Was bereits in der Saisonvorbereitung ein Thema war, wurde dem FC Schalke auch im bisherigen Saisonstart als vermeintlich größere Schwäche attestiert: Insgesamt ist die Mannschaft einfach zu langsam.
Das intensive Pressing, auf das Miron Muslic weiterhin vertrauen möchte, das aber faktisch längst noch nicht so gut funktioniert, wie er es gerne hätte, ist dabei nur das eine Thema. Das angedachte Umschaltspiel sowie die zuweilen noch immer hohe Abwehrkette zeigen das Tempodefizit beim S04 umso deutlicher. Weder in der buchstäblichen Spitze hat der Aufsteiger nennenswerte Sprinter vorzuweisen, noch in der letzten Reihe.
Erfahrung stand im Fokus: Das Tempo hat bei der Kaderplanung gelitten
Die Statistiken machen das Problem mit der Geschwindigkeit deutlich: Unter den schnellsten 50 Spielern der Bundesliga findet sich kein einziger Schalker (via WAZ). Unter den schnellsten 100 Spielern der Liga gibt es mit Vitalie Becker (33,8 km/h), Timo Becker (33,7) und Moussa Sylla (33,5) auch nur drei Spieler der Knappen. Und auch das sind keine Geschwindigkeiten, die wirklich ins Auge fallen, sondern eher besserer Durchschnitt sind.
In der Kaderplanung für die aktuelle Saison habe man vor allem auf Erfahrung als Kennzeichen der Neuzugänge fokussiert, hatte Maximilian Lüftl im Gespräch mit der WAZ zuletzt schon erklärt. "Wir trauen unseren Jungs die Bundesliga natürlich zu – aber für sehr viele von ihnen ist diese Bühne neu", hatte der Transfer-Direktor dazu erklärt.
"Uns ist bewusst, dass wir in den kommenden Jahren wieder einen Tick jünger werden müssen", gestand Lüftl zugleich die notwendige Veränderung rund um den Kader ein. Dabei geht es, neben Aspekten wie der Wertsteigerung, eben auch um die durchschnittlichen Geschwindigkeiten der Spieler.

Schnellere Spieler sind heutzutage schlichtweg teurer
Nun stellt sich natürlich die Frage, wieso Schalke diesen Faktor nicht schon im vergangenen Sommer stärker in den Fokus gesetzt hat. Die Antwort fällt ebenso einfach wie ernüchternd aus: Dafür fehlte das liebe Geld.
Im modernen Fußball ist Geschwindigkeit längst keine schöne, aber insgesamt doch zu vernachlässigende Nebensache eines Spielerprofils. Das Tempo gehört ganz klar zum Stärken- oder eben Schwächenprofil eines Neuzugangs. Daher ist dieser Aspekt auch einer, der den Wert des jeweiligen Spielers steigert. Und genau diese Spieler, die neben den gesuchten Faktoren auch noch eine gute Geschwindigkeit mitbringen, fallen für die Gelsenkirchener eben zumeist zu teuer aus.
