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Vereinslose Trainer: Diese 8 Cheftrainer würden wir gerne in der Bundesliga sehen

Oct 14, 2020, 4:57 PM GMT+2
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Mauricio Pochettino und Maurizio Sarri würden die Bundesliga in jedem Fall bereichern / IAN KINGTON/Getty Images
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Wenn in der Bundesliga ein Trainer entlassen wird, geistern zumeist immer dieselben altbekannten Namen durch die Medien und erhalten letztlich auch den Job. Trainer von internationalem Format (schweizerische und österreichische Coaches mal außen vor gelassen) werden nur selten verpflichtet und wenn, dann zumeist vom FC Bayern. Dabei sind aktuell so viele interessante Namen auf dem Markt - ein wenig träumen ist ja erlaubt, dass einer davon mal in die Bundesliga kommt.

1. Mauricio Pochettino

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IAN KINGTON/Getty Images

Über Espanyol Barcelona und den FC Southampton arbeitete sich Mauricio Pochettino zu Tottenham Hotspur hoch, bei allen Stationen steigerte er stets seinen Punkteschnitt. Die Spurs entwickelte er in der Premier League vom Mittelmaß zum Spitzenteam. Nur eines gelang ihm nicht: Ein Titel. 2016 wäre die Meisterschaft drin gewesen, hätte Leicester City nicht so ein unglaubliches Jahr gespielt. 2019 verlor er das Champions-League-Finale nach einer unglaublichen Saison in der Königsklasse. Wenige Monate später war er dann schließlich seinen Job los, Tottenham will Titel und holte deshalb Jose Mourinho.

Pochettino ist aber nachgewiesenermaßen einer der besten seines Fachs und dürfte bald wieder einen Spitzenklub trainieren, vor allem Manchester United soll Interesse haben - falls Ole Gunnar Solskjaer nicht bald die Kurve kriegt, könnte es schnell gehen. Auch der FC Bayern soll nach der Entlassung von Niko Kovac an Pochettino interessiert gewesen sein, letztlich wurde aber bekanntlich Hansi Flick der neue Trainer bei den Münchenern. Möglicherweise ergibt sich ja nochmal eine Gelegenheit.

2. Mark van Bommel

Mark van Bommel
TF-Images/Getty Images

Aus seiner Zeit beim FC Bayern ist Mark van Bommel in der Bundesliga natürlich bestens bekannt, generell hatte er als Spieler aber eine große Karriere mit vielen Titeln. Der kompromisslose Sechser wurde von den eigenen Fans stets geliebt und von den anderen gehasst.

Als Trainer arbeitete er zunächst zweifach unter seinem Schwiegervater Bert van Marwijk, unter dem er 2010 als aktiver Profi beinahe Weltmeister wurde, als Co-Trainer in Australien und Saudi-Arabien. Über die U19 von PSV Eindhoven und mit einer A-Jugend-Meisterschaft im Gepäck wurde er dort 2018 schließlich zum Chef, im vergangenen Dezember wurde er jedoch entlassen.

Van Bommel ist mit 43 noch sehr jung, war in seiner ersten Saison mit dem PSV durchaus erfolgreich und kennt die Bundesliga. Vielleicht bekommt er ja mal eine Chance.

3. Massimiliano Allegri

Massimiliano Allegri
Tullio M. Puglia/Getty Images

In Italien hat Massimiliano Allegri mit dem AC Milan und vor allem Juventus schon mehrfach alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. International ist der 53-Jährige aber noch ohne Titel, was sicher auch zur Beurlaubung bei Juve im Sommer 2019 geführt hat.

Danach kündigte Allegri an, ein Sabbatjahr einlegen zu wollen, um dann ins Ausland zu wechseln. Nun, das Jahr ist inzwischen um, Allegri aber noch ohne Job. Der BVB soll laut Sky Italia in diesem Jahr mal angefragt haben, der Italiener wolle aber lieber nach England. Vielleicht wird das Thema 2021 ja nochmal interessant - je nach dem, was mit Allegri bis dahin passiert.

4. Maurizio Sarri

Maurizio Sarri
Stefano Guidi/Getty Images

Wie Allegri konnte auch Maurizio Sarri mit Juventus die Champions League nicht gewinnen und musste deshalb vor wenigen Monaten nach nur einem Jahr wieder gehen. Ganz ungewöhnlich ist das aber nicht, in seiner Karriere hat es Sarri aus verschiedensten Gründen selten lange bei einem Verein gehalten.

Der 61-Jährige ist ein ganz besonderer Typ Trainer, der sich von den Amateuren hochgearbeitet hat und vor allem Wert auf eine intensive Beziehung zu seinen Spielern legt. Zudem lässt er einen für den Zuschauer sehr attraktiven Offensivfußball spielen. Sarri würde in die Bundesliga mal wieder eine ganz besondere Note einbringen, die es so wohl noch nicht gab.

5. Robert Moreno

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VALERY HACHE/Getty Images

Viele Jahre war Robert Moreno Co-Trainer von Luis Enrique: Von 2008 bis 2019 arbeiteten die beiden zusammen, über Barcelona, Rom und Vigo bis zu Spaniens Nationalmannschaft. Dort trat Luis Enrique im März des vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen zurück und Moreno bekam seinen ersten Posten als Chef.

Der Grund für Luis Enriques Rücktritt war der Verlust seiner Tochter. Moreno kündigte deshalb an, sofort seinen Posten zu Räumen, sollte Enrique zurückkehren wollen. Zehn Spiele machte Spanien unter dem 43-Jährigen, acht wurden gewonnen, zwei Remis gab es. Dann kam Enqirue zurück - und Moreno ging. Diesmal blieb er nicht an der Seite seines einstigen Kollegen, der ihm inzwischen Illoyalität vorwarf, obwohl Moreno beteuerte, er habe alles im Vorfeld mit Luis Enrique abgesprochen.

Moreno heuerte stattdessen im Januar 2020 bei AS Monaco an, bekam aber nur 13 Spiele bis zu seiner Entlassung, weil die Monegassen beim Abbruch der Saison einen Zähler hinter den Europa-League-Plätzen standen.

Mit erst 43 ist Moreno noch sehr jung, hat aber schon eine ganze Menge von der Fußballwelt gesehen und vor allem als Teamchef der spanischen Nationalmannschaft überzeugt. Er dürfte noch die ein oder andere Chance bei einem starken Verein bekommen.

6. Carlos Dunga

Dunga
Omar Vega/Getty Images

Es war schon eine kleine Sensation, als der VfB Stuttgart Carlos Dunga 1993 von Delfino Pescara verpflichtete. Der Brasilianer verzauberte die Bundesliga auf Anhieb, schon in seinem ersten Spiel für den VfB erzielte er ein wunderbares Freistoßtor. 1994 war Dunga Kapitän der brasilianischen Weltmeistermannschaft. In der Folgesaison gab es aber ein wenig Zoff, weswegen der Mittelfeldspieler 1995 wieder den Abflug aus dem Schwabenland machte.

Als Trainer war Dunga bislang ausschließlich in seiner Heimat tätig: Bei seinem Jugendklub Internacional und zweimal als Nationaltrainer Brasiliens. Seit vier Jahren ist er ohne Job. Sollte sich der 56-Jährige nochmal in die Bundesliga verirren, wäre es wieder eine absolute Sensation - aber wer weiß?

7. Clarence Seedorf

Clarence Seedorf
Soccrates Images/Getty Images

Als grandioser Mittelfeldspieler sollte Clarence Seedorf auch heute noch allen Fußballfans ein Begriff sein, beim AC Milan erlebte der Niederländer seine beste Zeit. Dort hatte er auch seine erste Trainerstation: Nachdem Massimiliano Allegri im Januar 2014 entlassen worden war, heuerte Seedorf als neuer Chefcoach an - und beendete damit erstmal seine aktive Karriere, denn eigentlich stand er noch bis Juni in Brasilien bei Botafogo unter Vertrag.

Von Erfolg gekrönt war das Experiment jedoch nicht: Seedorf konnte das Ruder auch nicht mehr herumreißen und musste nach nur einem halben Jahr wieder gehen. Inzwischen war der 44-Jährige in der chinesischen zweiten Liga, bei Deportivo La Coruna in Spanien und als Nationaltrainer Kameruns aktiv. Ein Name wie Seedorf in der Bundesliga - das hätte was.

8. Leonardo Jardim

Leonardo Jardim
Jean Catuffe/Getty Images

Auch Leonardo Jardim hat eine Vergangenheit bei AS Monaco, zumindest während seiner ersten Amtszeit aber eine erfolgreichere als Robert Moreno: 2017 wurde er französischer Meister und machte einen gewissen Kylian Mbappe zum Weltstar. Die Liste der heutigen Top-Stars, die sich unter Jardim entwickelten, ist aber noch wesentlich länger: Fabinho, Bernardo Silva oder Anthony Martial sind nur drei weitere Beispiele.

Nach der Meisterschaft und den Abgängen eben jener Top-Spieler erlebte Monaco ein sehr großes Tief, in dem auch Jardim im Oktober 2018 entlassen wurde. Nachfolger Thierry Henry machte es aber überhaupt nicht besser und der Portugiese war schon knapp drei Monate später wieder da, nur um im Dezember 2019 erneut entlassen zu werden.

Leonardo Jardim ist ein international renommierter Trainer, der zum Beispiel auch mit Olympiakos Piräus Meister und Pokalsieger wurde, der bekannt dafür ist, junge Spieler zu Stars zu entwickeln. Ein solcher Chefcoach wird in der Bundesliga doch durchaus benötigt.

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