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Wie der FC Bayern einen Abgang von David Alaba auffangen könnte

Oct 28, 2020, 12:46 PM GMT+1
Hat seinen Vertrag noch immer nicht verlängert: David Alaba
Hat seinen Vertrag noch immer nicht verlängert: David Alaba | Oleg Nikishin/Getty Images
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In den vergangenen Wochen wurde es ruhig um eine mögliche Vertragsverlängerung von David Alaba beim FC Bayern. Sport Bild will jedoch erfahren haben, dass auch die nächste Verhandlungsrunde gescheitert ist. Ähnlich wie bei Thiago würde der Verlust von Alaba schwer wiegen, aber auch der Abwehrchef kann ersetzt werden.

Die Verantwortlichen des FC Bayern hoffen weiterhin darauf, dass sich David Alaba auf eine Verlängerung seines Vertrags einlässt. Dieser endet Stand jetzt am 30. Juni 2021, und noch gibt es keinen Grund anzunehmen, dass sich daran etwas ändern wird.

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Die Münchner gehen zu Corona-Zeiten sparsam mit ihren Millionen um, das wurde besonders während der vergangenen Transferperiode deutlich. Zwar wurden für Leroy Sané 45 Millionen Euro an Manchester City überwiesen, doch im Anschluss kam Eric Maxim Choupo-Moting ablösefrei, Douglas Costa wurde ohne Leihgebühr ausgeliehen, Bouna Sarr kostete zehn Millionen Euro und Marc Roca neun Millionen Euro plus mögliche Boni in Höhe von sechs Millionen.

Auch wurde vermehrt in Interviews erwähnt, dass die Alaba-Seite das Angebot des Triple-Siegers kenne. Mehr scheinen die Verantwortlichen nicht bieten zu wollen; sonst wären die Gespräche wohl schneller vonstatten gegangen. Die neuesten Zeichen deuten daher auf einen Abschied hin. Sollte bis zum Jahresende keine Einigung gefunden werden, könnte sich dieser tatsächlich anbahnen - denn dann darf Alaba frei mit anderen Klubs verhandeln.

Hernandez, Boateng, Nianzou und ein potentieller Neuzugang können Alaba ersetzen

In der Defensive ist der Österreicher zum Abwehrchef in der Innenverteidigung aufgestiegen, nachdem er fast zehn Jahre als Linksverteidiger gedient hatte. Dort kämpfen mittlerweile Alphonso Davies und Lucas Hernandez um seinen Platz. Letzterer kann Alaba aber auch in der Rolle des linken Innenverteidigers ersetzen, sollte es hart auf hart kommen.

Lucas Hernandez
Auf dem ersten Blick könnte Lucas Hernandez in die Fußstapfen von David Alaba treten | Alexander Hassenstein/Getty Images

Im Falle einer Trennung können die Bayern den Verlust im Kollektiv kompensieren - so wie bei Thiago. Es könnte entweder ein neuer Linksverteidiger kommen und statt Hernandez mit Davies konkurrieren oder aber ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet werden. Außerdem könnte der 2021 endende Vertrag von Jerome Boateng noch einmal um ein Jahr verlängert werden. Der Weltmeister von 2014 will allen voran wegen Hansi Flick nicht ausschließen, sich weiter an den Verein zu binden.

Mit Tanguy Nianzou wurde zudem ein Top-Talent ablösefrei von Paris St. Germain verpflichtet. Der 18-Jährige hatte sich kurz nach seiner Ankunft in München bei der französischen U20-Nationalmannschaft verletzt, wird in den Augen von Ex-RB-Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick spätestens in zwei Jahren einen Stammplatz erobert haben. Nach seiner Rückkehr wird Nianzou behutsam aufgebaut und an das Niveau in München herangeführt, mit Hernandez, Boateng, Alaba und Niklas Süle ist die Konkurrenz groß; doch sollte einer von ihnen gehen, wäre die Aussicht auf Spielzeit größer.

Der Anfang vom Ende einer erfolgreichen Ära

Allerdings gehört Alaba zur Sieger-Achse von Flick. Gegen und mit dem Ball glänzt er nicht nur mit seinem Tempo und seiner Übersicht, vielmehr ist er einer der Lautsprecher auf dem Spielfeld. Alaba koordiniert die Höhe der Abwehrlinie, bestimmt, wann sie herausrückt oder sich fallenlässt. Genauso ist jedoch spürbar, wie die öffentliche Hängepartie um seine Zukunft auf sein Gemüt schlägt. Schon seit dem Champions-League-Turnier in Lissabon schwächelt er hin und wieder, konstant gute Leistungen waren zuletzt eher von seltener Natur.

David Alaba
Von seiner Bestform ist David Alaba ein gutes Stück entfernt | Alexander Hassenstein/Getty Images

Sollte sich der 28-Jährige dazu entscheiden, den FC Bayern nach 13 Jahren zu verlassen, werden Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic auch in diesem Fall eine Lösung finden. Mit dem vorhandenen Personal inklusive eines Nachwuchsspielers (wie Chris Richards) oder eines externen Neuzuganges (wie Dayot Upamecano?) könnte auch ein potentieller Verlust von Alaba kompensiert werden.

Jedoch wäre es das unrühmliche Ende einer langen und erfolgreichen Partnerschaft, die für neun Meisterschaften, sechs Pokalsiege und zwei Champions-League-Titel steht. Gleichwohl werden auch andere langjährige Leistungsträger wie Boateng, Javi Martinez, Manuel Neuer oder Thomas Müller, die allesamt schon beim Triple-Erfolg 2013 dabei waren, den Verein eines Tages verlassen. Ein Abgang von Alaba (und wohl auch von Martinez) wäre das Anfang vom Ende einer extrem erfolgreichen Ära.

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