quelle: FotMob).

Noch beeindruckender sieht es bei den erneut eroberten Bällen aus. Arthur gibt keinen Ball verloren, bereits 30 Mal holte er sich das Spielgerät von seinem Gegner zurück, damit rankt er im 88. Percentile und gehört damit zu den besten Spielern der Bundesliga.
Defensiv stabiler
Das hilft im Umkehrschluss auch bei der Konterabsicherung. Erst zwei Gegentore kassierte Werder nach schnellen Tempogegenstößen der gegnerischen Mannschaften, damit liegt Werder im Mittelfeld und deutlich unter dem Wert der letzten Saison (5).
Die neu gewonnene Stabilität in der Konterabsicherung liegt auch an Arthur, der seine rechte Seite stets unter Kontrolle hat und dementsprechend auch nur selten von Gegenspielern geschlagen wird.
Was macht Leverkusen?
Für Werder-Fans ist deshalb schon jetzt klar: Arthur soll auch in der kommenden Saison für Werder spielen. Doch hier liegt das große Problem. Denn der Brasilianer ist nur ausgeliehen und Werder hat, anders als bei Mussa Ndiaye oder Youri Regeer, keine Kaufoption.
Stand jetzt kehrt Arthur also in kommendem Sommer zur Werkself zurück, wo die Konkurrenz mit Guela Doué aber äußerst namhaft ist. Bei Werder hätte er stattdessen einen Stammplatz sicher, eine Verpflichtung würde aber alles andere als günstig werden.

Denn der 23-Jährige steht noch bis 2031 am Bayer-Kreuz unter Vertrag – Druck zu verkaufen hat Leverkusen also nicht. Zumal man beim Deutschen Meister von 2024 Arthurs Leistungen sicherlich mit Freude registriert haben wird. Und angesichts von Doués schwierigem Start in Leverkusen – er wartet noch immer auf sein Pflichtspieldebüt – ist es zudem nicht in Stein gemeißelt, dass Arthur im Duell mit dem ivorischen Nationalspieler wirklich das Nachsehen hat.
Unersetzbar?
Stand jetzt dürften Werder-Fans die Leistungen von Arthur also mit einem lachenden und auch einem weinenden Auge beobachten – genauso wie die Verantwortlichen rund um Fußball-Geschäftsführer Clemens Fritz.
Denn im kommenden Sommer wird Bremen erneut einen Umbruch vollziehen müssen, vorausgesetzt, alle Leihspieler verlassen den Verein. Und eins ist klar: Einen Ersatz für Arthur zu finden, der sowohl sportlich, wie auch menschlich ein Upgrade zum Brasilianer ist, gleicht einer Herkulesaufgabe.
