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Weigl spricht über geplatzten PSG-Wechsel: "Streik kam nicht in Frage"

Julian Weigl
Seit der Rückrunde gibt Julian Weigl bei Benfica den Ton an. Dabei hätte er auch zu PSG gehen können, wenn der BVB dem Transfer zugestimmt hätte. | Soccrates Images/Getty Images

Im Winter wechselte Julian Weigl von Borussia Dortmund zum portugiesischen Traditionsverein SL Benfica. Ein Jahr zuvor zog es den Mittelfeldspieler beinahe zu Paris St. Germain, der Transfer scheiterte jedoch am Veto der BVB-Verantwortlichen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sprach Weigl über den geplatzten PSG-Wechsel, den er nicht erzwingen wollte.

Jahr für Jahr rutschte Julian Weigl in der internen Rangordnung beim BVB nach unten. Deshalb war der Mittelfeldspieler, der unter Thomas Tuchel den Durchbruch in der Bundesliga feiern durfte und zwischenzeitlich sogar für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde, unter Lucien Favre nur eine Randfigur. Im zentralen Mittelfeld genossen Axel Witsel und Thomas Delaney den Vorzug, weshalb Weigl häufig nur ein Platz in der Innenverteidigung blieb, wenn das Stammpersonal verletzt war.

Streiken oder Terror machen? Kam für mich nicht infrage.

Julian Weigl

Die Weichen begannen sich auf Abschied zu stellen, und im Winter 2019 hätte Weigl den BVB auch verlassen können. PSG, trainiert von Ex-Förderer Tuchel, klopfte an. "Da war die Aussicht, zu Paris St. Germain zu gehen, zu einem Trainer, von dem du weißt, was er von dir verlangt, und bei dem du große Chancen hast, dich weiterzuentwickeln, schon verlockend. Streiken oder Terror machen? Kam für mich nicht infrage", erinnert sich Weigl im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Julian Weigl
Trotz seiner damaligen Reservistenrolle musste Julian Weigl in Dortmund bleiben | TF-Images/Getty Images

Dass die Verantwortlichen die Freigabe verweigert haben, könne er allerdings nachvollziehen: "Wir hatten große Chancen, deutscher Meister zu werden, es waren viele Innenverteidiger verletzt", sagte Weigl. In der Rückrunde kam er aufgrund der wackeligen Defensivarbeit wesentlich häufiger zum Zug, spielte zur neuen Saison dann anfangs auch auf der Doppelsechs. Doch trotz 19 Startelfeinsätzen in 20 Pflichtspielen entschied sich der 24-Jährige im Winter dazu, das Angebot von Benfica anzunehmen - diesmal legte ihm der BVB keine Steine in den Weg.

"Ich hab gespürt: Ich brauche eine Veränderung. Im Winter zuvor hatte ich ein Angebot aus Paris, das ich gern annehmen wollte und um das ich auch gekämpft habe", erklärt Weigl den Wechsel nach Portugal. "Für mich war immer klar: Ich will auf jeden Fall mal ins Ausland." Bei Benfica hatte er auf Anhieb einen unangefochtenen Stammplatz im Mittelfeld, aufgrund der Corona-Krise liegt das letzte Pflichtspiel jedoch drei Monate zurück. Sobald der Ball auch in Portugal wieder rollt, dürfte er wieder den Ton beim Traditionsverein angeben.