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Upamecanos Horrorwoche: Eine Pause wäre wichtig

Nov 5, 2020, 2:41 PM GMT+1
Dayot Upamecano
Abwehrchef mit kleinem Durchhänger: Dayot Upamecano | DeFodi Images/Getty Images
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Dayot Upamecano ist das Aushängeschild der Defensive von RB Leipzig, aktuell schwächelt der Franzose jedoch ein wenig. Die zweite Halbzeit gegen Paris St. Germain (2:1) macht Hoffnung auf den Turnaround, eine Verschnaufpause könnte ihm aber zugutekommen.

Im Sommer hätte Dayot Upamecano RB Leipzig durchaus verlassen können. An Interesse von europäischen Spitzenvereinen mangelte es nicht und die Restvertragslaufzeit bis 2021 sowie die kolportierte Ausstiegsklausel setzten den Verein unter Zugzwang. Denn: Mit keinem ihrer Spieler wollen die Leipziger in ein letztes Vertragsjahr gehen. Es blieben also nur noch zwei Optionen: Vertrag verlängern oder einen Abnehmer finden.

Nach langer Ungewissheit verlängerte Upamecano seinen Vertrag bis 2023, ähnlich wie der im Sommer abgewanderte Timo Werner vor einem Jahr. Trainer Julian Nagelsmann dürften mehrere Steine vom Herzen gefallen sein, denn der 22-jährige Franzose ist das Aushängeschild der robusten RB-Defensive. Insbesondere im Champions-League-Viertelfinale der vergangenen Spielzeit überzeugte Upamecano mit einer bärenstarken Vorstellung gegen Atlético Madrid - diesen Schwung nahm er auch mit in die neue Saison: Mit seiner Robustheit gewinnt er viele Zweikämpfe, er bereinigt viele Gefahrensituationen und fängt Schnittstellenpässe ab.

An Upamecano vorbeizukommen, ist schwer. In den vergangenen drei Partien fiel es den Gegnern allerdings leichter; denn der Leistungsträger, der in diesem Kalenderjahr nur drei von 32 Pflichtspielen verpasst hat, durchlebt ein Formtief. Unkonzentriertheiten im Passspiel sorgen für teils gravierende Aufbaufehler, leichtfertige Ballverluste durch schwache Annahmen bringen Keeper Peter Gulacsi in Gefahr.

Upamecano täte eine Pause gut, aber: Nagelsmann befindet sich in einer Zwickmühle

Bei der 0:5-Klatsche gegen Manchester United war die gesamte Leipziger Defensive desolat, wenige Tage später fiel jedoch insbesondere Upamecano bei der Niederlage in Mönchengladbach (0:1) negativ auf; genau wie in den ersten 45 Minuten gegen Paris St. Germain am Mittwoch. Er und Mukiele wirkten naiv und beinahe sorglos, als sie immer wieder darum bemüht waren, das hohe Pariser Pressing mit halbherzigen Chipbällen hinter die erste Linie zu überspielen. Besonders beim zwischenzeitlichen Rückstand durch Angel Di Maria hinterließ Upamecano keine gute Figur, als er im Andribbeln von einem Defensivdreieck angelaufen wurde. Der Rückpass zu Willi Orban vermochte noch zu gelingen, nach Orbans erneutem Zuspiel wurde der vermeintliche Pass zu Gulacsi allerdings abgefangen und wenige Augenblicke später ins Leipziger Netz befördert.

Dayot Upamecano
In den vergangenen drei Partien war Dayot Upamecano stellenweise nicht mehr wiederzuerkennen. Der Innenverteidiger benötigt eine Pause. | Pool/Getty Images

Der Ausgleich durch Christopher Nkunku kurz vor der Halbzeitpause gab aber auch Upamecano einen entscheidenden Push. Zweikampfstärke, Aggressivität, Konzentration im Aufbau - alles war plötzlich wieder da. Und doch täte Nagelsmann gut daran, seinen Abwehrchef im letzten Spiel vor der Länderspielpause durchatmen zu lassen. Jedoch befindet sich der RB-Coach in einer Zwickmühle, denn in der bevorzugten Dreierkette bieten sich aufgrund der Verletzungen von Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg - der am Wochenende aber zurückkehren könnte - keine Alternativen an. In einer Viererkette könnten hingegen Orban und Ibrahima Konaté den Job übernehmen.

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