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Warum wurde Russland von der WM 2022 in Katar ausgeschlossen?

Jan Kupitz
Russland wurde von der WM 2022 ausgeschlossen
Russland wurde von der WM 2022 ausgeschlossen / Matthias Hangst/GettyImages
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Die russische Nationalmannschaft wird bei der Weltmeisterschaft in Katar nicht dabei sein. Nicht aus sportlichen Gründen, sondern wegen des Einmarsches russischer Truppen in der Ukraine, der dazu führte, dass Russland direkt von den internationalen Turnieren 2022 und 2023 ausgeschlossen wurde.

Wann hat der Krieg in der Ukraine begonnen?

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist seit Jahren aktiv. Im Jahr 2014 annektierte Russland einseitig das ukrainische Gebiet der Halbinsel Krim, und die zur Region Donbas gehörenden pro-russisch geprägten ukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk riefen sich selbst zu Republiken aus.

Am 21. Februar 2022 erkannte der europäische Riese beide Republiken an und entsandte Truppen in die beiden Gebiete. Am folgenden Tag trat der russische Föderationsrat zusammen und ermächtigte Präsident Wladimir Putin einstimmig, militärische Gewalt außerhalb der Grenzen Russlands einzusetzen.

Am 24. Februar 2022 kündigte Putin den Beginn einer "speziellen Militäroperation in der Ukraine" an, wie das russische Land die Invasion nennt. An diesem Tag begann der Krieg. Russische Raketen griffen mehrere ukrainische Städte an, während Bodentruppen in das Land eindrangen.

Sanktionen gegen Russland

Die Reaktionen in der ganzen Welt auf die Invasion waren schnell da, und der Fußball bildete keine Ausnahme. Die FIFA verhängte die ersten Sanktionen gegen Russland, darunter das Verbot, internationale Wettbewerbe auf russischem Boden auszutragen.

"Die FIFA möchte ihre Verurteilung der russischen Gewaltanwendung beim Einmarsch in die Ukraine bekräftigen. Gewalt ist niemals eine Lösung, und die FIFA drückt all jenen, die von den Geschehnissen in der Ukraine betroffen sind, ihr tiefes Mitgefühl aus. Wir fordern die dringende Wiederherstellung des Friedens und die sofortige Aufnahme eines konstruktiven Dialogs", erklärte der Weltfußballverband.

Außerdem warnte die FIFA, dass sie gemeinsam mit der UEFA und dem IOC einen Beschluss zum Ausschluss Russlands von allen internationalen Wettbewerben fassen könnte. "Es besteht die Möglichkeit, dass Russland von den WM-Play-offs und damit von der Weltmeisterschaft 2022 ausgeschlossen wird", hieß es damals.

Wladimir Putin gab nicht nach und am Montag, den 28. Februar, machte die FIFA mit Unterstützung der sechs Konföderationen ihre Drohung wahr und schloss Russland von allen internationalen Wettbewerben, die in den Zuständigkeitsbereich der FIFA fallen, für die Jahre 2022 bis 2023 aus. Dies bedeutete, dass Russland von der europäischen Playoff-Runde für die Weltmeisterschaft in Katar, für die es sich qualifiziert hatte, ausgeschlossen wurde und Polen sich direkt für das Playoff-Finale qualifizierte.

Die UEFA und das IOC schlossen sich der FIFA an und beschlossen ebenfalls, russische Vereine und Sportler von ihren Wettbewerben auszuschließen. "Nach den ersten Entscheidungen des FIFA-Rates und des UEFA-Exekutivkomitees, die zusätzliche Maßnahmen vorsahen, haben die FIFA und die UEFA heute gemeinsam entschieden, dass alle russischen Mannschaften, egal ob es sich um repräsentative Nationalmannschaften oder Fußballvereine handelt, bis auf Weiteres von der Teilnahme an FIFA- und UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen werden", heißt es in der Erklärung der beiden Organisationen.

Russland legte Berufung gegen Sanktionen ein

Russland war mit der Sanktion nicht einverstanden und legte Einspruch beim CAS ein, doch am 18. März weigerte sich das Sportgericht zunächst, die Sanktionen aufzuheben.

"Der Russische Fußballverband strebt die Wiederzulassung aller russischen Mannschaften und Vereine zu den FIFA- und UEFA-Wettbewerben an. Er hat einen Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung jeder angefochtenen Entscheidung gestellt", teilte die Einrichtung in einer Erklärung mit.

Trotz dieser anfänglichen Ablehnung war das Verfahren noch bis zum 30. März offen, als der russische Verband seinen Einspruch gegen die FIFA, die UEFA und das IOC zurückzog und die Sanktionen gegen Mannschaften und Sportler aufrechterhalten wurden.

Die russische Nationalmannschaft wurde endgültig aus dem Rennen um einen der letzten Plätze bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Katar ausgeschlossen. Auch an der Qualifikation für die EM 2024 darf die Sbornaja nicht teilnehmen.

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