Werder Bremen

Scouting nach "Moneyball"-Prinzip: Werder hat zwei Klubs als Vorbilder

Yannik Möller
Frank Baumann
Frank Baumann / Stuart Franklin/GettyImages
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Um sich in Zukunft breiter und auch moderner aufzustellen, möchte Werder Bremen einen deutlich größeren Fokus auf die Arbeit mit Daten legen.


Auch im Fußball wird mit immer neuen, moderneren Methoden gearbeitet. Das kann beim Training sein, wo einige Vereine und auch Spieler im privaten Bereich das Thema Neuroathletik für sich entdecken. Oder auch bei Scouting und Transfers, wo immer genauere und umfassendere Daten Tag für Tag wichtiger werden.

Insbesondere beim zweiten Punkt möchte sich auch der SV Werder verbessern. Zwar auch, aber nicht nur, weil das Geld für größere Transfer-Investitionen fehlt, muss ein gewisser Fokus auf eine möglichst kosteneffiziente Scouting-Arbeit gelegt werden.

"Damit haben wir in den letzten Jahren schon angefangen", erklärte Frank Baumann im Interview mit der Bild. Der Sport-Geschäftsführer, der erst kürzlich bis 2024 verlängerte, wird diesen Arbeitsbereich weiter forcieren.

Vorbilder Midtjylland und Brentford: Bremen mit Fokus auf Daten-Auswertung

"Es geht nicht nur darum, die Daten für Transfers zu nutzen, sondern bei den aktuellen Spielern auch um Vertragsverlängerungen und die Einordnung in unsere Gehaltsstufen. Wir analysieren damit auch die Umsetzung unserer Spielidee", erklärte er die breitgefächerte Arbeitsweise mit Ausweitung im Daten-Bereich.

Der Verein werde sich in Zukunft "breiter aufstellen und weiter in den Einkauf von Daten, Datentools und Datenexperten investieren", so Baumanns Ankündigung. Als Vorbild nannte er Vereine wie Brentford aus England und Midtjylland aus Dänemark. Zwei Klubs, "die dies vermeintlich extrem betreiben".

Beide Vereine setzten frühzeitig auf einen sehr starken Daten-Fokus. Das grundsätzliche Ziel: Möglichst früh Spieler erkennen, die wenig später sowohl spielerisch als auch finanziell sehr wertvoll sein werden - und das bevor die Konkurrenz diese Spieler entdeckt. Dabei gehen sie nach dem Prinzip des Hollywood-Films "Moneyball" vor, der sich um die Oakland Athletics im Baseball dreht.

Frank Baumann, Mitchell Weiser
Frank Baumann mit Mitchell Weiser / Stuart Franklin/GettyImages

Während Midtjylland dänischer Meister wurde, schaffte Brentford den Aufstieg in die Premier League (zurzeit 14. Platz).

Baumann weiter: "Aber auch diese Arbeit ist ein Kostenfaktor, weil Daten eingekauft werden müssen und Personal eingestellt werden muss, um diese Daten auch richtig zu interpretieren." Deshalb werde Werder nicht nur auf die Daten schauen, sondern auch auf die Arbeit rundherum.

Erneut nannte der 46-Jährige das Beispiel Brentford: "Die arbeiten auch inhaltlich richtig gut mit den Spielern und investieren sehr viel in Personal und Infrastruktur. Es gibt Studien, die aufzeigen, dass für die Wertentwicklung zu zwei Dritteln die direkte Arbeit mit den Spielern verantwortlich ist."

So hat der Sport-Geschäftsführer, neben dem speziell zurzeit spannenden Tagesgeschäft, eine großflächige Vision vor sich. Diese wird er auch in den nächsten Jahren weiterführen.


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