AC Mailand

Zlatan Ibrahimovic und AC Milan: Alle guten Dinge haben ein Ende

Jan Kupitz
Zlatan Ibrahimovic
Zlatan Ibrahimovic / Mattia Ozbot/GettyImages
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Zlatan Ibrahimovic hat bei der AC Mailand Großartiges vollbracht. Doch nun sollten beide Seiten einsehen, dass es besser ist, sich am Saisonende zu trennen. Ein Kommentar.


Jeder, der Milan liebt, liebt Ibra. Der wuchtige Schwede, der in seiner Profikarriere insgesamt für acht unterschiedliche Klubs aufgelaufen ist, ist eine Legende bei den Rossoneri. Zu keinem anderen Verein ist seine Verbindung so stark wie zu Milan - das behauptet Ibrahimovic nicht nur, man spürt es mit jedem Mal, bei dem er das rot-schwarze Trikot überstreift.

Unter seiner Führung gewann Milan den bis dato letzten Scudetto - und unter seiner Führung schafften es die Rossoneri im vergangenen Jahr, endlich wieder in die Champions League einzuziehen. Machen wir uns nichts vor: Ob Milan es auch ohne die Ankunft des Schweden in die Königsklasse gepackt hätte, darf doch stark bezweifelt werden.

Doch so viel Ibra auch bei den Mailändern geleistet hat, das Ende seiner aktiven Zeit rückt immer näher. Beide Seiten sollten einsehen, dass es am besten wäre, sich nach der aktuellen Saison zu umarmen, Danke zu sagen und die Beziehung (auf sportlicher Ebene) zu beenden. Denn Ibrahimovic wird auf dem Feld immer weniger zum X-Faktor.

Acht Tore und zwei Assists in 15 Einsätzen lesen sich auf dem Papier erstmal gut und zeigen, was für ein Ausnahmekönner der 40-Jährige ist. Doch es kommt leider immer häufiger vor, dass Ibrahimovic fast schon ein Hindernis für das eigene Team darstellt. Seine Laufleistung ist eigentlich ungenügend, ebenso sein Pressingverhalten. Er steht häufig im Abseits und schafft es zudem immer seltener, sich in Zweikämpfen zu behaupten. Wäre es nicht Ibra, würde sich jeder Milan-Fan wohl häufiger über die dargebotenen Leistungen ärgern.

Geschuldet ist das neben seinem fortschreitenden Alter vor allem den zahlreichen Verletzungen, die dafür sorgen, dass Ibra seine Fitness nicht konstant auf einem benötigten Level halten kann. Nach einer Knieverletzung in der Vorsaison machten ihm in dieser Saison Achillessehnenprobleme zu schaffen, die im jüngsten Spiel gegen Juve erneut auftraten.

Mal wieder droht eine mehrwöchige Pause.

Zlatan Ibrahimovic
Mal wieder schmerzt bei Ibra der Körper / Mattia Ozbot/GettyImages

Milan kann es sich schlichtweg nicht mehr leisten, Ibrahimovic im Kader zu halten. Mit einem mutmaßlichen Nettogehalt in Höhe von sieben Millionen Euro ist er (klar!) der Topverdiener im Milan-Kader - im Gegenzug müssten die Rossoneri verlangen, Woche für Woche Topleistungen von ihm zu bekommen. Das schafft er - aus körperlichen Gründen - allerdings nicht mehr. Und für ein Minigehalt inklusive Jokerrolle ist sich der ehrgeizige Star zu schade.

"Ich bin nicht hier, um das Maskottchen zu sein", hatte er schon 2020 erklärt, dass er entweder Leistungsträger ist - oder geht. Ein Dazwischen gibt es für ihn nunmal nicht.

Milan muss Ibrahimovic dankbar sein. Und Milan wird Ibrahimovic dankbar sein. Er hat eine neue bzw. lange Zeit vermisste Mentalität in die Kabine gebracht, von der die kommenden Topstars wie Rafael Leao, Sandro Tonali und Theo Hernandez profitieren. Doch betrachtet man seine Leistungen auf dem Feld, muss sich jeder Milanista eingestehen, dass der Schwede nur noch in seltensten Fällen einen Mehrwert bietet. Es schmerzt, das zu sagen. Aber es ist die Wahrheit.

Alle guten Dinge haben ein Ende. Bei Milan und Ibra steht es auch kurz bevor. Eine weitere Vertragsverlängerung ist leider nicht mehr zu rechtfertigen - stattdessen geht es für die Rossoneri nun darum, sich für die Zukunft zu rüsten.


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