WM

WM-Vorschau: Die beste Aufstellung von Iran

Dominik Hager
Der Iran geht als Außenseiter in Gruppe B an den Start
Der Iran geht als Außenseiter in Gruppe B an den Start /
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Der Iran gehört zu den umstrittensten Teilnehmer-Nationen bei der WM. Da es bei einigen Heimspielen zu unschönen Szenen, wie Stadionverbote für Frauen, kam, stand die Teilnahme der Nationalmannschaft sogar kurzzeitig auf der Kippe. So wahnsinnig viel hätte die Fußballwelt wohl nicht verpasst. Die Mannschaft bietet schließlich nur wenige prominente Gesichter. Wir werfen dennoch einen kurzen Blick auf das Team.


1. Tor:

Amir Abedzadeh
Robbie Jay Barratt - AMA/GettyImages

Amir Abedzadeh kickt in der zweiten spanischen Liga für Ponferradina und ist vermutlich der beste Kandidat. Der 29-Jährige hat in seiner Laufbahn elf Länderspiele bestritten. Auf immerhin 51 Länderspiele kommt Alireza Beiranvand. Der 30-Jährige spielt allerdings nur in der heimischen Liga für Persepolis.

2. Abwehr:

Sadegh Moharrami, Rafael Leao
Pixsell/MB Media/GettyImages

Auf der rechten Abwehrseite ist der 26-jährige Sadegh Moharrami der stärkste Kandidat. Der 21-Jährige ist immerhin regelmäßiger Starter bei Dinamo Zagreb und hat mit dem kroatischen Klub in dieser Saison Champions League gespielt. Im Abwehrzentrum dürften Majid Hosseini von Süper-Lig-Klub Kayserispor gesetzt sein. Einen weiteren Innenverteidiger, der in Europa spielt, gibt es im Kader nicht. Demnach sollte die Wahl auf Hossein Kanaani fallen, der in Katar kickt. Die linke Abwehrseite dürfte Ehsan Hajsafi gehören. Der 32-Jährige von AOK Athen hat den Erfahrungsschatz von 114 Länderspielen vorzuweisen.

3. Mittelfeld:

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ERWIN SCHERIAU/GettyImages

Einen wirklichen Mittelfeldchef mit Erfahrung in einer Top-Liga hat Iran im Gegensatz zu einigen anderen kleineren Nationen nicht. In der Startelf dürfen wir Ahmad Nourollahi erwarten, der für Shabab Dubai kickt und 25 Länderspiele auf der Habenseite hat. Wer sein Mittelfeldpartner wird, ist schwer zu sagen. Von allen No-Names ist Milad Sarlak zumindest derjenige mit dem höchsten Marktwert. Der 27-jährige spielt wie einige Nationalspieler für Persepolis.

Im rechten offensiven Mittelfeld ist seit vielen Jahren Alireza Jahanbakhsh die Nummer eins. Der 64-malige Nationalspieler kickt für Feyenoord und hat in der laufenden Saison immerhin schon zwei Europa-League-Treffer markiert. Sein Pendant auf der linken Seite dürfte Saman Ghoddos sein. Der 29-Jährige ist der einzige Premier-League-Akteur im Team und spielt für den FC Brentford. Dort kommt er zwar nur zu Joker-Einsätzen, ist aber dennoch die beste Wahl für das Nationalteam.

4. Angriff:

FBL-EUR-C1-PORTO-ATLETICO
MIGUEL RIOPA/GettyImages

Der Angriff ist der mit Abstand beste Mannschaftsteil der iranischen Nationalmannschaft. Hier lässt sich mit Sardar Azmoun und Mehdi Taremi eine prominente Doppelspitze bilden. Azmoun konnte bei Bayer 04 Leverkusen zwar nicht überzeugen und in dieser Saison kein Tor erzielen, ist aber grundsätzlich ein starker Spieler und Techniker. Das hat er sowohl bei St. Petersburg, als auch in der Nationalmannschaft gezeigt. Für den Iran hat Azmoun in 63 Spielen 41-mal getroffen. Von einer solchen Quote träumt man in Leverkusen. Der 27-Jährige könnte ein wenig zurückgezogen im Vergleich zu Taremi agieren.

Dieser ist mit seiner Größe von 1,87 Metern perfekt als Stoßstürmer geeignet, wenngleich er auch gerne auf die Flügel ausweicht. Der 30-Jährige spielt eine absolute Mega-Saison für den FC Porto und steht bei 13 Saisontoren und sieben Vorlagen. Alleine in der Champions League hat Taremi fünf Tore und zwei Assists vorzuweisen. Demnach hat Taremi, der auch immerhin schon 29 Länderspieltore erzielt hat, Azmoun den Platz als Star im Team streitig gemacht.

Die beste Iran-Aufstellung im Überblick

Amir Abedzadeh - Sadegh Moharrami, Majid Hosseini, Hossein Kanaani, Ehsan Hajsafi - Ahmad Nourollahi, Milad Sarlak - Alireza Jahanbakhsh, Saman Ghoddos - Sardar Azmoun, Mehdi Taremi

Fazit:

Der Iran gehört zu den glasklaren Außenseitern bei der WM. Man darf jedoch nicht den Fehler machen und das Team über einen Kamm mit Katar zu kehren. Immerhin musste sich der Iran ja auch in der WM-Quali durchsetzen. Insbesondere in der Offensive ist das Team auch durchaus konkurrenzfähig besetzt. Taremi gehört derzeit zu den gefährlichsten CL-Torjägern und auch Azmoun hat zweifellos seine Qualitäten. Es gibt gar nicht so wenige iranische Nationalspieler, die in dieser Spielzeit in europäischen Pokal-Wettbeweben vertreten waren/sind.

In Summe dürfte aber insbesondere die Qualität im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung nicht ausreichen, um die Gruppenphase zu überstehen. Auf solchen Positionen braucht man schließlich Spieler, die Erfahrung auf Top-Niveau vorzuweisen haben. Prinzipiell ist eine minimale Chance auf das Achtelfinale schon da. Gegen England wird man keine Chance haben, Wales und die USA sind jedoch keine Nationen, die man sicher in einem WM-Halbfinale sieht. Demnach ist die Ausgangslage vergleichsweise günstig. Trotzdem hat man auch gegen Wales und die USA normalerweise schlechte Chancen.

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