Wie viele andere Vereine, hat auch der FC Schalke die Länderspielpause für Testspiele genutzt. Obwohl der Aufsteiger auch wieder mehr Nationalspieler abstellen musste beziehungsweise durfte, legte Miron Muslic einen großen Wert auf diese zwei Partien.
Nachdem bereits gegen Rot-Weiss Oberhausen gewonnen werden konnte, behielt der S04 auch bei Austria Lustenau einen kühlen Kopf und gewann am Samstag mit 1:0. Moussa Sylla erzielte nach einem Eckstoß den entscheidenden Kopfballtreffer. Allerdings stand dabei weniger der reine Sieg im Fokus, als die Defensive. So konnte die Null gehalten werden – und das trotz eines spannenden Experiments in der Abwehrreihe.
Muslic erklärt das Abwehr-Experiment – Becker zieht ein positives Fazit
Mit Junior Dina Ebimbe, Robin Gosens, Vitalie Becker und Adrian Gantenbein standen nämlich gleich vier Schienenspieler in der Startelf. Der Hintergrund: Während Ebimbe und Gosens ihre gewohnten Rollen übernahmen, spielten Becker und Gantenbein jeweils als linker und rechter Innenverteidiger in der Dreierkette auf. Hasan Kurucay komplettierte das Zentrum.
"Wir wollten unbedingt in unserem System drinnen bleiben und keine zu großen Veränderungen in unserer Statik führen. Ganti und Vitalie können das im Prinzip spielen, weil sie das seit 16 Monaten machen", erklärte Muslic den Gedankengang hinter dieser doch im personellen Sinne sehr ungewöhnlichen Herangehensweise (via WAZ).
Doch wie der Cheftrainer der Gelsenkirchener bereits betonte: Für Gantenbein und Becker war es keine Entscheidung, die urplötzlich und ohne Vorbereitung getroffen wurde. So wurde nicht nur in der Trainingswoche in genau dieser Zusammensetzung bereits trainiert, als Gantenbein, Kurucay und Becker die Abläufe ihrer Dreierkette durchgegangen sind. Ab und zu wurden sie auch schon im Laufe der vergangenen Saison in diesen Aufgaben geschult. Der Hintergrund ist klar: Für den Fall der Fälle sollen sie bereit sein, auch diese Positionen spielen zu können.

"Ich habe nach den Prinzipien gespielt, wie der Trainer das wollte. Ich denke, dass ich es auch gut gemacht und meine Zweikämpfe gewonnen habe", zeigte sich Becker nach dem Abpfiff auch zufrieden mit seiner Leistung. Zwar habe nicht alles so funktioniert, als hätte man schon "100 Spiele auf der Position gemacht", so der 21-Jährige weiter. "Aber der Trainer hat mich da aufgestellt. Ich bin froh, dass ich jetzt auch mal wieder 90 Minuten spielen konnte. Bin happy."
Grundsätzlich ist diese personelle Auswahl aber ganz klar als Experiment einzustufen. Für Muslic wird es gut zu wissen sein, dass er Gantenbein und Becker im Notfall auch innerhalb der Dreierkette einsetzen könnte. Grundsätzlich wird der Fokus von und mit den beiden aber weiterhin auf der Schiene liegen. Während Becker zurzeit hinter Gosens zurückstecken muss, dürfte sich Gantenbein anschicken, zeitnah Druck auf Ebimbe auszuüben.
