90min
1. FC Union Berlin

Falls Andrich Union Berlin verlässt - warum nicht VfB-Kapitän Castro?

Philipp Geiger
Erhält beim VfB Stuttgart keinen neuen Vertrag: Gonzalo Castro
Erhält beim VfB Stuttgart keinen neuen Vertrag: Gonzalo Castro / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
facebooktwitterreddit

Die Verantwortlichen des 1. FC Union Berlin treiben die Kaderplanungen für die kommende Saison schon seit geraumer Zeit mit Hochdruck voran. Mit Rani Khedira vom FC Augsburg und Paul Jaeckel von der SpVgg Greuther Fürth haben die Eisernen bereits zwei ablösefreie Spieler an Land gezogen. Sollte sich der Hauptstadtklub im Sommer nach einem Ersatz für Robert Andrich umsehen müssen, könnte sich ein Blick zum VfB Stuttgart lohnen, wo Kapitän Gonzalo Castro ebenfalls zum Nulltarif zu haben ist.


Im Sommer 2019 stieg Union Berlin erstmals in die Bundesliga auf. Seither haben es die Eisernen nicht nur dank ihrer cleveren Einkaufspolitik eindrucksvoll geschafft, im deutschen Fußball-Oberhaus Fuß zu fassen. In der aktuellen Spielzeit dürfen die Köpenicker sogar vom internationalen Geschäft träumen. Vor dem letzten Spieltag belegt die Mannschaft von Trainer Urs Fischer den siebten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Europa-Conference-League-Play-offs berechtigt.

Trotz des sportlichen Erfolgs ist es für Union nahezu unmöglich, alle Leistungsträger zu halten. "Wir müssen in jedem Jahr Transfererlöse generieren und Spieler entwickeln, nur so funktioniert es", erklärte Union-Präsident Dirk Zingler Mitte April gegenüber der Bild-Zeitung.

Als heiße Verkaufskandidaten werden Innenverteidiger Marvin Friedrich, der eine Ausstiegsklausel besitzt und bei einigen Bundesliga-Klubs auf dem Zettel stehen soll, und Andrich gehandelt.

Robert Andrich
Trägt seit Sommer 2019 das Union-Trikot: Robert Andrich / Maja Hitij/Getty Images

Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte im Sommer 2019 in die Hauptstadt und hat seinen Marktwert seither auf sechs Millionen Euro verzehnfacht. Der gebürtige Potsdamer zählt auch in dieser Saison zu den wichtigsten Leistungsträgern und war bei seinen 29 Einsätzen in der Liga an sieben Treffern (fünf Tore/zwei Vorlagen) direkt beteiligt.

Entscheidet sich Andrich gegen eine Verlängerung seines 2022 auslaufenden Vertrags, ist ein Verkauf im Sommer die logische Konsequenz. Laut Bild-Informationen soll es in der Premier League Interessenten für den 26-Jährigen geben. Sollte der Rechtsfuß seine Zelte in Berlin nach zwei Jahren abbrechen und sich Union Berlin nach einem günstigen und adäquaten Nachfolger umschauen müssen, ist Castro sicherlich ein interessanter Kandidat.

Castro als passender Andrich-Ersatz?

Mit seinen fast 34 Jahren ist der ehemalige Nationalspieler zwar nicht mehr der Jüngste, der Mittelfeldspieler hat allerdings in dieser Saison eindrucksvoll gezeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Beim VfB Stuttgart, der viele junge Spieler im Kader hat, übernahm der Ex-Dortmunder auch eine wichtige Führungsrolle. Trotz guter Leistungen wird der im Sommer auslaufende Vertrag des Kapitäns nicht verlängert, worüber sich Castro sehr enttäuscht zeigte. "Sehr gerne hätte ich den hoffnungsvollen Weg auch zukünftig mitgestaltet und die Jungs weiterhin aufs Spielfeld geführt", schrieb der Routinier bei Instagram.

Mit seinen Qualitäten und seiner Erfahrung könnte der 33-Jährige, der im Mittelfeld variabel einsetzbar ist, Union Berlin sicherlich weiterhelfen und auch ein Stück weit die Lücke schließen, die durch den Abgang von Routinier Christian Gentner entstehen wird. Auf dem Papier tritt zwar Khedira in die Fußstapfen des 35-Jährigen, an die Führungsqualitäten des Ex-Stuttgarters kommt der Neuzugang allerdings (noch) nicht heran. In diesem Bereich kann Castro seinem einstigen VfB-Teamkollegen schon eher das Wasser reichen.

facebooktwitterreddit