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Werders ablösefreie Transfers seit 2000: Das Ranking der preiswerten Neuzugänge

Janne Negelen
Mar 16, 2021, 9:37 AM GMT+1
Für Bartels musste Werder keine Ablöse zahlen
Für Bartels musste Werder keine Ablöse zahlen | Tony Marshall/Getty Images
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Seit einigen Jahren kämpft Werder Bremen mit finanziellen Problemen. Riesige Transfersummen konnten die Norddeutschen nicht investieren. Dafür schlugen zuletzt einige ablösefreie Transfers an der Weser ein. Unter den 33 Akteuren hinterließen manche Stars einen besonders nachhaltigen Eindruck.

33. Samuel Jesus - 2010/11

Den Anfang macht Samuel Jesus. Für ein halbes Jahr stand der Brasilianer bei Werder unter Vertrag. Gesehen hat man vom Innenverteidiger allerdings nie etwas. Nicht einmal tauchte er im Kader auf. Im Sommer 2011 ging es auch schon wieder zurück in die Heimat.

32. Nico Pellatz - 2007/08

Eredivisie Promotion/Relegation Play Off - Sparta Rotterdam v Willem II
Durch die große Torhüter-Konkurrenz konnte sich Pellatz nie beweisen | VI-Images/Getty Images

Schon 2007 wechselte Nico Pellatz von der Hertha an die Weser, wo er kaum eine Rolle spielen sollte. Nur einmal kam er im DFB-Pokal zu Einsatzminuten. Dort fing er sich zwei weniger folgenschwere Gegentore ein. Danach ging es für ihn nach Zypern.

31. Richard Strebinger - 2012/13

FBL-GER-BUNDESLIGA-BREMEN
Strebinger spielte in Bremen kaum eine Rolle | CARMEN JASPERSEN/Getty Images

Richard Strebinger konnte in seinen vier Jahren in Bremen nicht über die Ersatz-Keeper Rolle hinauswachsen. Immerhin zwei Mal kam er in der Bundesliga zum Einsatz. Bei sechs Gegentreffern war seine Bilanz aber überschaubar. Ausgebildet wurde er vorher bei der Hertha, danach ging es über Umwege nach Österreich.

30. Jose-Alex Ikeng - 2008/09

Auch Jose-Alex Ikeng war nie für die erste Mannschaft vorgesehen. In der 3. Liga kam er für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart öfter zum Einsatz. In derselben Spielklasse machte der gebürtige Kameruner immerhin 33 Spiele für Werders zweite Auswahl. In den Folgejahren hörte man nur noch wenig vom Abräumer.

29. Michael Jürgen - 2002/03

Auf ein Pflichtspiel für die Bremer Profis brachte es Michael Jürgen nicht. Viel eher wurde der kurzzeitige Münsteraner bei der zweiten Mannschaft gebraucht. In seiner relativ kurzen Karriere spielte er quasi keine Rolle für die erste Auswahl.

28. Justin Eilers - 2016/17

Die Verpflichtung von Justin Eilers war mit wahnsinnig viel Pech verbunden. Der Angreifer kam immerhin mit reichlich Erfolg von Dynamo Dresden, war aber sofort nach seiner Ankunft verletzt. Der Pechvogel nahm so gut wie jede Blessur mit und blieb so ohne einen einzigen Profi-Einsatz für den SVW.

27. Niklas Andersen - 2008/09

Schon vor einigen Jahren wurde Niklas Andersen von Rot-Weiß Essen verpflichtet. Über die kommenden Jahre sollte er vor allem die zweite Mannschaft verstärken, sammelte aber auch 14 Erstliga-Minuten. Nach der relativ ereignislosen Zeit im Norden ging es für den Dänen nach Chemnitz.

26. Aleksandar Stevanovic - 2011/12

Friendly - Werder Bremen v Ajax
Stevanovic absolvierte nur fünf Pflichtspiele für Werder | VI-Images/Getty Images

Immerhin stand dagegen Aleksandar Stevanovic fünf Mal auf der großen Bühne. 2011 von Schalkes Jugend gekommen, sammelte er die meisten Minuten in Liga Drei. Zeitweise fand er sich aber im Erstliga-Kader wieder. Nach drei Jahren war das Abenteuer wieder vorbei.

25. Oscar Schönfelder - 2020/21

Germany U16 vs Portugal U16, UEFA Development Tournament Match
Schönfelder kam immerhin mit den Empfehlungen einiger U-Länderspiele | Getty Images/Getty Images

Von Oscar Schönfelder haben die Fans von Werder ebenfalls nicht viel gesehen. Zumindest besteht die Hoffnung, dass sich dies in naher Zukunft ändert. Nicht nur für die Mainzer Jugend konnte er sich empfehlen. Ab dem Sommer soll der 20-Jährige auch bei den Profis anklopfen.

24. Patrick Erras - 2020/21

FBL-GER-BUNDESLIGA-NUERNBERG
Erras spielt auch verletzungsbedingt kaum eine Rolle | CHRISTOF STACHE/Getty Images

Eine große Enttäuschung ist in dieser Saison Patrick Erras. Ablösefrei aus Nürnberg gekommen, sollte er die Problemstelle im defensiven Mittelfeld beheben. Das gelang dem groß gewachsenen Hünen überhaupt nicht. Erst vier überwiegend kurze Einsätze konnte er bisher vorweisen. Dazu war er mehrere Wochen verletzt.

23. Thanos Petsos - 2016/17

FK Austria Wien v WSG Swarovski Tirol - tipico Bundesliga
In Bremen sollte es für Petsos nie laufen | Thomas Pichler/Getty Images

Im hohen Norden versuchte Thaons Petsos ab 2016 sein Glück. Der Grieche hatte genug Erfahrungen in Deutschland gemacht und stand sogar für die Nationalmannschaft vier Mal auf dem Rasen. Bei Werder war dem durchaus talentierten Mittelfeldspieler aber kaum etwas vergönnt. Schnell verschwand Petsos in der Versenkung.

22. Lennart Thy - 2016/17

Lennart Thy
Nur selten stand Thy für Werder auf dem Platz | Boris Streubel/Getty Images

Etwas erfolgreicher war Lennart Thy, der nach vier Jahren bei St. Pauli nach Bremen zurückkehrte. Zu seinen vorherigen Einsätzen kamen deshalb nur ein paar dazu. Immerhin gelangen ihm zwei Torbeteiligungen in den wenigen Profi-Minuten.

21. Andreas Wolf - 2011/12

Werder Bremen's defender Andreas Wolf ru
Für Bremen absolvierte Wolf immerhin 15 Ligaspiele | AFP/Getty Images

Mit jeder Platzierung in dieser Liste steigt auch die Bedeutung der jeweiligen Spieler. Ablösefrei zog es Innenverteidiger Andreas Wolf nach vielen Jahren in Nürnberg zu den Grün-Weiße, wo er immerhin noch die Hinrunde 2011 als Stammspieler absolvierte. Dabei zeigte sich der Abräumer relativ stabil.

20. Jaroslav Drobny - 2016/17

Jaroslav Drobny
Drobny blieb den Bremern vor allem aufgrund seiner Notbremse in Erinnerung | Boris Streubel/Getty Images

Als Konkurrenz für die Torhüter wechselte Jaroslav Drobny 2016 zu den Bremern. Größtenteils machte sich der Tscheche in seinen zwei Jahren als Wortführer bezahlt. Über zehn Einsätze kam er nicht hinaus - auch, weil er sich eine spektakuläre Rote Karte einfing. Heute versucht er sein Glück noch einmal in der Heimat.

19. Benjamin Goller - 2019/20

FBL-GER-BUNDESLIGA-BREMEN-LEIPZIG
Goller konnte sein Potenzal andeuten | PATRIK STOLLARZ/Getty Images

Durch viele Verletzungssorgen kam Benajmin Goller im vergangenen Jahr zu mehr Einsätzen als gedacht. Die ersten Eindrücke waren durchaus vielversprechend. Aktuell sammelt er Spielpraxis in der zweiten Liga und soll ab dem Sommer noch mehr bei Werder zeigen.

18. Lamine Sane - 2016/17

FBL-GER-BUNDESLIGA-LEIPZIG-WERDER-BREMEN
In seiner ersten Saison konnte Sane annähernd überzeugen | ROBERT MICHAEL/Getty Images

Auch wenn Lamine Sane nur ablösefrei verpflichtet wurde, erhoffte man sich vom Senegalesen deutlich mehr. Ganze 40 Spiele verbuchte er für den SVW, wo er teilweise starke Leistungen zeigte. Doch nach einigen erfolgreichen Monaten konnte er seine Qualitäten nicht mehr konstant aufbringen und war ein Hauptgrund für die schwache Defensive zwischen 2016 und 2018.

17. Izet Hajrovic - 2014/15

Izet Hajrovic
Hajrovic konnte seine Qualitäten nie so richtig rüberbringen | Boris Streubel/Getty Images

Mit einigen Ambitionen kam Izet Hajrovic im Sommer 2014 von Galatasaray Istanbul zu Werder Bremen. Der Bosnier sollte mit seinen technischen Fähigkeiten das Mittelfeld beleben. Zu selten konnte er aber die Taktgeber-Rolle auf dem Feld einnehmen. Vier Torbeteiligungen glückten ihm in 41 Partien. Auch eine zwischenzeitliche Leihe nach Eibar half nur wenig weiter.

16. Alejandro Galvez - 2014/15

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Galvez erlebte zwei ordentliche Jahre an der Weser | CARMEN JASPERSEN/Getty Images

Für zwei Jahre verstärkte sich der SVW mit Alejandro Galvez, der ohne Ablöse aus Vallecano kam. So schlecht lief es für den Innenverteidiger an der Weser auch nicht. Immerhin zeigte sich der Abräumer konstant, wenn auch etwas behäbig. Danach kehrte er nach Spanien zurück.

15. Mikael Silvestre - 2010/11

Mikael Silvestre
Silvestre war mehr als nur eine Notlösung | Boris Streubel/Getty Images

2010 konnte sich Werder sehr glücklich schätzen, einen so gestandenen Spieler unter Vertrag genommen zu haben. Mit Mikael Silvestre kam ein enorm erfahrener Abwehrspieler, der die gesamte Saison an der Weser blieb. Nicht umsonst war er trotz seines Alters überwiegend gesetzt.

14. Assani Lukimya - 2012/13

Assani Lukimya
Lukimya pendelte immer wieder zwischen Genie und Wahnsinn | Boris Streubel/Getty Images

Assani Lukimya gehörte ebenfalls zum illustren Kreis der Innenverteidiger, die Werder seit 2010 mal wehr oder weniger verstärkten. Auch wenn der Kongolese nicht immer Top-Leistungen zeigen konnte, war er noch einer der stabilsten Abräumer. Aus Düsseldorf gekommen, blieb er vier Jahre an der Weser. Danach ging es für immerhin zwei Millionen Euro nach China.

13. Felix Wiedwald - 2015/16

Felix Wiedwald
Wiedwald machte oft keinen schlechten Eindruck | Boris Streubel/Getty Images

Nicht nur in der Abwehr wurde das Personal in den vergangenen Jahren häufiger gewechselt. Mit Felix Wiedwald fand 2015 ein Keeper den Weg nach Bremen, der die in ihn gesetzten Erwartungen übertroffen hatte und zeitweise Stammspieler wurde. Für ein längeres Engagement fehlte jedoch die Konstanz.

12. Felix Agu - 2020/21

Felix Agu
Agu bringt eine enorme Perspektive mit | Stuart Franklin/Getty Images

Vor der aktuellen Saison landete Werder einen echten Coup. Mit Felix Agu konnten die Grün-Weißen ein extrem gefragtes Talent ablösefrei unter Vertrag nehmen. Der Rechtsverteidiger gilt als enorm talentiert und spielt bei den Bremern eine immer größere Rolle. Vor allem sein Offensivdrang ist eine große Stärke.

11. Frank Fahrenhorst - 2004/05

Mathias Abel, Frank Farhenhorst
Fahrenhorst agierte als abgeklärter Abräumer | Stuart Franklin/Getty Images

Die Verpflichtung von Frank Fahrenhorst ist dagegen schon einige Jahre her. Im besten Alter verließ der Innenverteidiger den VfL Bochum und lief noch zwei Spielzeiten für die Bremer auf. Mit seiner gewohnten Abgeklärtheit und viel Ruhe wusste er durchaus zu überzeugen.

10. Claudio Pizarro - 2018/19

Claudio Pizarro
Pizarro konnte in seinem Herbst der Karriere nur selten seine Brillanz zeigen | Soccrates Images/Getty Images

Claudio Pizarro gehört sicherlich zu den größten Spielern, die je in Bremen unter Vertrag standen. Zahlreiche Treffer, viele begeisternde Momente und eine ganz einzigartige Art brachten ihm einen Legendenstatus ein. In dieser Liste taucht er aber auch als ablösefreier Transfer auf, da er 2018 noch einmal von Köln zu Werder ging. Natürlich war er im hohen Alter nicht mehr so herausstechend. Dennoch brachte er es auf 49 Einsätze und neun Tore nach seiner zweiten Rückkehr.

9. Kevin Möhwald - 2018/19

Kevin Möhwald
Möhwald hat seinen Platz behauptet | Stuart Franklin/Getty Images

Hätte Kevin Möhwald nicht zwischenzeitlich eine schwere Verletzung aus dem Rennen geworfen, wäre er noch weiter vorne in diesem Ranking gelandet. Der Mittelfeldspieler kam nach seinem Vertragsende aus Nürnberg und war sofort im Kampf um einen Stammplatz involviert. Spätestens in dieser Saison hat er sein Ziel erreicht. Als wichtiger Zweikämpfer hat er sich zum Leistungsträger aufgeschwungen.

8. Franco Di Santo - 2013/14

Franco Di Santo
Di Santo erlebte in Bremen seine beste Zeit | Boris Streubel/Getty Images

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre dürfte Franco Di Santo vom ein oder anderen Werder-Fan unterschlagen werden. Doch im Trikot des SVW wusste der aus England gekommene Argentinier in jedem Fall zu glänzen. Nach einem ordentlichen ersten Jahr ließ er eine richtig starke Saison folgen. Schalke 04 waren seine Qualitäten anschließend sechs Millionen Euro wert. Mehr konnte kein Star dieser Liste einbringen.

7. Pierre Wome - 2006/07

Pierre Wome
Das Muskelpaket Wome lieferte viele starke Spiele ab | Etsuo Hara/Getty Images

Für Pierre Wome wurde in seiner gesamten Laufbahn keine einzige Ablöse gezahlt. So kam der Kameruner auch preiswert nach Bremen. Als Linksverteidiger zeigte er stets starke Leistungen, bewies sich als Standard-Experte und konnte körperlich gegen jeden Angreifer mithalten.

6. Jurica Vranjes - 2005/06

Rangers' Belgian forward Thomas Buffel (
Vranjes übernahm viele Jahre die Schwerstarbeit in Werders Mittelfeld | ANDREW YATES/Getty Images

Auch Jurica Vranjes gehört zu den besten Spielern, die Werder je ablösefrei verpflichten konnte. Vorher lief der Mittelfeldspieler für Leverkusen und Stuttgart auf. Der Kroate, der nicht immer einen Stammplatz für sich behaupten konnte, war einer der zuverlässigsten Spieler im Werder-Kader.

5. Fin Bartels - 2014/15

Fin Bartels
Bis zu seinen Verletzungen war Bartels ein ganz wichtiger Bestandteil | Boris Streubel/Getty Images

Etwa sechs Jahre lief Fin Bartels für den SVW auf. Nach einer erfolgreichen Zeit bei St. Pauli versuchte sich der Flügelsprinter an der Weser durchzusetzen. Dies gelang dem kämpferischen Dribbler mit der Zeit immer besser. 131 Spiele absolvierte er bis zu seinem Wechsel nach Kiel. 46 starke Torbeteiligungen gelangen ihm in dieser Zeit.

4. Andreas Reinke - 2003/04

Andreas Reinke
Reinke beendete seine Karriere in Bremen mehr als versöhnlich | Shaun Botterill/Getty Images

Mit Andreas Reinke hatte Werder zu Beginn der 2000er Jahre lange ausgesorgt. Nach einem wenig erfolgreichen Engagement in Spanien kehrte der Keeper in die Bundesliga zurück - und übertraf die in ihn gesetzten Erwartungen deutlich. In den ersten beiden Spielzeiten verpasste er keine einzige Ligapartie. Danach wurde er zwar mehr und mehr abgelöst, doch seine Bilanz von 36 weißen Westen bringt ihn unter den ablösefreien Spielern weit nach vorne.

3. Ivan Klasnic - 2001/02

Ivan Klasnic
Klasnic bescherte Werder reichlich Treffer | Etsuo Hara/Getty Images

Als erster Star in den Top-3 findet sich Ivan Klasnic wieder. Der Kroate wagte von St. Pauli den Schritt in das Oberhaus. Als klassischer Torjäger hatte er wenige Anlaufschwierigkeiten und lieferte vor allem in der Liga Treffer am Fließband. Er gehört sicherlich zu den prägendsten Angreifern von Werder in diesem Jahrtausend. Nach sieben Jahren ging er nach Frankreich.

2. Tim Wiese - 2005/06

Werder Bremen's goalkeeper Tim Wiese sho
Wiese war mehr als nur eine schillernde Persönlichkeit | DAVID HECKER/Getty Images

Die ersten Platzierungen richtig einzuordnen, fällte bei den großen Namen besonders schwer. Zu den kostengünstigen Verstärkungen der jüngeren Geschichte gehörte nämlich auch Tim Wiese. Ganze 266 Duelle absolvierte er im Werder-Dress. Nicht nur wegen seiner emotionalen Ausbrüche und Glanzparaden wird er noch lange in Erinnerung bleiben. Einen so einzigartigen Keeper hatte Werder seit Wiese nie wieder.

1. Clemens Fritz - 2006/07

Clemens Fritz
Fritz war oft die einzige Konstante in den Bremer Krisenjahren | Boris Streubel/Getty Images

Auf den ersten Platz schafft es Clemens Fritz, der in seiner Bedeutung für die Bremer nahezu unübertrefflich war. In seinen elf Jahren ackerte der vorherige Leverkusener auf jeder erdenklichen Position. Später in seiner Karriere als Wortführer und Kapitän, schiffte er den Bremer Kahn auch durch die Krisenjahre. Viel wertvoller hätte ein ablösefreier Spieler kaum werden können.

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