Teurer als gedacht: So viel kostet der Stadion-Umbau in Stuttgart

Dominik Hager
Die Umbauarbeiten an der Mercedes-Benz-Arena kostet dem VfB zahlreiche Millionen
Die Umbauarbeiten an der Mercedes-Benz-Arena kostet dem VfB zahlreiche Millionen / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Ganze 130 Millionen Euro soll der Umbau der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart gekostet haben. Diese Summe nannte sowohl Alexander Wehrle im Dezember 2022, als auch das Präsidium im kürzlich verfassten Neujahrsbrief. Für einige kam diese doch recht hohe Zahl überraschend, zumal man ursprünglich von 65 Millionen Euro ausgegangen war.


Meistens kommt es teurer als man denkt - und im Falle der Merceds-Benz-Arena kann man sogar vom doppelten Kostenfaktor sprechen. Zunächst sollten die Umbauarbeiten 65 Millionen Euro kosten, was aufgrund der explodierenden Materialkosten jedoch schnell revidiert wurde. Demnach sprach man im Februar 2022 von 98,5 Millionen Euro. Ein knappes Jahr später ist man nun also bei 130 Millionen Euro angekommen, was nochmal eine Preissteigerung von gut 30 Millionen Euro umfasst. Zum Vergleich: Der komplette Bau der VELTINS-Arena hat mit 190 Millionen Euro nicht sonderlich viel mehr gekostet.

VfB investiert 55 Millionen Euro ins Stadion

Kicker-Angaben zufolge kommt die erneute Preissteigerung wie folgt zustande. Das 98,5-Millionen Euro-Projekt beinhaltet unter anderem Bausubstanz, Lüftungssystem und Sanitäranlagen. Zudem fand jedoch auch ein Ausbau des Innenraums statt, was zusätzlich gut 30 Millionen Euro gekostet haben soll. Hierbei geht es unter anderem um neue digitale Standards, Hospitality und die dazugehörenden Küchen. Dis Kosten für den Innenausbau trägt alleine die VfB AG, was für den Verein schon eine beträchtliche Summe darstellt. An den 98,5 Millionen Euro beteiligen sich die "Stadion Necker Park KG" (36,25 Millionen Euro) und die Landeshauptstadt Stuttgart (37,5 Millionen Euro). Der Pächter und Gesellschaftler, der VfB, übernimmt 24,75 Millionen Euro.

In Summe hat der VfB selbst also 55 Millionen Euro für die Umbauarbeiten ausgegeben. Darüber hinaus erhöht sich auch die Grundpacht um rund 1,6 Millionen Euro und soll nun 5,3 Millionen Euro umfassen. Auf der anderen Seite erhofft sich der Verein einiges an Mehreinnahmen, vor allem aufgrund des Ausbaues des Hospitality-Bereichs. VfB-Marketingvorstand Rouven Kasper zufolge, müsste es "mit dem Teufel zugehen, wenn wir nach der Fertigstellung nicht mehr Vermarktungserlöse erzielen werden".

Riskant ist es für einen Klub wie den VfB trotzdem, solche Summen zu investieren. Der Kader ist nur gerade so Erstliga-tauglich und es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob sich die Stuttgarter Spieler wie Sosa oder Mavropanos noch leisten können. Zuletzt beklagte sich der neue Trainer, Bruno Labbadia, über fehlende finanzielle Mittel. Steigt man am Ende der Saison in die zweite Liga ab, verfügt man zwar über ein Stadion von Champions-League-Format, jedoch über einen Kader und Finanzen, die zweitklassig sind.


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