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Werder Bremen

Die Perspektive aller Werder-Talente im Überblick

Marc Knieper
Die Perspektive von Niklas Schmidt und Co. im Überblick
Die Perspektive von Niklas Schmidt und Co. im Überblick / Cathrin Mueller/Getty Images
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Werder Bremen befindet sich weiter im Kaderumbau. Junge Spieler erhalten ihre Chance - und nutzen sie. Die Perspektiven aller Werder-Talente im Überblick.


1. Niklas Schmidt

Niklas Schmidt bei Werder Bremen voll und ganz angekommen
Niklas Schmidt (23) ist bei Werder voll und ganz angekommen / Selim Sudheimer/Getty Images

Zahlreiche Fans erwarteten bereits vor vier Jahren seinen Durchbruch am Osterdeich. Die Sommerpause im Jahr 2017 machte Schmidt allerdings einen Strich durch die Rechnung. Der trickreiche Mittelfeldmann kam mit Übergewicht aus der Pause. "Dickmops-Eklat bei Werder" titelte die Bild-Zeitung.

Übergewicht und die fehlende Überzeugung, sich als Profi durchzusetzen, ließen Schmidt lange auf seinen Durchbruch in Bremen warten. Nichtsdestotrotz gab der Klub den Kreativ-Akteur nie ab, verlieh ihn nach Wiesbaden sowie Osnabrück und stellte ihn am ersten Spieltag der laufenden Zweitliga-Saison mangels Alternativen in die Startelf.

Mittlerweile schmücken vier Assists und ein Tor aus neun Spielen das Statistik-Konto des 23-Jährigen. Seine Ecken und Freistöße sind punktgenau und brandgefährlich. Er hat sich eingegroovt beim SVW. Seine kürzliche Vertragsverlängerung zeigt: Schmidt kann und wird für Grün-Weiß noch eine Menge Verantwortung übernehmen.

2. Ilia Gruev

Kann Ilia Gruev bei Werder Bremen den Durchbruch schaffen?
Ilia Gruev (21) ist bei Werder vermehrt als Sechser gefragt / Martin Rose/Getty Images

Seit 2015 schnürt er in Bremen die Fußballschuhe. Dank des Ausfalls von Christian Groß (erst Gelb-Rote Karte, nun Knieverletzung) feierte Ilia Gruev im Spiel gegen Dynamo Dresden endlich auch sein Startelf-Debüt. Eine durchwachsene Partie, die er am Freitagabend gegen Heidenheim aber bereits vergessen ließ.

Vor über 30.000 Zuschauern packte der 21-Jährige nach nur zwei Minuten die perfekte Grätsche am Strafraumrand aus, erhielt Szenenapplaus und spielte auch in der Folge konsequent, sicher und geduldig weiter. "Er ist noch ein junger Spieler. Es wird also nicht immer so funktionieren wie heute", bremste Markus Anfang die Erwartungen auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Ob es künftig als Stammsechser reicht, bleibt abzuwarten. Die nötige Puste und Laufbereitschaft hat er allemal. Für die ruppige zweite Liga fehlen ihm aber gut und gerne sechs Monate auf der Hantelbank und eine dazugehörige Massephase.

3. Jean Manuel Mbom

Jean Manuel Mbom muss sich bei Werder wohl hinten anstellen
Jean Manuel Mbom (21) erhält weniger Spielzeit als in der abgelaufenen Saison / Frederic Scheidemann/Getty Images

Jean Manuel Mbom gehört in der laufenden Spielzeit gewiss zu den Verlierern im Bremer Kader. Während der 21-Jährige in der vergangenen Bundesliga-Saison nach neun Spielen auf 539 Minuten Einsatzzeit kam, schickte Trainer Markus Anfang seinen Schützling bis dato 386 Minuten auf das Spielfeld.

Unter Florian Kohfeldt noch gänzlich im Mittelfeld aktiv, bewirbelt Mbom derzeit die rechte Verteidigerseite. Eine Position, die der U21-Nationalspieler zwar schon kennt, an die er sich aber weiter herantasten muss. Rechtsverteidiger Felix Agu kommt nach seiner Muskelverletzung langsam, aber sicher wieder in Tritt. Gut möglich also, dass Mbom in dieser Saison noch häufiger ein Platz auf der Bank winkt.

4. Felix Agu

Die Perspektive von Werder-Youngster Felix Agu
Felix Agu (22) beackert die Außenbahn des SV Werder / Martin Rose/Getty Images

Mit "Top-Speed wie ein Zug" (Kenner des Felix Agu Songs wissen Bescheid) beackert der 22-Jährige die linke oder rechte Außenbahn. Ursprünglich als Erbe des verdienten Theodor Gebre Selassie verpflichtet, kann Agu auch deutlich offensiver agieren.

Mit der späten Leihe des erfahrenen Mitchell Weiser erhielt der gebürtige Osnabrücker noch einmal gehörig Konkurrenz auf der rechten (defensiven) Seite. Eine Startelf-Garantie hat Agu gewiss nicht. Als Joker von der Bank wird er künftig aber noch einmal gehörig Frische in das Bremer Spiel bringen.

5. Luca Plogmann

Luca Plogmann gilt als ewiges Bremer Torwart-Talent
Luca Plogmann (21) gilt als ewiges Torwart-Talent / VI-Images/Getty Images

Der gebürtige Bremer gilt schon äußerst lange als Torwart-Talent. Bereits 2018 feierte er sein Profidebüt für Grün-Weiß. Bei bisher 37 Minuten zwischen den Pfosten blieb es dann aber auch.

Die Leihe nach Meppen sollte dem beidfüßigen Keeper die nötige Spielpraxis liefern. Aber: Ein Patellasehnenriss machte dem Youngster einen Strich durch die Rechnung. Luca Plogmann war und ist ein Pechvogel. Nach nur acht Spielen für den Drittligisten ging es frühzeitig zurück an die Weser.

Mittlerweile ist der 21-Jährige wieder fit. Während des Konkurrenzkampfes im Sommer war Plogmann hinter Jiri Pavlenka, Michael Zetterer und Stefanos Kapino (mittlerweile bei Bielefeld) lediglich die vierte Option für das Bremer Tor.

Das dürfte sich perspektivisch ändern. Spätestens im Sommer wird einer der beiden Haupt-Keeper (Pavlas oder Zetti) den Verein verlassen. Dann rückt Plogmann mindestens auf zur neuen Nummer zwei. Es ist weiter Geduld gefragt.

6. Kyu-hyun Park

Kyu-hyun Park wird seine Chance bei Werder Bremen bekommen
Kyu-hyun Park (20) muss sich weiter gedulden / Frederic Scheidemann/Getty Images

Geduld braucht es auch bei Werders Südkoreaner Kyu-hyun Park. Der Linksverteidiger wurde nach vorheriger Leihe im Sommer fest verpflichtet, stand bis dato sieben Mal im Zweitliga-Kader, wartet aber weiter auf seine Premiere im Werder-Dress.

Seine Chance wird gewiss kommen. Noch ist Park jung. Er muss sich weiter an sein neues Umfeld im Profifußball gewöhnen. Regionalliga für Werders Zweite (zwölf Spiele) oder 2. Bundesliga sind dann doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber: Park ist geduldig und hat die nötige Disziplin. Perspektivisch ist der 20-Jährige mindestens ein Rotationsspieler.

7. Lars Lukas Mai

Lars Lukas Mai hat als Leihspieler keine große Perspektive bei Werder
Noch nicht richtig angekommen: Lars Lukas Mai (21) / Martin Rose/Getty Images

Lasse Mai hat sich mit seinen Auftritten im Bremer Dress bis dato kaum mit Ruhm bekleckert. Seine Minuten wird die Leihgabe aus München sicherlich erhalten. Von Beginn an aufstellen sollte man den Innenverteidiger aber nur, wenn zwei aus dem Trio Toprak, Veljkovic und Friedl ausfallen.

Für die Statistik-Freunde hier noch Zahlen von vor einer Woche: Mit Mai in der Abwehrzentrale kassiert der SVW alle 42 Minuten ein Gegentor. Ohne Mai alle 97 Minuten.

8. Romano Schmid

Romano Schmid (21) hat eine starke Perspektive in Bremen
Romano Schmid (21) gehört zu den alten Hasen unter den Talenten / Martin Rose/Getty Images

Romano Schmid gehört gewiss zu den alten Hasen unter den Bremer Talenten. Bereits in der abgelaufenen Bundesliga-Saison lieferten seine Kreativität und sein Spielwitz eines der wenigen Lichtblicke im ansonsten tristen Werder-Spiel.

Die 2. Bundesliga gewährt dem trickreichen Österreicher häufig noch mehr Freiräume im Spielaufbau. Starke Stafetten mit Schmidt und Marvin Ducksch setzten zuletzt ansehnliche Offensivakzente.

Aber: Schmid verhaspelt sich auch gut und gerne. Falsche Entscheidungen und Hektik sowie zuletzt schwache Torabschlüsse standen auf dem Tagesprogramm. Nichtsdestotrotz kann "der Zauberer" so einiges am Ball. Das kann und wird Werder weiterhin helfen.

9. Oscar Schönfelder

Oscar Schönfelder (20) noch ohne Chance bei Werder
Oscar Schönfelder (hier im DFB-Dress) hat noch keine Chance bei Werder Bremen / Getty Images/Getty Images

Oscar... wer? Wirklich bekannt ist Schönfelder außerhalb Bremens sicherlich noch nicht. Kein Wunder, denn für die Grün-Weißen lief der 20-Jährige bis dato schlappe vier Minuten über das Grün. Während er im Pokal gegen Osnabrück sein Profidebüt feierte, kam er zuletzt gegen Heidenheim dank Einwechslung auf seine erste Spielminute in der 2. Bundesliga.

Auf viel Spielzeit kann und darf sich der Flügelflitzer in dieser Saison wohl noch nicht einstellen. Zu stark und flink scheint die Konkurrenz in der Offensive. Gut möglich, dass er noch das ein oder andere Mal bei der Reserve in der vierten Liga aushelfen wird.

10. Abdenego Nankishi

Abdenego Nankishi könnte bei Werder noch groß aufspielen
Abdenego Nankishi (19) besitzt eine Menge unentdecktes Potenzial / Christof Koepsel/Getty Images

Jemand, der dank Schnelligkeit und Antritt den Vortritt vor Schönfelder erhielt, heißt Abdenego Nankishi. Seit dieser Spielzeit sprintet sich der Deutsch-Angolaner förmlich in den Fokus. Sechs (Kurz-)Einsätze schmücken bereits sein Konto.

Mit seinem unberechenbaren Spielwitz gilt Nankishi als Geheimwaffe auf dem Flügel - ohne dabei bis dato große Torgefahr versprüht zu haben. Vor der Saison hatte er als eigentlich A-Jugendlicher noch keine zehn Spiele im Herrenbereich auf dem Buckel. Dass es in der 2. Bundesliga hier und da noch (gehörig) hapert, ist mehr als logisch.

Die aktuell (begrenzten) Einsatzzeiten sind perfekt dafür geeignet, dem Jungspund seine Schwächen aufzuzeigen und ihm gleichzeitig die Chance zu bieten, an sich zu arbeiten. Nankishi ist erst im Sommer 19 Jahre alt geworden. In ihm steckt noch eine Menge Potenzial.

11. Nick Woltemade

Nick Woltemade muss Spielpraxis sammeln
Kaum Spielzeit: Düstere Zeiten für Nick Woltemade / Cathrin Mueller/Getty Images

Zwei Mini-Einsätze und zuletzt gegen Dresden und Heidenheim nicht einmal im Kader. Bei Woltemade läuft es überhaupt nicht rund. Eine Leihe im Sommer wäre zumindest retrospektiv der logische Schritt gewesen. Fakt ist: Woltemade benötigt dringend Spielpraxis, um an seinem Spiel arbeiten zu können.

Die kurzfristige Perspektive des "Langen" sieht nicht gerade rosig aus. Sollte auch Niclas Füllkrug endlich wieder treffen, wird es noch düsterer. Bis zur Winterpause würde dem gebürtigen Bremer der ein oder andere Einsatz in der U23 gut tun. Mit einigen Buden im Gepäck hätte der 19-Jährige dann wieder das nötige Selbstvertrauen für den nächsten Konkurrenzkampf im Bremer Sturm.

12. Eren Dinkci

Eren Dinkci hat eine rosige Perspektive in Bremen
Eren Dinkci (19) soll laut Anfang noch häufiger ins Eins-gegen-eins gehen / Martin Rose/Getty Images

Deutlich besser zum Zug kommt hingegen Eren Dinkci. Chef-Coach Markus Anfang mag den Spielstil des quirligen Außenstürmers. Nun gab es sogar den "Fummel-Befehl" vom Trainer höchstpersönlich. Obwohl Dinkci gut und gerne im Eins-gegen-eins hängen bleibt, soll er genau damit weitermachen.

"Irgendwann findet Eren den [passenden] Moment, wann er noch einen Haken schlagen oder doch reinziehen muss. Durchs ständige Wiederholen wird er das lernen. Ich werde ihn immer wieder da reinpeitschen", sagte Anfang gegenüber der Bild.

Fünf seiner sechs Zweitliga-Spiele bestritt Dinkci von Beginn an. Häufig sorgte der Deutsch-Türke für gehörig Wirbel auf der Außenbahn. Die Gegenspieler tun sich zwar schwer gegen den schnellen und trickreichen Youngster, können ihn aber noch (zu) oft stoppen. Daran kann und wird Dinkci arbeiten. Seine Perspektive in Bremen erscheint - gerade unter Markus Anfang - durchaus rosig.

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