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Zeitspiel und Schauspiel nerven immer mehr! Tut endlich was gegen diese Unsitte

Jan Kupitz
Im Fußball wird um jede Sekunde gekämpft
Im Fußball wird um jede Sekunde gekämpft / Gonzalo Arroyo Moreno/GettyImages
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Fußball ist ein wahnsinnig toller und faszinierender Sport und wird völlig zurecht als "die schönste Nebensache" der Welt bezeichnet. Doch ein Aspekt tritt immer häufiger zum Vorschein, der unseren geliebten Fußball unattraktiv macht und einfach nur noch nervt!

Und damit sind nicht die horrenden Ablösen und Gehälter im Business gemeint oder die Tatsache, dass die FIFA eine Winter-WM in Katar abhält. Nein, es geht einzig und allein um das Geschehen AUF dem Platz - dort, wo es bekanntlich zählt.

Das Zeitschinden und Schauspielern! Die haben in den vergangenen Jahren derartig zugenommen, dass es mir als Fan immer häufiger den Spaß am Zuschauen raubt. Die jüngsten und besten Beispiele sind die Begegnungen zwischen Bayern vs Villarreal und Atletico vs Man City, als jede noch so kleine Berührung genutzt wurde, um eine minutenlange Pause zu erzwingen.

Villarreal trieb es am Dienstagabend in der Allianz Arena schon auf die Spitze - doch Man City, ausgerechnet die Schönspiel-Truppe von Pep Guardiola, setzte gegen Atletico noch einen drauf. Ein Ederson ging nach einer minimalen Berührung zu Boden, als ob ihm im nächsten Moment die Schulter abfallen würde. Phil Foden, gezeichnet durch ein frühes Foul von Felipe, rollte sich über den Rasen, als ob er dort auf Ostereier-Suche gehen würde. Immer wieder wurde das Spiel unterbrochen, um die vermeintliche Verletzung auszukurieren - nur um im nächsten Moment wieder eine Weltklasse-Parade zu zeigen oder einen Sprint anzuziehen, als ob nie etwas gewesen wäre.

Nein, nein, nein - so macht unser Fußball keinen Spaß!

Im Übrigen ist der Fußball die einzige Sportart, die dieses Problem hat. Weder beim Basketball, Handball, Football noch in den Rückschlagspielen kennt man das ewige Schauspielern, in der Hoffnung, doch noch weitere 13,6946 Sekunden von der Uhr nehmen zu können.

Die Frage: Wie soll man dem entgegnen? Man kann die Spieler (leider) nicht zur Rechenschaft ziehen, denn obwohl in 95% aller Fällen keine Verletzung vorliegt, kann es eben doch mal sein, dass das Wälzen auf dem Boden einen ernsteren Hintergrund hat - eine pauschale Bestrafung wäre fehl am Platz.

Soll man die Nachspielzeit einfach verlängern? Das wäre eine Möglichkeit, doch am Ende haben wir dann regelmäßig über 100 Spielminuten - so wie bei Atletico vs Man City. Und letztlich waren die gespielten Minuten dort sogar auch noch zu wenig.

Was bleibt also? Man kann im Grunde nur an die Ehre der Spieler appellieren und Respekt vor Gegner und dem Fußball fordern. Leider sind die Chancen hier nicht sehr hoch, denn wenn es um Punkte, Siege und Titel geht, vergessen die meisten Kicker ihre Manieren. Gentlemen wie ein Paolo Maldini, Ronaldinho und Philipp Lahm, die einfach nur Fußball spielen wollten und keine Lust auf Kinkerlitzchen hatten, gibt es heute leider immer weniger.

Zum Leidwesen von uns, den Fans.

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