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Champions League

Vorne harmlos, hinten Patzer - RB Leipzig schlägt sich gegen Liverpool selbst

Jan Kupitz
Poulsen und Co. waren viel zu harmlos
Poulsen und Co. waren viel zu harmlos / Laszlo Szirtesi/Getty Images
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RB Leipzig steht nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse bereits vor dem Aus. Im "Heimspiel" in der Budapester Puskas Arena unterlag der Tabellenzweite der Bundesliga dem FC Liverpool mit 0:2. Individuelle Fehler brachen den Rasenballern das Genick.

Tore:
0:1 Salah (53.)
0:2 Mané (58.)

Die letzten drei Pflichtspiele hatte das Team von Klopp verloren, dabei acht Gegentreffer geschluckt. Dementsprechend verunsichert fanden die Reds gegen die Leipziger auch ins Spiel. Die Nagelsmann-Elf, die überraschend mit Olmo und Nkunku im Doppelsturm begann, war dagegen sofort zur Stelle und hatte nach nicht einmal fünf Minuten die große Chance zur Führung: Nach einer Flanke von Angelino köpfte Olmo den Ball an den Innenpfosten - von dort sprang er nicht ins Tor, sondern zurück ins Feld. Nur wenige Zentimeter fehlten zum Traumstart!

Auch in den folgenden Minuten machten die Roten Bullen weiter Druck, konnten sich allerdings keine nennenswerte Möglichkeit mehr erarbeiten.

Ganz anders die Gäste aus Liverpool, die quasi aus dem Nichts zu ihrer ersten Torchance kamen (15.). Nach einem langen Ball von Alexander-Arnold tauchte Salah allein vor Gulacsi auf und wollte den RB-Keeper überlupfen. Der blieb jedoch lange stehen und konnte den Hochkaräter abwehren!

Nach dieser Szene entwickelte sich ein flottes Spiel, beide Teams waren nun auf Augenhöhe angelangt. Doch je näher es Richtung Pausenpfiff ging, desto besser wurde der LFC. Erst hatte Robertson mit einem frechen Versuch aus der Distanz Pech, dass er den Ball knapp über die Latte setzte. Dann traf Firmino zum vermeintlichen 1:0 - weil die Kugel bei der Hereingabe von Mané zuvor aber wohl minimal im Toraus war, wurde der Treffer zurecht aberkannt. Glück für die Leipziger, die sich hinten die eine oder andere kleinere Unachtsamkeit sowie unnötige Abspielfehler leisteten und vorne ohne echten Neuner nicht so gefährlich waren, wie es gegen alles andere als sattelfeste Reds möglich gewesen wäre.

In der zweiten Hälfte erwischte erneut RBL den besseren Start. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Nkunku die dicke Chance zur Führung, scheiterte jedoch an Alisson. Und wie das im Fußball häufig so ist: Wenn du deine Möglichkeiten nicht nutzt, wird das von einem Topteam eiskalt ausgenutzt - erst recht, wenn du dir in der Defensive auch noch eklatante Fehler leistet.

In der 53. Minute besorgte Salah den Führungstreffer für die Gäste, nachdem er einen komplett verunglückten Rückpass von Sabitzer aufgenommen und Gulacsi im Eins-gegen-eins keine Chance gelassen hatte. Nur fünf Minuten später sorgte erneut ein individueller Fehler der RB-Defensive für den nächsten Treffer: Nach einem langen Ball von Jones schlug Mukiele ein Luftloch - Mané bedankte sich, machte sich auf und davon und versenkte cool zum 2:0. Ein Doppelschlag, von dem sich die Nagelsmänner nicht mehr erholen sollten.

Zwar rannte Leipzig nach der eiskalten Dusche an, wollte mit aller Macht zumindest den Anschlusstreffer erzielen - doch wie schon in der Bundesliga wurden die Möglichkeiten entweder nicht gut genug zu Ende gespielt oder fahrlässig vergeben. Gegen Liverpool wurde einmal mehr deutlich, dass die Abgänge von Werner und Schick bislang nicht im Ansatz kompensiert wurden.

In der Nachspielzeit hatte ausgerechnet Hwang, bislang ein kompletter Fehlgriff, die größte Chance auf das 1:2, doch auch der Südkoreaner konnte den Ball nicht im Liverpooler Gehäuse unterbringen.

Insgesamt war es eine durchaus ärgerliche Niederlage für RB Leipzig, das viel Aufwand betrieb, offensiv allerdings nicht clever genug war und sich hinten zwei riesige Patzer erlaubte. Fehler, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden.

Klopp und die Reds haben dagegen alle Trümpfe in ihrer Hand und nach zuvor drei Pleiten in Folge endlich wieder Grund zum Lachen. Sein Team bekleckerte sich zwar nicht mit Ruhm, zeigte aber eine seriöse Leistung und war da, als sich die Gelegenheiten boten!

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