Frauenfußball

Weltrangliste: Deutschland nach EM auf Platz 2, skandinavische Länder verlieren Punkte

Helene Altgelt
Germany v France: Semi Final - UEFA Women's EURO 2022
Germany v France: Semi Final - UEFA Women's EURO 2022 / Anadolu Agency/GettyImages
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Nach dem Finaleinzug bei der EM konnte Deutschland in der FIFA-Weltrangliste einige Plätze gutmachen und steht nun wieder auf Platz zwei. Auch England konnte sich deutlich verbessern, für Schweden, Dänemark und Norwegen ging es dagegen in der Liste etwas herunter. In den anderthalb Monaten seit der Veröffentlichung der letzten Liste hat sich einiges getan.


Die Gewinner

Deutschland

Mit etwas mehr als 50 Punkten Gewinn kann Deutschland ein ordentliches Plus verzeichnen und liegt jetzt auf Platz zwei hinter den USA. Der Vorsprung nach hinten ist allerdings deutlich kleiner als der Rückstand auf den amtierenden Weltmeister. Damit geht es für Deutschland drei Ränge nach oben, Halbfinalgegner Frankreich wurde überholt.

England

England profitierte erwartungsgemäß sehr vom Titelgewinn und auch vom Sieg gegen den ehemaligen Weltranglistenzweiten Schweden. Von Rang acht ging es auf den vierten Platz, der Gewinn an Punkten fällt mit 57 noch etwas höher aus als Deutschlands.

Sambia

Damit kann Sarina Wiegmans Team aber immer noch nicht dem Überraschungsdritten des Afrika-Cups, Sambia, das Wasser reichen. Fast 90 Punkte und damit 23 Plätze konnte das Team in der Weltrangliste aufsteigen - und das sogar ohne Topstürmerin Barbra Banda, die kontroverserweise vom Turnier ausgeschlossen worden war.

Island, Irland, Portugal und Jamaika mit Höchstplatzierungen

Island war bei der EM das Team der Unentschieden, die dadurch erreichten drei Punkte in der Gruppenphase reichten dann aber nicht zum Einzug ins Viertelfinale. Da zwei der Remisen gegen höher eingestufte Teams - Frankreich und Italien - waren, hatte die EM trotzdem einen positiven Effekt auf ihre Platzierung in der Weltrangliste, Platz 14 ist ein neuer Rekord.

Ebenso geht es Portugal, die bei dem 2:2 gegen die Schweiz ordentlich Punkte sammeln konnten. Auch gegen die Niederlande schlugen sie sich gut, auch wenn sie aus dem Spiel nichts Zählbares mitnehmen konnten. Damit steht Francisco Netos Team nun auf Platz 27. Irland dagegen nahm nicht an der EM teil, aber konnte trotzdem Punkte gewinnen und steht nun einen Rang vor den Ibererinnen.

Jamaika spielte bei der CONCACAF Championship ein starkes Turnier, das mit Platz drei und der WM-Qualifikation gekrönt wurde. Dementsprechend rutschten sie neun Plätze nach oben und sind nun auf Rang 42 eingestuft.


Die Verlierer

Kein guter Monat für Skandinavien

Island konnte ein paar Punkte gewinnen, für den Rest Skandinaviens lief es bei der EM allerdings nicht so rund. Schweden war als höchstplatziertes Team in den Wettbewerb gegangen und musste diesen Rang nun an Deutschland abtreten, befindet sich aber immer noch auf dem Podium. Norwegen dagegen verlor nach einer desaströsen EM mit 25 Minuspunkten den Anschluss an die Top-10 und ist nun auf Platz 14. Dänemark hatte es in der Gruppe mit Spanien und Deutschland sehr schwer, besiegte aber auch Finnland nur knapp und verlor daher auch ein wenig an Boden.

Nigeria verliert Serienmeister-Status und Punkte

Nigeria war als Favorit in den Afrika-Cup gegangen, schied dann aber im Elfmeterschießen gegen Marokko aus. Für die Weltrangliste war die Niederlage im Spiel um Platz drei gegen Sambia vermutlich noch bedeutsamer. Fast 70 Punkte mussten sie daher einbüßen, sind auf Platz 46 aber immer noch das einzige afrikanische Team in der Top 50.

Mexiko mit Fiasko bei Heim-Turnier

Anders als England konnte Mexiko den Heimvorteil im Juli nicht nutzen und schied bei der CONCACAF Championship sang- und klanglos auf dem letzten Gruppenplatz aus. Dafür geht es nun zehn Plätze herunter, auf Rang 36.


Neue Teams aufgenommen - Nordkorea immer noch in Top-10

Die Weltrangliste besteht mit der Aufnahme von vier neuen Ländern - Timor-Leste, Turkmenistan, Guinea-Bissau und Kambodscha nun aus 185 Ländern und damit so vielen wie nie zuvor. Die Neulinge ordneten sich allesamt im unteren Mittelfeld der Liste ein.

Wer durch die Top-10 scrollt, findet zunächst viele erwartbare Namen wie die USA, Deutschland oder Spanien. Dann aber folgt Nordkorea, ein Team, das in den letzten Jahren nicht gerade für viel Furore gesorgt hat. Dass sie immer noch auf dem zehnten Platz stehen, liegt daran, dass Nordkorea sehr lange kein Spiel mehr bestritten hat. Falls das bis März 2023 so bleibt, werden sie aus der Liste entfernt.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Weltrangliste natürlich nicht die absolute Wahrheit zeigt und die Listenplätze immer hinterfragt werden sollten - ein guter Anhaltspunkt für die Kräfteverhältnisse und wie sie sich verschoben haben, ist sie aber in den meisten Fällen schon.


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