90min

Union Berlin geht bei Wunschstürmer leer aus - Druck nach Verstärkungen wächst

Sep 21, 2020, 12:58 PM GMT+2
Urs Fischer
wünscht sich Verstärkungen - Urs Fischer | DeFodi Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

Mit 1:3 startete Union Berlin in seine zweite Saison in der Bundesliga. Gegen den FC Augsburg waren die Eisernen klar unterlegen - vor allem am vergangenen Samstag wurde deutlich, dass dringend noch etwas am Kader getan werden muss, besonders in der Offensive klafft nach dem Abgang von Top-Stürmer Andersson eine riesige Lücke. Bitter für Union: Der Topfavorit auf eben diesen frei gewordenen Platz im Angriff wird nicht in die Hauptstadt wechseln.

Am ersten Bundesliga-Spieltag machte sich Ernüchterung in Köpenick breit: Union verlor gegen den FC Augsburg mit 1:3 - offensive Akzente setzten die Berliner dabei selten, drei Torschüsse wurden von den Statistikern gezählt.

Besonders der Abgang von Sebastian Andersson zum 1. FC Köln schmerzte den Hauptstadtclub sehr. Zwar bezahlte der Effzeh rund sechs Millionen Euro für die Dienste des Schweden, einen Nachfolger konnten die Eisernen bislang noch nicht präsentieren und so wie es aussieht, wird die Wunschlösung nicht realisierbar sein.

Nichtsdestotrotz hat Union zwei Akteure aus der 2. Bundesliga auf dem Zettel, die das Team zeitnah verstärken könnten.

Absage: Philipp Hofmann kommt nicht!

Lange galt er als Favorit auf den frei gewordenen Platz im Sturm: Philipp Hofmann. Der Mittelstürmer vom Karlsruher SC zeigte sich in der vergangenen Saison in überragender Verfassung und steuerte 23 Torbeteiligungen in 33 Spielen bei. Auch ihm ist zu verdanken, dass der KSC den Klassenerhalt erreichte - zum Leidwesen anderer Vereine, denn bei einem Abstieg wäre Hofmann ablösefrei zu haben gewesen.

Philipp Hofmann
ist den Eisernen zu teuer - Philipp Hofmann | DeFodi Images/Getty Images

Wie nun von einigen Medien berichtet wurde, ist ein Wechsel des 27-jährigen zu Union Berlin geplatzt. Die laut Informationen der BILD gebotene Ablöse von rund einer Million Euro sei dem KSC deutlich zu wenig gewesen - mehr als drei Millionen Euro seien für eine Verpflichtung des Stürmers wohl nötig.

Oliver Kreuzer äußerte sich nach einem Gespräch mit Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert deutlich: "Das Thema ist durch", man sei "[...] noch weit weg von dem, was Union Berlin sich vorstellt." Das klingt nicht so, als könne Union auf eine zeitnahe Einigung hoffen, obwohl Hofmann seinen aktuellen Arbeitgeber gerne verlassen würde. Das Angebot muss jedoch auch den Erwartungen des KSC entsprechen.

"Ich verstehe, dass der KSC mich nicht verschenken will, aber eine Ablöseforderung sollte einen Wechsel nicht automatisch ausschließen."

Philipp Hofmann, kicker

Der kicker berichtete, dass sich Hofmann selbst eine "realistische" Preisvorstellung seines Vereins wünsche, die einen Wechsel nicht von vornherein ausschließe. In der Auftaktpartie bei Hannover 96 fehlte der Stürmer dem KSC auf eigenen Wunsch. Zwar relativierte Oliver Kreuzer gegenüber dem kicker, dass der Verzicht vor allem auf die letzten, intensiven Tage zurückzuführen sei, das Verhalten des Stürmers scheint jedoch weiterhin einen Wechsel forcieren zu wollen.

Behrens als Hofmann-Alternative?

Nach der Absage des Karlsruher Sport-Clubs zeichnet sich ein neuer Favorit auf eine Verpflichtung ab: Kevin Behrens vom SV Sandhausen. Die BILD bringt den 29-Jährigen als Notlösung ins Gespräch. Der gebürtige Bremer verfügt bislang über keine Erfahrung in der Bundesliga, konnte in 62 Spielen im Unterhaus allerdings 18 Tore schießen und 10 weitere Treffer auflegen. Ob die Fähigkeiten des Rechtsfußes auch für die Bundesliga reichen, bleibt fraglich - Union habe sich laut der BILD bereits nach Kevin Behrens erkundet.

Kevin Behrens
neuer Sturm-Kandidat? Kevin Behrens | DeFodi Images/Getty Images

Nun könnte Bewegung in die Personalie Behrens kommen. Neben Taiwo Awoniyi, der kürzlich vom FC Liverpool ausgeliehen wurde, könnte der Mittelstürmer des SV Sandhausen nach Hofmann-Absage die Sturmreihe komplettieren - die schwierige Suche nach einem würdigen Andersson-Nachfolger könnte demnach bald ein Ende finden.

Collins soll für die Außen kommen

Ein weiterer Zweitligaspieler, der auf der Liste von Union Berlin stehen soll, ist laut der BILD Jamilu Collins. Der 26-jährige Nationalspieler Nigerias ist auf der linken Seite flexibel einsetzbar und kann sowohl die Defensive stabilisieren, als auch für offensive Akzente sorgen.

Jamilu Collins
interessanter Mann für die linke Außenbahn - Jamilu Collins | DeFodi Images/Getty Images

Beim SC Paderborn erlebte der Linksfuß einen steilen Aufstieg und spielte sich in den Fokus einiger Interessenten. Das Portal transfermarkt.de berichtete von zahlreichen Anfragen aus der Bundesliga und aus England. Da Collins nur noch ein bis 2021 gültiges Arbeitspapier in Paderborn besitzt, beseht in diesem Sommer - vorbehaltlich einer Vertragsverlängerung - die letzte Möglichkeit, eine Ablöse für den Nigerianer zu generieren.

Ob die gehandelten Namen den FC Union Berlin wirklich qualitativ verstärken können, bleibt fraglich. Auch Max Kruse, der gegen den FC Augsburg vorerst auf der Bank Platz nahm, könnte als Stürmer fungieren. Einen Ersatz für einen Spieler wie Sebastian Andersson zu finden, wird sehr schwer und höchstwahrscheinlich nicht billig - ein paar Wochen bleibt aber noch Zeit, um potenzielle Verstärkungen in die Hauptstadt zu holen.

facebooktwitterreddit