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VfB Stuttgart

Mislintats Kader-Puzzle beim VfB Stuttgart: So steht es im Poker um Kobel und Kempf

Simon Zimmermann
Sven Mislintat weilt derzeit im Urlaub - und hat trotzdem jede Menge Arbeit
Sven Mislintat weilt derzeit im Urlaub - und hat trotzdem jede Menge Arbeit / THOMAS KIENZLE/Getty Images
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Es wird ein geschäftiger Sommer für VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. Die starke Stuttgarter Saison hat Begehrlichkeiten geweckt. Aktuell deuten sich vor allem die Abgänge von Gregor Kobel und Marc Oliver Kempf an. Bei beiden zeigt sich Mislintat offen gesprächsbereit, für beide hat er bereits Ersatz in der Hinterhand.


Sven Mislintat wurde von 90min zum 'Manager der Saison' gewählt. Das "Diamantenauge" hat beim VfB nach der Bundesliga-Rückkehr eine perfekte Mischung zusammengestellt und mit Pellegrino Matarazzo den optimalen Trainer für die Mannschaft gefunden.

Nach der starken Rückkehr-Saison wird der VfB aber an diesen Leistungen gemessen werden. Diese zu bestätigen, dürfte aber gar nicht so einfach werden, zumal einige Stützen die Schwaben im Sommer verlassen könnten. Aktuell betrifft das vor allem die Defensive, wo Keeper Gregor Kobel offen mit dem BVB flirtet und Innenverteidiger Marc Oliver Kempf ein Angebot zur Verlängerung seines 2022 auslaufenden Vertrags abgelehnt hat.

Mislintat erklärt: VfB bereit für Spielerverkäufe

"Wenn es nach uns geht, würden wir alle gerne halten. Aber das ist nicht unsere wirtschaftliche Realität", blickt Mislintat gegenüber dem kicker realistisch auf die Ausgangslage des Sommers. "Man kennt die Löcher, die überall entstanden sind. Wenn man mit Transfers etwas kompensieren kann, schneller kompensieren kann, um den Verein auf gesündere wirtschaftliche Füße zu stellen, dann werden wir das tun. Auch wenn wir das Gefühl haben, vielleicht nicht die gleiche, aber zumindest ähnliche Qualität zu bekommen", gibt er die Marschroute in den Planungen vor.

Es sind Worte, die klar bestätigen, dass der VfB Spieler wie Kobel oder Kempf ziehen lassen wird, sollte ein entsprechendes Angebot vorliegen. Mislintat bezog dabei auch explizit zu Kobel und Kempf Stellung: "Es ist immer ein bisschen gamblen dabei. Finden wir adäquaten Ersatz? Können die Neuzugänge performen? Kann Fabian Bredlow Gregor Kobel ersetzen? Finden wir einen linksfüßigen Innenverteidiger, der sofort das Niveau von Marc Oliver Kempf spielen kann?“

BVB bekommt bei Kobel Konkurrenz - von den Spurs?

Im Falle von Kobel heißt zocken in "Mislintat-Sprech": Zwischen 15 und 17 Millionen Euro sollen es schon sein für den 23-jährigen Schweizer, der in Stuttgart noch bis 2024 Vertrag hat. Neben dem BVB bestätigte Mislintat noch ein weiteres Angebot - und zwar aus der Premier League. Viel Phantasie braucht man nicht, um zu erahnen, dass es sich dabei um die Tottenham Hotspur handeln dürfte. Bei den Spurs läuft der Vertrag von Hugo Lloris 2022 aus, der 34-jährige Franzose ist nicht mehr unantastbar.

Florian Müller als Kobel-Ersatz in der Mislintat-Pipeline

Florian Mueller
Hütet Florian Müller bald den VfB-Kasten? / Thomas Niedermueller/Getty Images

Mislintat wird im Falle eines Kobel-Abgangs natürlich nicht nur mit Bredlow planen. Als heiße Ersatz-Kandidaten gelten aktuell vor allem Florian Müller und auch Loris Karius. Mögliche Kandidaten wären aber auch Jiri Pavlenka oder Stefan Ortega. Zu beiden Letztgenannten führt aber noch keine Spur. Am Wahrscheinlichsten wäre die Verpflichtung von Müller, der in Mainz keine Perspektive als Nummer eins hat und wohl für rund sechs Millionen Euro zu haben wäre.

Komplizierte Ausgangslage bei Kempf

Während sich die Situation bei Kobel deutlich in Richtung Abgang abzeichnet, ist die Ausgangslage bei Kempf komplizierter. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr, in diesem Sommer gibt es eine Ausstiegsklausel in Höhe von zwölf Millionen Euro. Interesse zeigt die Frankfurter Eintracht, allerdings ist der SGE die Klausel zu hoch. Es könnte das Szenario drohen, dass Kempf noch ein Jahr bleibt und dann ablösefrei geht.

Schlotterbeck soll bei Kempf-Abschied kommen

Nico Schlotterbeck, Hee-Chan Hwang
Nico Schlotterbeck kehrt nach seiner Leihe zu Union Berlin (vorerst) nach Freiburg zurück / Pool/Getty Images

Egal wie der Poker um Kempf ausgeht, Ersatz-Kandidaten hat Mislintat schon in der Hinterhand. Allen voran Nico Schlotterbeck wird beim VfB gehandelt. Der 21-Jährige wäre der ideale Ersatz, ist wie Kempf Linksfuß. Beim SC Freiburg steht der U21-Nationalspieler noch bis 2023 unter Vertrag. Für rund acht Millionen Euro wäre er wohl zu haben. Neben dem VfB, der laut kicker bereits "intensive Gespräche" mit Schlotterbecks Management geführt hat, zeigt auch RB Salzburg Interesse.

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