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WM-Hintertür für Italien zu: FIFA stellt Verfahren gegen Ecuador ein

Simon Zimmermann
Byron Castillo
Byron Castillo / Franklin Jacome/GettyImages
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Für Italien hat sich auch das letzte Hintertürchen für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft geschlossen. Der Europameister wird in Katar definitiv nicht an den Start gehen. Die FIFA hat die Ermittlungen gegen Ecuador am Freitag offiziell eingestellt.


Was war passiert und warum hatten Italien und Chile, das ebenfalls noch gehofft hatte, doch noch eine kleine Chance aufs WM-Ticket?

Ecuador hatte sich in der Südamerika-Qualifikation als Tabellenvierter die WM-Teilnahme gesichert. Der chilenische Fußballverband hatte jedoch gegen die Zulassung von Ecuador in Katar bei der FIFA geklagt.

Grund dafür ist Rechtsverteidiger Byron Castillo, der nach Angaben der Chilenen für das Nationalteam gar nicht spielberechtigt gewesen sein soll. Er sei kein Ecuadorianer, sondern in Wahrheit Kolumbianer - so der Vorwurf.

Der kuriose Fall des Byron Castillo

Der chilenische Verband reichte bei der FIFA Dokumente ein, die diesen Verdacht tatsächlich nahelegten. Laut SZ ist gesichert, dass es immer wieder Zweifel an der Authentizität seiner Papiere gab. Die Süddeutsche Zeitung berichtet zudem von einem Artikel in der Zeitung El Comercio, der besagt, eine Untersuchungskomission des ecuadorianischen Verbands (FEF) sei im Januar 2019 zu dem Schluss gekommen, dass Castillo Kolumbianer sei.

Zwei Jahre später folgte die Wende: Ein Gericht in Ecuador erklärte im September 2021 Castillos Daten für valide. Im Anschluss wurde er für die Nationalmannschaft berufen und lief für Ecuador in acht WM-Qualifikationsspielen auf.

FIFA stellt Ermittlungen gegen Ecuador ein

Am Freitagnachmittag teilte die FIFA nun offiziell die Entscheidung im Fall Castillo mit. "Nach der Prüfung der Eingaben aller Parteien sowie in Erwägung aller vorgebrachten Elemente hat die FIFA-Disziplinarkommission entschieden, das gegen den FEF eingeleitete Verfahren einzustellen", heißt es im Statment. Die Entscheidung kann zwar bei der FIFA-Berufungskommission angefochten werden, die Aussichten auf Erfolg sind tendieren aber gen Null.

Damit ist klar, dass Ecuador bei der WM in Katar teilnehmen wird. Die Chilenen müssen damit ihre Hoffnungen auf eine Teilnahme begraben. Und auch Italien wird als amtierender Europameister fehlen. Italien war als möglicher Nachrücker genannt worden, weil sie in der FIFA-Weltrangliste das am höchsten angesiedelte Team sind, das sich nicht qualifiziert hat.

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