Es schien, als sei Martin Zubimendi das fehlende Puzzleteil im Mittelfeld des FC Arsenal gewesen. Im Sommer 2025 schnappten sich die Gunners den defensiven Mittelfeldspieler von Jugendklubs Real Sociedad und zahlten dafür 70 Millionen Euro Ablöse.
Zuvor hatte der in San Sebastian geborene Zubimendi sein gesamtes Fußballer-Leben bei La Real verbracht. Von dort aus schaffte er auch den Sprung in die spanische Nationalmannschaft, mit der er Welt- und Europameister wurde.
Der zweitbeste Sechser der Welt
Häufig ist der 30-fache Nationalspieler für La Roja aber nur Edel-Reservist. Trainer Luis de La Fuente hat das in bemerkenswerter Weise begründet: Der 65-Jährige sieht Kapitän Rodri als besten Sechser der Welt an. Für Zubimendi ist entsprechend kein Vorbeikommen – selbst wenn de La Fuente den 27-Jährigen als zweitbesten Spieler der Welt auf dieser Position bezeichnet.

Bei Arsenal sah das in Zubimendis Debütsaison anders aus. Ohne Rodri als Konkurrent war er unter Trainer Mikel Arteta gesetzt. Auf dem Weg zur ersten englischen Meisterschaft seit 22 Jahren und ins Champions-League-Finale absolvierte Zubimendi 57 Pflichtspiele (sechs Tore, drei Assists) und wurde lange als Königstransfer gefeiert.

Zubimendi bei Arsenal: Vom Königstransfer zum Bankdrücker
Doch schon zum Ende der Saison bröckelte sein Status. In der Königsklasse war Zubimendi im Halbfinal-Rückspiel gegen Atletico und bei der Finalpleite gegen PSG nach Elfmeterschießen nur noch Joker. In der neuen Spielzeit setzte sich der Abwärtstrend fort. Zwar stand der Mittelfeld-Stratege schon in zehn Partien auf dem Platz, in der Premier League und der Champions League aber kein einziges Mal von Beginn an.
Im Dreier-Mittelfeld vertraut Arteta neben dem gesetzten Declan Rice auf Kapitän Martin Ødegaard und in der Zubimendi-Rolle auf Sommer-Neuzugang Bruno Guimaraes und Youngster Myles Lewis-Skelly. Die bittere Zubimendi-Realität 26/27 sind dagegen bislang 99 Einsatzminuten in der Premier League und acht Minuten in der Königsklasse.
Downfall von "Rodri light": Geht es jetzt zurück nach Spanien?
Es ist ein seltsam anmutender Downfall des noch bis 2030 gebundenen Mittelfeld-Stars, der eigentlich wie gemacht ist für den Arteta-Fußball. Technisch stark, mit viel Übersicht und einem strategischen Blick ausgestattet, ist der 27-Jährige tatsächlich eine Art Rodri light.

Logisch, dass Zubimendi mit seiner aktuellen Situation unzufrieden ist. Schon im vergangenen Sommer gab es lange Gerüchte um eine Rückkehr nach Spanien. Nachdem Real Madrid im Werben um Rodri gegenüber Barça den Kürzeren zog, schien er ein heißer Kandidat bei den Könglichen zu sein. Ein Spielertyp wie Zubimendi wird im Real-Kader schließlich seit dem Abschied von Toni Kroos schmerzlich vermisst.
Ebenso logisch ist es nun, dass es im Vorfeld des Winter-Transferfensters zahlreiche Spekulationen um Zubimendis Zukunft gibt. Laut dem britischen Portal TEAMtalk soll Zubimendi im Januar erneut auf der Real-Liste stehen. Und auch Barça sowie Atletico seien an einer Heimat-Rückkehr des Spaniers interessiert.
Die Infos von TEAMtalk sollte man jedoch mit Vorsicht genießen. Allein schon, weil hier auch Barça als möglicher Abnehmer genannt wird. Die Katalanen sind im zentralen Mittelfeld herausragend und breit besetzt und dürften vorhandene finanzielle Mittel viel eher für andere (Problem-)Positionen nutzen wollen.
Dennoch: Dass zahlreiche Topklubs aus ganz Europa an Zubimendi interessiert sein dürften, überrascht keineswegs. Auch nicht, dass der Spanier offen für einen Winter-Wechsel sein soll. Arsenal auf der anderen Seite könnte für einen Verkauf ähnlich zugänglich sein, dürfte dafür aber eine ähnlich hohe Summer verlangen, die man 2025 selbst gezahlt hat.
Dass, wie TEAMtalk berichtet, auch eine Winter-Leihe ein Thema sein soll, wirkt dagegen eher unwahrscheinlich. Wenn, dann wohl nur mit hoher Kaufoption/-pflicht für kommenden Sommer.
Bayern und BVB an Zubimendi dran? Wieso ein Winter-Deal abwegig ist
Als Interessenten nennt TEAMtalk derweil neben Chelsea und Liverpool aus der Premier League auch den FC Bayern und Borussia Dortmund.
Klar ist auf der einen Seite, dass Zubimendi für die beiden Bundesliga-Größen mit Sicherheit eine Verstärkung wäre. Klar ist aber auch, dass weder in München noch beim BVB Bedarf herrscht.
Die Bayern haben im zentralen Mittelfeld Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof zur Verfügung. Trotz der jüngsten Verletzungen in der Offensive heißt es von der Säbener Straße weiterhin, dass man im Winter nicht nachlegen möchte. Der BVB ist im zentralen Mittelfeld ebenfalls üppig besetzt und hat dort erst im Sommer mit Joey Veerman nachgelegt.
Früher oder später dürfte Zubimendis Weg also viel eher zurück nach Spanien führen, wo man sich ihn am ehesten in Madrid vorstellen kann – sei es im Real- oder auch im Atletico-Trikot. Ob das schon im Winter passieren wird, bleibt noch offen. Sollte sich an seiner Situation bei Arsenal nichts ändern – wonach es derzeit aussieht – dürften sich die Wege aber sehr sicher spätestens im Sommer '27 trennen.
