WM

WM-Vorschau: Die beste Aufstellung von Japan

Oscar Nolte
Was geht für die Blue Samurai in Gruppe E?
Was geht für die Blue Samurai in Gruppe E? /
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Japan zählt mittlerweile traditionsgemäß zu den Geheimfavoriten bei einer Weltmeisterschaft. Nationaltrainer Hajime Moriyasu gab bereits offiziell das Ziel Viertelfinale aus - und bei einem genaueren Blick auf den japanischen WM-Kader, der gut bestückt mit Bundesliga-Kickern ist, ist das nicht einmal tiefgestapelt. Vor allem in der Offensive bieten sich bei den "Samurai Blue" zahlreiche Optionen mit internationalem Format an. Wir werfen einen Blick auf die bestmögliche Aufstellung Japans; Nationaltrainer Moriyasu stellt seine Mannschaft stets in einem 4-3-3- respektive 4-2-3-1-System auf.


1. Tor

International Friendly"Japan v Ecuador"
Daniel Schmidt / ANP/GettyImages

Im Tor der "Samurai Blue" steht mit Daniel Schmidt ein Keeper mit einem nicht gerade landestypischen Namen. Der 30-Jährige wurde in den USA geboren, spielte aber seit dem Jugendbereich in Japan. Erst 2019 wagte Schmidt mit dem Wechsel zum VV St. Truiden erstmals den Schritt ins Ausland.

Schmidt debütierte erst 2018 für die japanische Nationalmannschaft und absolvierte seither elf Länderspiele. Nichtsdestotrotz dürfte er seinen Stammplatz in Katar sicher haben. Mit 1,97 Meter Körperlänge verfügt Schmidt über bemerkenswerte Maße.

2. Abwehr

International Friendly"Japan v United States of America"
Takehiro Tomiyasu / ANP/GettyImages

In der Innenverteidigung hat mit Ko Itakura ein erster Bundesliga-Profi seinen Stammplatz sicher - sofern der Gladbacher rechtzeitig fit wird. Mit einer Knieverletzung fällt Itakura seit September aus, wurde aber dennoch für den japanischen WM-Kader nominiert. Nationaltrainer Moriyasu rechnet sich wohl aus, dass Itakura rechtzeitig fit ist und auch ohne Spielpraxis seine gewohnten Leistungen abliefert.

An Itakuras Seite dürfte mit Hiroki Ito ein weiterer Bundesliga-Spieler starten; nominell ist der Stuttgarter die beste Option an Itakuras Seite.

Auf der rechten Abwehrseite spielt einer der ganz großen japanischen Stars: Takehiro Tomiyasu vom FC Arsenal. In dieser Saison gehört er bei den Gunners zwar nicht zum unangefochtenen Stammpersonal, bei der WM wird er aber trotzdem gesetzt sein.

Sein Pendant auf der linken Seite ist mit Yuto Nagatomo eine echte Institution der Samurai Blue; der 36-Jährige ist der Spieler mit den zweitmeisten Länderspielen in der Historie der japanischen Nationalmannschaft.

3. Mittelfeld

International Friendly"Japan v United States of America"
Daichi Kamada / ANP/GettyImages

Im Mittelfeld bietet Nationaltrainer Moriyasu stets drei zentrale Spieler auf, die mal defensiver, mal offensiver ausgerichtet sind. Nicht mit von der Partie ist Shinji Kagawa, der nicht für den endgültigen WM-Kader nominiert wurde.

Somit stellt sich das Mittelfeld der Samurai Blue quasi von selbst auf. Den defensiven zentralen Part übernimmt Wataru Endo; der Allrounder vom VfB Stuttgart ist im japanischen Mittelfeld wie auch beim Bundesligisten gesetzt. An seiner Seite spielt Hidemasa Morita, der im Sommer zu Sporting Lissabon wechselte und beim portugiesischen Top-Club bislang eine bärenstarke Saison spielt.

Den offensiven Part übernimmt Daichi Kamada, der aktuell der wohl stärkste Japaner überhaupt ist. Unter Cheftrainer Oliver Glasner wird Kamada bei Eintracht Frankfurt immer häufiger im zentralen Mittelfeld und damit etwas tiefer als in der Vergangenheit eingesetzt. In dieser Rolle blüht Kamada vollends auf; wettbewerbsübergreifende zwölf Tore und drei Vorlagen in dieser Saison belegen das.

4. Sturm

Takumi Minamino
Takumi Minamino / Alex Grimm/GettyImages

Bleiben noch die drei japanischen Angreifer. Möglicherweise wird Nationaltrainer Moriyasu ohne klaren Mittelstürmer spielen und den überragenden japanischen Offensivspielern, unterstützt von Daichi Kamada, freie Hand im letzten Drittel lassen.

Die Liste der Anwärter auf die freien Plätze ist lang. Gerade auf der nominell rechten Außenbahn bündelt sich mit Ritsu Doan, Takefusa Kubo und Junya Ito das japanische Offensiv-Talent. Durch die Bundesliga-Brille gesehen legen wir uns auf Ritsu Doan als Starter fest. Eine ordentliche Saison in LaLiga spielt zudem Takefusa Kubo; wir trauen dem 22-Jährigen bei der WM in Katar den großen Durchbruch zu. Junya Ito bleibt damit vorerst nur die Bank, der Rechtsaußen von Stade Reims wird aber definitiv auf seine Einsatzzeiten kommen.

Definitiv gesetzt ist - entweder auf der linken Seite oder auf der zentralen Position - Takumi Minamino. Obwohl sich der Angreifer in den vergangenen Jahren weder beim FC Liverpool, noch bei seiner Leihstation FC Southampton und auch jetzt bei seinem neuen Arbeitgeber, der AS Monaco, nicht entschieden durchsetzen konnte, zählt er zu den großen Stars bei den Samurai Blue. Auf seinen Schultern ruhen ganz viele japanische Hoffnungen.


Die beste Japan-Aufstellung im Überblick:

Daniel Schmidt - Yuto Nagatomo, Ko Itakura, Hiroki Ito, Takehiro Tomiyasu - Wataru Endo, Hidemasa Morita - Daichi Kamada - Ritsu Doan, Takumi Minamino, Takefusa Kubo


Fazit

Die Samurai Blue gehören zurecht zu den Geheimfavoriten bei der WM. Der Kader der japanischen Nationalmannschaft ist ausgewogen besetzt und strotz vor Talent. Gerade im defensiven Bereich ist Japan hervorragend aufgestellt.

Der Schuh drückt allerdings etwas in der letzten Konsequenz vor dem Tor. Den Samurai Blue fehlt ein klarer Torjäger, im Verbund müssen die quirligen, dribbelstarken Angreifer für Torgefahr sorgen. Ein Daichi Kamada in seiner aktuell bestechenden Form könnte da durchaus zum Trumpf werden.

Nichtsdestotrotz muss Japan gleich in der Vorrunde seine David-Qualitäten abrufen. Mit Deutschland und Spanien warten in der Gruppe nämlich zwei absolute Goliaths auf die Samurai Blue. Im Auftaktspiel trifft Japan gleich auf die deutsche Nationalauswahl und will den Favoriten ärgern. Mit Costa Rica gibt es einen klaren Außenseiter der Gruppe.

Japan hat definitiv das Zeug und die Qualität für einen tiefen WM-Lauf. Dafür müssen sich die Samurai Blue aber irgendwie gegen Deutschland und Spanien behaupten. Gelingt Japan das, ist im Turnier alles möglich.

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