Gemessen an den hohen Ansprüchen der deutschen Nationalmannschaft sind vier Punkte aus den ersten vier Nations-League-Spielen wahrlich keine beeindruckende Bilanz. Bei der genaueren Analyse der ersten Länderspielperiode unter Jürgen Klopp gab es sowohl Licht als auch Schatten.
Einerseits gab es einen souveränen 2:0-Sieg gegen Serbien, andererseits ein biederes 0:1 gegen Griechenland. Mit dem 1:1 in den Niederlanden und dem 0:0 im Rückspiel gegen Griechenland endeten zudem zwei Partien unentschieden.
Fest steht, dass der neue Bundestrainer viele Spieler ausprobiert hat und nun erste Schlüsse ziehen kann. Wir zeigen euch die fünf größten Gewinner und die fünf größten Verlierer der ersten Spiele unter Klopp.
Die Gewinner
Philipp Treu

Philipp Treu darf als die große Entdeckung der ersten Spiele unter Jürgen Klopp bezeichnet werden. Die große Problemzone auf der rechten Abwehrseite könnte durch den Freiburger in Zukunft behoben werden. Dafür muss der 25-Jährige allerdings weiterhin starke Auftritte im Verein und Nationalteam zeigen. Eine Berufung für die nächsten Länderspiele im November dürfte ihm aber sicher sein.
Jonas Urbig
Zwar wurde Marc-André ter Stegen vor der Länderspielpause zur vorläufigen Nummer eins der deutschen Nationalelf erklärt, doch der 34-Jährige durfte lediglich im Spiel gegen die Niederlande zwischen den Pfosten stehen. Jonas Urbig hingegen, der dem zweiten Kader angehörte, kam in beiden Partien zum Einsatz und rechtfertigte mit starken Leistungen Klopps Entscheidung. Besonders glänzen konnte er bei seiner Glanzparade in Griechenland, als er den Kopfball von Masouras hielt.
Aleksandar Pavlovic
Sowohl im Spiel gegen Serbien als auch im Rückspiel gegen Griechenland gehörte Aleksandar Pavlović zu den besten Spielern auf dem Platz. Der Bayern-Star könnte als alleinige Sechs die beste Lösung für Klopps neues System sein. Es bleibt abzuwarten, ob Pavlović sogar auf Dauer Kapitän Joshua Kimmich verdrängen kann.
Malick Thiaw
Dass Malick Thiaw in den Spielen drei und vier gemeinsam mit Waldemar Anton durchspielte, lag zum einen wohl an der Verletzung von Nico Schlotterbeck. Doch der Innenverteidiger von Newcastle United bewies eindrucksvoll, dass er mindestens ein würdiger Vertreter des Dortmunders ist. In der internen Rangordnung der Innenverteidiger ist Thiaw mit Sicherheit nicht zurückgefallen.
Derry Scherhant
Auf den Flügeln probierte Klopp zahlreiche Spieler aus. Am auffälligsten war jedoch Derry Scherhant, ein absoluter Neuling. Der Freiburger war vor allem in Griechenland ein belebendes Element, auch wenn er sich selbst nicht belohnte. Weitere Chancen im Nationalteam hat der 23-Jährige so gut wie sicher.
Die Verlierer
Joshua Kimmich

Beim verlorenen Heimspiel gegen Griechenland erwischte Joshua Kimmich keinen guten Tag. Doch es lag nicht unbedingt an seinen Leistungen, dass der Bayern-Star in der Kritik steht. Die ständige Debatte um den Kapitän, die durch Jürgen Klopps Aussagen auf einer der Pressekonferenzen nicht gerade zum Erliegen gebracht wurde, lässt Kimmich wie den großen Verlierer der ersten Klopp-Spiele aussehen. Zwar wird er bei den nächsten Länderspielen weiter dabei sein, einen Stammplatz hat er aber wohl nicht mehr sicher – trotz des Kapitänsamts.
Josha Vagnoman
Josha Vagnoman war einer der Hauptkandidaten im Casting für den neuen Rechtsverteidiger, doch das Rennen hat vorerst der Stuttgarter gegen Philipp Treu verloren. Vagnoman durfte sich im Hinspiel gegen die Griechen zeigen, konnte seine Chance aber nicht nutzen. Beim Gegentreffer war er zu passiv und setzte im Spiel nach vorne keine Akzente.
Noah Atubolu
Aufgrund seines Alters von 24 Jahren darf Noah Atubolu auf eine Zukunft im DFB-Team spekulieren. Doch diese Hoffnungen haben nun einen herben Dämpfer erlitten. Der Torhüter von Eintracht Frankfurt war Teil des zweiten Kaders, kam aber nicht zum Einsatz. Aufgrund der großen Konkurrenz muss er nun um weitere Nominierungen bangen.
Finn Dahmen
Noch schlimmer als Atubolu erwischte es Finn Dahmen. Der Augsburger war zwar bei allen vier Länderspielen dabei, musste aber alle von der Bank aus sehen. Auch für ihn dürfte beim nächsten Mal kein Platz mehr sein.
Said El Mala

Gegen Serbien und Griechenland absolvierte Said El Mala seine ersten beiden A-Länderspiele, konnte als Einwechselspieler aber praktisch keine Akzente setzen. Aufgrund seiner Fähigkeiten, die er beim 1. FC Köln und in den U-Nationalteams schon oft unter Beweis stellte, und seines noch größeren Entwicklungspotenzials wird Klopp den 20-Jährigen aber sicher nicht so schnell abschreiben. Doch der erste Eindruck wird in den Gedanken des Bundestrainers sicher trotzdem eine Rolle spielen. Da hätte durchaus ein bisschen mehr kommen können.
