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Was wäre eigentlich, wenn...Max Meyer seinen Vertrag auf Schalke verlängert hätte?

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SASCHA SCHUERMANN/Getty Images

Die Zeit von Max Meyer auf Schalke hat vor fast zwei Jahren ein trostloses Ende gefunden. Nach einer sehr erfolgreichen Saison sprach der heute 24-Jährige von Mobbing, ehe er sich unmotiviert auf die Bank setzte und S04 anschließend verließ. Wir blicken auf ein theoretisches Szenario: Was wäre, wenn Meyer seinen Vertrag (ohne Ärger) verlängert hätte?

Mit der Vizemeisterschaft für Schalke 04 endete die Saison 2017/18. Es war eine erfolgreiche Saison, aus der sich etwas Großes aufbauen lässt - das war zumindest die allgemeine Hoffnung am Ende der Spielzeit im Umfeld des S04. Mit Domenico Tedesco hatte man einen jungen, motivierten und bereits blau-weiß geimpften Trainer und dazu eine hungrige Mannschaft.

Meyer-Abgang mit Folgen für Schalke

Auch für Max Meyer war es eine persönlich erfolgreiche Saison. Neben dem Team-Erfolg fand der Youngster durch den Trainer wieder in die Spur. Er holte ihn aus seinen durchschnittlichen Leistungen und hauchte ihm im defensiven Mittelfeld neues Leben und Selbstvertrauen ein, was der gebürtige Oberhausener auch mit guten Spielen zurückzahlen konnte.

Im Endspurt der Saison folgte jedoch der Bruch mit den Knappen, inmitten möglicher Gespräche bezüglich eines neuen Vertrags - schließlich sollte er nicht ablösefrei wechseln. Nach mehreren kleinen Reibereien über den Verlauf von Wochen und Monaten holte Meyer dann zum Rundumschlag aus (via Bild): "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. In letzter Zeit fühlte sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an."

Leon Goretzka, Max Meyer
Goretzka und Meyer verließen Schalke zusammen - Was wäre wenn...? | TF-Images/Getty Images

Blickt man zurück und denkt über andere Szenarien in dieser Situation nach, kann an vielen Rädern gedreht werden - immerhin hatte der Abschied weitreichende Folgen, auch wenn so manches davon etwas abstrakt wirkt.

Meyer als Fixpunkt im defensiven Mittelfeld: Kein Rudy-Transfer, kein Fehlstart, keine Trainer-Entlassung?

Neben Leon Goretzka waren es auch die nun fehlenden Leistungen Meyers, die Schalke - dem gemeinen Konsens nach - in der vergangenen Saison nie wirklich hat ausgleichen können. Wäre er geblieben, hätte er mit Tedesco weiter an seiner speziellen Rolle arbeiten können. Diese lag defensiver als das, was der Mittelfeldspieler bislang gewohnt war. Womöglich hätte er ein absolut wichtiger Stammspieler im Spielaufbau werden können. Eine Position und Aufgabe also, die S04 versuchte, durch den 16-Millionen-Euro-Transfer von Sebastian Rudy zu kompensieren.

Wie Rudys Geschichte bei Königsblau verlief, bedarf keiner Nacherzählung. Der Bedarf nach Verstärkung wäre wohl gar nicht erst aufgekommen, wäre Meyer geblieben. Er hatte die Rudy angedachte Rolle zuvor übernommen und war nun einmal ein wichtiges Rückgrat der Vizemeister-Mannschaft. Tedesco wäre sicherlich an einer Festigung dieser Aufgabe interessiert gewesen.

Die Verpflichtung Rudys hingegen war schlussendlich auch ein Fehler, über den sowohl der Coach, als auch Sportvorstand Christian Heidel stolperten - vor allem der Trainer selbst, da er als absoluter Befürworter der Investition galt.

Max Meyer
TF-Images/Getty Images

Inmitten des katastrophalen Saisonstarts nach dem Sommer wäre ein stabiles defensives Mittelfeld sehr viel wert gewesen. Startransfer Omar Mascarell fand sich zu Beginn noch nicht wirklich zurecht. Ein Max Meyer, der motiviert und gestärkt an seiner Stelle gewesen wäre, hätte womöglich bei einer rechtzeitigen Rettung helfen können. Er kannte das Umfeld und auch diese Situation, in die er mit Markus Weinzierl bereits geraten war - auch unter ihm gab es fünf Niederlagen zum Saisonbeginn.

Um es überspitzt zu sagen: Vielleicht wären Tedesco und Heidel noch im Amt, wäre Meyer nicht gegangen. Oder zumindest einer der beiden. Natürlich handelt es sich dabei um ein extrem theoretisches Szenario, dessen Ausgang und Folgen keiner bewerten kann. Doch ein Gedankenspiel ist es definitiv wert. Auch wenn der 24-Jährige sicher nicht das Format eines Weltklassespielers hat, wie sein Berater Roger Wittmann laut Heidel erklärte, so wäre sein Verbleib sportlich doch sicherlich hilfreich gewesen - wer weiß, in welchem Umfang...