In den nächsten Monaten stehen beim VfB Stuttgart große Entscheidungen an. Um vorausschauend planen zu können, wie sich der Kader in Zukunft entwickeln soll, sollten sich die Schwaben schon bald darüber Gedanken machen, mit wem sie planen und wer gehen darf.
Immerhin erreichen einige Spieler mit Vertragsende 2028 ein schon erhöhtes Fußballeralter. Und Stuttgart ist wahrlich nicht dafür bekannt, eine Altherrentruppe zu stellen, sondern sieht es weiterhin als seinen Anspruch, junge, bevorzugt deutsche Talente zu fördern. Doch dafür muss in Bad Cannstatt ein größerer Cut gemacht werden, man kann schließlich nicht mit einem 40-Mann-Kader an den Start gehen.
Während es paar unumstrittene Säulen gibt, die unbedingt gehalten werden müssen, sollte man sich von einigen Profis spätestens 2028 trennen.
1. Maximilian Mittelstädt

Bei Maximilian Mittelstädt läuft es aktuell wieder rund, der Linksverteidiger vom VfB wurde zuletzt unter Jürgen Klopp wieder für das DFB-Team berücksichtigt und stand beim 2:0-Sieg gegen Serbien in der Startelf.
Und auch sein Saisonstart in Stuttgart verlief auf individueller Ebene gut, Mittelstädt war bei den bislang enttäuschenden Schwaben zusammen mit Backup-Keeper Fabian Bredlow der konstanteste Mann auf dem Platz.
Doch Mittelstädt ist auch schon 29 Jahre alt, wenn sein Vertrag 2028 ausläuft, wird er 31 sein. Weil der gebürtige Berliner sowieso immer wieder mit einem Wechsel nach Italien in Verbindung gebracht wird, könnte das ein realistisches Zukunftsszenario sein.
Stuttgart sollte Mittelstädt im kommenden Sommer aufgrund des Alters zu Geld machen und sich nach einer jüngeren Alternative umschauen. Im Optimalfall sogar nach zwei Spielern, weil im aktuellen Kader nur Ramon Hendriks noch links hinten aushelfen kann.
2. Atakan Karazor

Die Verpflichtung von Grischa Prömel war so etwas wie der Genickbruch für Atakan Karazor. Der defensive Mittelfeldspieler erlebte einen bitteren Sommer: Erst wurde er als VfB-Kapitän durch Deniz Undav ersetzt, dann verlor er endgültig seinen Stammplatz im Mittelfeld.
Karazor hat Stuttgart jahrelang treue Dienste erwiesen und war ein unterschätzter Spieler, der auch einen großen Anteil am jüngsten Erfolg des Vereins hatte. Aber die Zeit des türkischen Nationalspielers im Ländle neigt sich dem Ende zu.
Bei Karazor wäre es für die Erfahrung sinnvoll, ihn auch noch in der nächsten Saison im Team zu behalten. Eine größere Ablösesumme würde man mit ihm sowieso nicht generieren. Doch 2028 sollte der dann schon 31-Jährige ablösefrei gehen gelassen werden.
3. Ameen Al-Dakhil

Für neun Millionen Euro verpflichtete der VfB Ameen Al-Dakhil im Jahr 2024 vom FC Burnley. Mittlerweile kann man festhalten, dass es sich um einen klaren Flop-Transfer handelt.
Der sechsfache belgische Nationalspieler hat vor allem ein riesiges Problem mit seinem Körper. Einige muskuläre Probleme und Knieverletzungen machten Al-Dakhil immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Auch jüngst verletzte sich der Innenverteidiger erneut am Knie und fällt zumindest für die kommende Partie beim SC Paderborn aus.
Doch auch, wenn Al-Dakhil fit war, setzte Trainer Sebastian Hoeneß eher auf andere Alternativen. Jeff Chabot, Finn Jeltsch, Luca Jaquez und Dan-Axel Zagadou haben ein höheres Standing im Verein, denn so richtig konnte Al-Dakhil bei seinen Einsätzen nicht überzeugen. Es wäre fast schon ein kleines Wunder, wenn der VfB das Arbeitspapier des 24-Jährigen verlängern würde.
Außerdem: Auch Verteidiger-Kollege Leonidas Stergiou, dessen Kontrakt ebenfalls 2028 ausläuft, hat keine Zukunft in Stuttgart und wird sich höchstwahrscheinlich bald einen neuen Arbeitgeber suchen müssen.
4. Ermedin Demirovic

An Ermedin Demirovic scheiden sich die Geister: Während manche Fans betonen, wie immens wichtig der Bosnier mit seinen Scoring-Qualitäten ist, steht er bei anderen Anhängern regelmäßig in Kritik.
Aktuell duelliert sich Demirovic im VfB-Sturm mit Neuzugang Dzenan Pejcinovic. Doch aufgrund der Dreifachbelastung wird der 28-Jährige auch in dieser Saison wieder einige Startelfeinsätze bekommen. Und mit Sicherheit wird dabei auch das ein oder andere Tor bei rumkommen, in den letzten beiden Bundesliga-Saisons für Stuttgart traf Demirovic 15 und zwölf Mal. In dieser Spielzeit war er bereits nach einem Traum-Solo gegen den 1. FC Köln (4:1) erfolgreich.
Aber ähnlich wie bei Mittelstädt gilt: Demirovic wird im Sommer 2028 30 Jahre alt sein und sollte Platz für die jüngere Generation schaffen. Der VfB scheint auch grundsätzlich bereit, den Bosnier bei einem passenden Angebot abzugeben. In der abgeschlossenen Transferperiode führte schon eine heiße Spur zu Galatasaray Istanbul.
5. Josha Vagnoman

Josha Vagnoman hat einen Traumstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. Mit zwei Treffern und einem Assist ist der 25-Jährige der aktuell beste VfB-Scorer.
Doch das ist nur eine Momentaufnahme. In Stuttgart fragt man sich, wann man zuletzt einen konstanten Rechtsverteidiger in den eigenen Reihen hatte. War es Ricardo Osorio in der Meistersaion 2007? Vagnoman ist es auf jeden Fall nicht.
Der dreifache DFB-Spieler hat extreme Leistungsschwankungen drin und auch regelmäßig mit Verletzungen zu kämpfen. Das Kapitel im Schwabenland sollte spätestens 2028 enden. Vielleicht präsentiert der VfB bis dahin endlich mal wieder einen echten Transfer-Coup für rechts hinten.
Ansonsten hat man auch noch Nikolas Nartey und Lorenz Assignon in der Hinterhand. Zudem haben sich die Schwaben beim Transfer von Talent Christopher Olivier zu Brøndby eine Rückkaufoption gesichert.
Die 14 auslaufenden VfB-Verträge im Sommer 2028
Spieler | Alter im Sommer 2028 |
|---|---|
Angelo Stiller | 27 |
Ramon Hendriks | 26 |
Ermedin Demirovic | 30 |
Maximilian Mittelstädt | 31 |
Jeff Chabot | 30 |
Chris Führich | 30 |
Josha Vagnoman | 27 |
Nikolas Nartey | 28 |
Atakan Karazor | 31 |
Yanik Spalt | 20 |
Ameen Al-Dakhil | 26 |
Leonidas Stergiou | 26 |
Jarzinho Malanga | 21 |
Marius Funk | 32 |
