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VfB Stuttgart Transfers: Was ist bislang passiert - und wo herrscht noch Bedarf?

Dominik Hager
Verliert der VfB sein Erfolgs-Duo Sasa & Sosa?
Verliert der VfB sein Erfolgs-Duo Sasa & Sosa? / Alex Grimm/GettyImages
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Der VfB Stuttgart ist dem Abstieg in die Zweitklassigkeit nur knapp entronnen. Baustellen gibt es in Hinblick auf das Sommer-Transferfenster dennoch genügend. Dies liegt vor allem daran, dass die beiden Stars der Mannschaft, Borna Sosa und Sasa Kalajdzic, wohl vor einem Wechsel stehen und ersetzt werden müssen. Doch auch abgesehen von diesen beiden Personalien ist einiges am kochen. Wir verschaffen einen kleinen Überblick.


Was ist schon passiert?

Zugänge:

  • Konstantinos Mavropanos (3,2 Millionen Euro)
  • Hiroki Ito (400.000 Euro)
  • Thomas Kastanaras (eigene U19)

Viel passiert ist Stand jetzt noch nicht. Abwehr-Chef Mavropanos konnte für 3,2 Millionen Euro per Klausel fest verpflichtet werden und hat sich schon jetzt durch seinen Wertgewinn als echter Coup herausgestellt. Hiroki Ito konnte ebenfalls für 400.000 Euro langfristig gebunden werden. Der Japaner absolvierte bereits in der vergangenen Saison 29 Spiele.

Neben den beiden zuvor schon ausgeliehenen Spielern verstärkt zudem Thomas Katanaras den Profi-Kader. Der 19-Jährige hat in der abgelaufenen U19-Bundesliga-Saison in 20 Spielen 26-mal getroffen und fünf Buden aufgelegt. Ein Spieler also, der es auch bei den Profis schaffen könnte.
Mit Klement, Churnilov, Awoudja und Aidonis kehren zudem einige Leihspieler zunächst zurück zum VfB.

Abgänge:

  • Pablo Maffeo (3 Millionen Euro)
  • Daniel Didavi (ablösefrei/vertragslos)
  • Erik Thommy (ablösefrei/vertragslos)
  • Omar Marmoush (Leih-Ende)

Pablo Maffeo galt als hoffnungsvolles Talent, kam nach seinem Wechsel von Manchester City jedoch nie wirklich beim VfB und in der Bundesliga an. Erst seit seiner Leihe nach Mallorca blüht der Rechtsverteidiger wieder auf und wechselt nun fest auf die spanische Insel. Der VfB nimmt immerhin noch drei Millionen Euro mit.

Erik Thommy hat keinen neuen Vertrag mehr bekommen und wird mit einem Wechsel in die MLS in Verbindung gebracht. Mit Didavi hat auch der bisherige Top-Verdiener keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Das Ziel des 32-Jährigen ist unbekannt. Nach einjähriger Leihe und guten Ansätzen kehrt Omar Marmoush zum VfL Wolfsburg zurück. Die Wölfe sind wohl laut SWR bereit, den schnellen Offensivspieler für fünf Millionen Euro ziehen zu lassen. Möglich, dass sich für den VfB noch etwas ergibt, zunächst müssten aber Spieler verkauft werden.

Welche Baustellen gibt es noch?

An Baustellen mangelt es dem VfB gewiss nicht. Insbesondere in der Offensive fehlt es an verlässlichen und erfahrenen Spielern, wenn man mal berücksichtigt, dass Kalajdzic wohl noch geht, Marmoush zunächst zum VfL zurückkehrt und auch Thommy und Didavi keinen neuen Vertrag erhalten. Das verbliebene Personal mit Spielern wie Tomás, Faghir, Coulibaly und Klimowicz ist entweder noch sehr jung oder müssen in Person von Führich und Förster ihre Bundesliga-Tauglich noch nachhaltig nachweisen. Silas hingegen muss endlich mal dauerhaft fit werden. Mindestens ein Stürmer und ein offensiver Mittelfeldspieler mit Bundesliga-Niveau müssten noch dazu kommen.

Sorgen muss man sich auch im Mittelfeld-Zentrum machen. Atakan Karazor sitzt aufgrund von Vergewaltigungsvorwürfen in einem Knast auf Ibiza und keiner weiß genau, wie es um den Spieler steht bzw. was an der Vorwürfen dran ist. Der 25-Jährige müsste gegebenenfalls ersetzt werden, da außer Endo und Mangala (der auch gehen könnte) kein erfahrener Spieler auf dieser Position zur Verfügung steht.

Zudem gibt es Baustellen auf beiden Außenverteidiger-Positionen. Für Sosa auf links muss wohl ein Ersatz her und einen begnadeten Rechtsverteidiger hat man auch nicht. Zuletzt agierte Mavropanos dort gelegentlich, ist aber eigentlich ein Innenverteidiger. Generell würden dem VfB ein paar gestandene Bundesliga-Spieler gut tun. Fallen zwei, drei Stammspieler aus, wird es schnell mal eng, wie man in der abgelaufenen Saison gesehen hat.

Welche Spieler werden gehandelt?

Zuletzt wurden vor allem die beiden Bayern-Spieler Omar Richards und Joshua Zirkzee heiß gehandelt. Dies bestätigte der kicker. Das Duo könnte einen Verlust von Sosa und Kalajdzic zumindest ein wenig auffangen. In fortgeschrittenen Verhandlungen wird man sich aber wohl erst befinden, wenn die beiden "Einnahme-Quellen" verkauft sind. Es sei denn, es ergibt sich ein direkter Tausch mit den Bayern. Klar ist, dass Richards ein Verkaufskandidat ist und Zirkzee mehr Spielzeit haben will. Der VfB wäre für beide Kicker ein gutes Pflaster. Die Schwaben könnten zudem viel Potenzial mit immerhin schon ein wenig Erfahrung dazugewinnen.

Die Stuttgarter sollen sich zudem in den Poker um Kyereh vom FC St. Pauli eingeschaltet haben. Der offensive Mittelfeldspieler wird zudem von Freiburg, Mainz 05, Gladbach und Werder Bremen umworben. Der Spieler könnte mit Kreativität und Torgefahr einen Mehrwert bieten. Eine weitere Offensiv-Option ist laut Matteo Moretto der Espanyol-Linksaußen Nico Melamed. Der 21-Jährige soll jedoch auch Anfragen aus England und Italien haben und ist vertraglich noch bis 2024 gebunden. Seit einem Monat gibt es keine Neuigkeiten mehr. Wie bereits oben erwähnt könnte auch der zuletzt geliehene Marmoush für das kommende Jahr ein Thema werden.

Im Defensivbereich könnte neben Richards auch Rechtsverteidiger William Mikelbrencis eine Option sein. Der 18-jährige Franzose vom FC Metz hat nur noch bis 2023 Vertrag und wird laut französischen Medien mit dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln in Verbindung gebracht.
Laut Sky Sport mischen die Schwaben auch im Poker um Kai Wagner mit. Der 25-jährige deutsche Linksverteidiger wechselte 2019 zu Philadelphia in die MLS. Nun sollen ihn Hertha, Leeds United und der VfB nach Europa locken wollen.

Zu nennen wäre außerdem der 25-jährige Riechedly Bazoer. Laut der niederländischen Zeitung De Gelderlander wirbt der VfB Stuttgart um den früheren Wolfsburg-Spieler. Dieser wurde einst als großes Mittelfeld-Talent gefeiert, konnte den Erwartungen aber nicht Folge leisten. Beim PSV Eindhoven kickte er zuletzt als Innenverteidiger und hat sich sportlich wieder berappelt. Der Spieler möchte in die Elftal: ob der VfB da helfen kann? Mehr als das Gerücht aus dem Mai ist bislang nicht durchgedrungen.

Wer könnte den VfB verlassen?

Ein Abgang von Sasa Kalajdzic ist zumindest sehr wahrscheinlich. Derzeit scheint das Pendel wieder weg von den Bayern und hin zum BVB zu kippen. Laut BILD-Angaben möchte Dortmund nach der Nations League die Gespräche intensivieren. Mit Tottenham Hotspur hat sich aber ein weiterer großer Klub angeschickt, bei der Jagd mitzumachen. Der VfB arbeitet derweil an einer Vertragsverlängerung, wird diese aber wohl nicht durchbringen. Immerhin weiß man aber, dass der Österreicher die Schwaben nicht ablösefrei verlassen wird. Tendenz: Kalajdzic geht im Sommer nach Dortmund.

Nicht viel weniger wahrscheinlich ist ein Abgang von Borna Sosa. Der Linksverteidiger hat sich mit seinen präzisen Flanken einen Namen gemacht und ist laut Ruhr24 weiterhin eine Option beim BVB. Auch in München soll man sich mit dem Spieler schon beschäftigt haben, weil Nagelsmann als großer Fan gilt. Laut Chelsea-Experte Bobby Vincent haben auch die Blues den 24-Jährigen auf dem Zettel. Sosa könnte die Nachfolge von Marcos Alonso antreten, der mit Barca in Verbindung gebracht wird.

Der dritte Key-Player, der im Sommer gehen könnte ist Orel Mangala. Der 24-jährige Belgier wurde bereits mit Manchester United und Atlético Madrid in Verbindung gebracht, jedoch gibt es dazu keine neuen Informationen. Angesichts der Tatsache, dass der VfB keinesfalls alle drei Top-Spieler verkaufen möchte, ist es wahrscheinlich, dass Mangala bleibt.

Möglicherweise könnte auch Mateo Klimovicz den VfB verlassen. Charlotte FC aus der nordamerikanischen Major League Soccer ist nach Informationen von transfermarkt.us am 21-jährigen Mittelfeldspieler interessiert, der nach guten Ansätzen im Vorjahr zuletzt nicht mehr überzeugen konnte.

Fazit: Was ist für den VfB möglich?

Derzeit ist es fast unmöglich, Prognosen abzugeben, da vieles vom weiteren Transfer-Geschehen abhängt. Sollten Kalajdzic und Sosa den Verein verlassen - was sehr wahrscheinlich ist - müssen die Neuzugänge sitzen. Dabei reicht es auch nicht, wie üblich 18- bis 20-jährige Talente zu holen, sondern es müsste schon auch gestandene Qualität her. Leute wie Richards oder Zirkzee könnten diese womöglich liefern, sind aber auch Risiko-Kandidaten.

Stand jetzt kann man so seine Zweifel haben, dass es dem VfB gelingt, die drohenden Abgänge zu kompensieren. Im Vergleich zur abgelaufenen Saison werden sicherlich aber auch einige Talente Fortschritte machen. Bei Spielern wie Faghir, Tomás oder Coulibaly darf man Hoffnung haben. Zudem können auch Kicker wie Mavromapnos oder Mangala weiter zu Führungsspielern reifen. Dies wird aber auch nötig sein. Silas, wenn endlich wieder konstant fit, ist zudem ein langer vermisster X-Faktor.

Mit Schalke und Bremen sind starke Teams aufgestiegen, die sicherlich kein Kanonenfutter sein werden. Demnach gibt es in Hinblick auf nächste Saison keinen klaren Abstiegskandidat. Der VfB gehört zu sechs, sieben Vereinen, die es am Ende treffen kann. Ein Mittelfeldrang wäre zwar überraschend, aber keineswegs unmöglich. Potenzial hat die Truppe, es benötigt nur weitere Entwicklungsschritte und ein gutes Händchen auf dem Transfermarkt.


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