8 potenzielle Trainerkandidaten für Werder Bremen

Marc Knieper
Frank Baumann (45) sucht für die kommende Saison einen neuen Cheftrainer für den SV Werder Bremen
Frank Baumann (45) sucht für die kommende Saison einen neuen Cheftrainer für den SV Werder Bremen / Stuart Franklin/Getty Images
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Thomas Schaaf soll und will den SV Werder im Saisonendspurt über die Ziellinie bringen, die Klasse notfalls über die Relegation halten und damit abschließend ein weiteres Erfolgskapitel seiner glorreichen Trainerkarriere am Osterdeich schreiben.

Im Anschluss übernimmt aller Voraussicht nach ein externer Mann das Kommando auf dem Chefsessel. Die Sport Bild listete unlängst fünf "aussichtsreiche" Kandidaten für die Trainer-Nachfolge des abstiegsbedrohten Bundesligisten.

90min blickt auf weitere potenzielle Kandidaten für das Trainer-Amt in der Hansestadt.


1. Andreas Herzog

Wird Andreas Herzog der neue Werder-Trainer?
Andreas Herzog (52) trainierte zuletzt die Nationalelf Israels / Guenther Iby/Getty Images

Den Anfang macht ein alter Bekannter. Andreas Herzog kickte von 1992 bis 2002 mit Ausnahme eines Bayern-Jahres für die Grün-Weißen. Nachdem der Österreicher unter anderem viereinhalb Jahre Jürgen Klinsmann in der US-Nationalmannschaft assistierte, trainierte er zuletzt die Nationalmannschaft Israels.

Der 52-Jährige flirtete schon häufiger mit einem Trainerjob in Bremen und soll laut österreichischen Medienberichten dieses Mal tatsächlich ein Kandidat für die Nachfolge von Florian Kohfeldt und Interimscoach Thomas Schaaf sein.

Herzog stritt die Gerüchte gegenüber Sky am Montag keinesfalls ab, scheint gegenüber einem Engagement auf dem Bremer Chefsessel nicht abgeneigt, möchte sich aber auch nicht selber ins Spiel bringen.

Wie Herzog der BILD mitteilte, werde er im Sommer definitiven einen neuen Trainerjob übernehmen. "Wo, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Aber von Werder Bremen ist bisher niemand auf mich zugekommen."

Der klare Fokus am Weserstrand liegt natürlich auf dem Saisonfinale gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag. Aktuell kann Sportdirektor Frank Baumann den potenziellen Trainerkandidaten wegen des fraglichen Ligaverbleibs noch keine Perspektive aufzeigen. Die kommende Zeit - egal ob in Liga eins oder zwei - mit einem Ex-Spieler zu bestreiten, wäre definitiv der typische Werder-Weg.

2. André Breitenreiter

André Breitenreiter zu Werder Bremen?
André Breitenreiter (47) ist seit mehr als zwei Jahren vereinslos / Jörg Schüler/Getty Images

Eine gänzlich externe Lösung würde derweil André Breitenreiter bilden. Als aktiver Spieler schnürte der heutige Übungsleiter sogar 85 Mal für den rivalisierten HSV seine Fußballschuhe.

Als Coach stand Breitenreiter zuletzt im Januar 2019 bei Hannover 96 an der Seitenlinie. Zuvor trainierte er Schalke 04, den SC Paderborn und Regionalligist TSV Havelse.

Dabei war Breitenreiter durchaus erfolgreich - zumindest erfolgreicher als andere Coaches, die immer wieder mit freien Trainerposten in Verbindung gebracht werden. Die Schalker führte er 2016 sogar in die Europa League. Platz fünf führte dennoch zur Entlassung - nicht, weil man unzufrieden war, sondern weil in Persona Christian Heidel ein neuer Sportdirektor anheuerte, der seine eigenen Ideen umsetzte.

Bei seiner letzten Station in Hannover arbeitete er zwei Jahre ziemlich gut, hatte im zweiten Bundesligajahr einen kleinen Durchhänger und wurde ohne zu zögern entlassen. Eine Entscheidung, die nicht nur bei vielen Fans, sondern auch bei Breitenreiter selbst auf Unverständnis stieß.

Breitenreiter und Werder - eine gänzlich externe Lösung, die durchaus heiß werden könnte!

3. Christian Eichner

Christian Eichner zu Werder Bremen?
Christian Eichner (38) lässt seinen KSC effektiven Fußball spielen / Martin Rose/Getty Images

Während Herzog und Breitenreiter als vereinslose Kandidaten selbstverständlich ablösefrei an den Osterdeich wechseln könnten, müsste der SVW für Christian Eichner eine Ablöse zahlen. Der 38-jährige Übungsleiter des Karlsruher SC steht beim Zweitligisten noch bis 2022 unter Vertrag.

Eichner hat in Karlsruhe aus einer eher unterdurchschnittlichen Truppe eine echte Einheit geformt, die an sich glaubt und dadurch überdurchschnittlich gut dasteht. Mit 49 Punkten und Platz sieben befindet sich seine Elf einen Spieltag vor Schluss näher an den Aufstiegs- als an den Abstiegsrängen. Für den KSC - vor zwei Jahren noch in Liga drei - bedeutet das die beste Ligaplatzierung seit der Saison 2014/15, als man in der Relegation am HSV scheiterte.

Eichner weiß, wie man destruktiven und zugleich effektiven Fußball spielt, kann mit spielerisch schwächeren Mannschaften umgehen und scheint somit geeignet, ein wenig Ordnung in den Bremer Kader zu bringen.

4. Miroslav Klose

Miroslav Klose zu Werder Bremen?
Miroslav Klose (42) wird den FC Bayern im Sommer verlassen / Handout/Getty Images

Miroslav Klose verlässt die Bayern am Saisonende. Seit kurzem hat der 42-Jährige seinen Fußballlehrer-Schein in der Tasche. Damit bieten sich im Sommer "mehrere spannende Stationen" für den Co-Trainer von Hansi Flick.

"Ich bin mir sicher, dass zeitnah eine Entscheidung darüber fallen wird, was ich in der kommenden Saison machen werde", verriet Klose im Gespräch mit dem kicker. Falls Flick die Nationalelf übernimmt, so könnte Klose seinem bisherigen Chef folgen.

Ob Klose als frischgebackener Coach bereits das Zeug zum Bremer Hauptmann hätte, darf angezweifelt werden. Möglich scheint somit, dass er seinen aktuellen Kollegen Hermann Gerland, der den Klub als Co-Trainer nach 20 Jahren ebenfalls verlässt, mit in die Hansestadt lotsen würde.

Klose jedenfalls wäre - ebenso wie Herzog - genau das, was die Bremer als extern ansehen, ohne dabei den typischen Werder-Weg zu verlassen. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison dürfte ihn die Aufgabe an seiner alten Wirkungsstätte durchaus reizen.

Aber: Klose soll auch bei Fortuna Düsseldorf hoch im Kurs stehen, könnte laut übereinstimmenden Medienberichten zur neuen Saison das Cheftrainer-Amt am Rhein übernehmen.

5. Ludovic Magnin

Ludovic Magnin zu Werder Bremen?
Ludovic Magnin (42) gewann mit Werder 2004 das Double / RvS.Media/Monika Majer/Getty Images

Neben Klose könnte auch sein einstiger Mannschaftskollege Ludovic Magnin eine Rolle in Bremen spielen. Der 42-Jährige coachte von 2018 bis 2020 in 108 Spielen den FC Zürich, gewann gleich zu Beginn den Schweizer Pokal, dirigierte seine Elf in acht Europa-League-Spielen, kämpfte aber ebenso um den Abstieg.

Magnin kann alles - von Abstieg über Europa League. Genau die Spanne, die auch der SV Werder in den letzten Jahren unter Florian Kohfeldt anstrebte. Nach seinem Aus im Oktober 2020 nahm sich der Schweizer Übungsleiter bewusst ein wenig Pause, ab Juli kann und darf es dann aber wieder losgehen.

"Ich bin ein Trainer, der gerne die Ärmel hochkrempelt und Herausforderungen annimmt. Klar wäre ein Job in der Bundesliga attraktiv, aber ich würde auch wieder einen Top-Verein in der Schweiz übernehmen. Es muss einfach für beide Seiten passen", erklärte Magnin kürzlich in einem ausführlichen Interview mit transfermarkt.de.

Zu Werder hege er noch immer ein besonderes Verhältnis. Kein Wunder, denn 2004 gewann er unter anderem mit dem damaligen Kapitän Frank Baumann das legendäre Double. Gute Bekannte arbeiten noch immer im Verein, betont Magnin. Vielleicht ja schon bald gemeinsam mit ihm.

6. André Schubert

André Schubert zu Werder Bremen?
André Schubert (49) erreichte 2016 mit Gladbach die Champions League / Manuel Queimadelos Alonso/Getty Images

Zum Abschluss noch ein Trio der üblichen Verdächtigen. Sobald sich das Trainerkarussell dreht, taucht sein Name auf. André Schubert wurde nach nur sieben Spiel bei Holstein Kiel gefeuert. Seit September 2019 ist der 49-Jährige vereinslos.

Zuvor lief aber auch bei Schubert längst nicht alles falsch. 2018/19 sicherte er gemeinsam mit Eintracht Braunschweig den so wichtigen Klassenerhalt in Liga drei. 2015/16 führte er Borussia Mönchengladbach in die Champions League und schnupperte feinste Luft auf der Beletage des europäischen Fußballs - gegen Man City, Barça und Co.

7. Mirko Slomka

Mirko Slomka zu Werder Bremen?
Mirko Slomka (53) besuchte Werder bereits im Trainingslager auf Mallorca / Boris Streubel/Getty Images

Auch Mirko Slomka ist seit Ende 2019 auf Jobsuche. Zuletzt heuerte der 53-Jährige ein zweites Mal bei seinem Ex-Klub Hannover 96 als Cheftrainer an, wurde nach nur 13 Spielen aber wieder freigestellt.

Anfang Januar vergangenen Jahres besuchte Slomka den SVW während des Trainingslagers auf Mallorca - und trat dabei auch in einen Austausch mit Werders Sportchef Frank Baumann. Der Übungsleiter besuchte den Klub von der Weser vor allem, weil er sich immer gerne fortbilde, wenn er vereinslos ist. Erste Kontakte sind damit schon länger geknüpft.

8. Jens Keller

Jens Keller zu Werder Bremen?
Jens Keller (50) kennt die Bundesliga bereits aus Stuttgart und Schalke / Cathrin Mueller/Getty Images

Jens Keller blickt ebenso wie Slomka auf eine Schalker Trainer-Vergangenheit, trainierte obendrein allerdings auch den VfB Stuttgart, Union Berlin, den FC Ingolstadt und zuletzt Schalkes Freunde aus Nürnberg.

Seit Sommer 2020 steht Keller ohne Verein da. Die überstandene Relegation gegen Ingolstadt bestritt der "Glubb" bereits ohne ihn. Dennoch hatte der 50-Jährige immer ein "hervorragendes Verhältnis zur Mannschaft", so Ex-Sportvorstand Robert Palikuca.

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