Vorwürfe im DFB-Team: Will Nagelsmann zu viel?

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages
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Mit den zwei Testspiel-Niederlagen hat die Deutsche Nationalmannschaft die aufgekeimte Euphorie für die Europameisterschaft wieder eingerissen. Nun steht offenbar ein Vorwurf im Raum: Denkt und arbeitet Julian Nagelsmann mit der DFB-Auswahl zu sehr wie ein Vereins-Trainer?

Die Deutsche Nationalmannschaft hat ihr Jahr 2023 mit zwei verdienten Niederlagen beendet. War zuvor noch etwas Hoffnung aufgekommen, durch Julian Nagelsmann könne die DFB-Auswahl doch noch wichtige Schritte bis zur Europameisterschaft hinlegen, wurde diese Hoffnung in dieser Länderspielpause torpediert.

Bereits nach der 0:2-Niederlage gegen Österreich am Dienstagabend wurde gemutmaßt, dass Nagelsmann vielleicht zu viel möchte. Das scheint intern, also innerhalb der Mannschaft, tatsächlich der Eindruck zu sein.

Zu wenig Pragmatismus: Vorwürfe der Nationalspieler gegenüber Nagelsmann

Wie die Bild berichtet, werde innerhalb der Mannschaft "hinter vorgehaltener Hand" darüber diskutiert, dass sich Nagelsmann noch zu sehr als Klub-Trainer zu verstehen scheint. Das macht sich durch das Vorhaben, größere taktische Entwicklungen umzusetzen sowie eine bestimmte Idee von Fußball zeigen zu wollen, deutlich bemerkbar. Das Problem: Für ein solches Vorhaben gibt es zu wenig Zeit, zu wenige Trainingseinheiten und rundum zu wenig Spiele bis zur EM, um das alles umgesetzt zu bekommen.

Gleich mehrere Nationalspieler seien deshalb der Meinung, Nagelsmann müsse viel eher auf mehr Pragmatismus und weniger große Ideen umstellen - und damit eben Agieren wie ein Bundestrainer.

Trotzdem, so heißt es im Bericht weiter, ist die Stimmung gegenüber dem 36-Jährigen weiterhin positiv. Zweifel an seinen taktischen Fähigkeiten gibt es demnach keine. Allerdings scheint er zu viel zu wollen und somit keine eindeutige Linie vorgeben zu können. Und genau das, so die Meinung einiger Spieler, müsse derzeit aber im Fokus stehen.

Was bei der aktuellen Arbeit von Nagelsmann jedoch eher weniger gut ankommen soll, ist seine akribische Detailarbeit. Das soll sich in vielen Videoanalysen und häufigen Korrekturen im Training zeigen. Doch auch das scheint darauf zu fußen, dass er schlichtweg zu viel in zu kurzer Zeit umsetzen möchte. Und gerade weil er wenig auf pragmatische Lösungen setzt, sorgte auch die generelle Absage an eine gute Umsetzung an Defensivarbeit für etwas Unverständnis. Dennoch kann Nagelsmann weiterhin auf das Vertrauen der Spieler zählen.


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