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UEFA Supercup: Javi Martinez köpft FC Bayern zum Quadruple-Sieger

Simon Zimmermann
Goldener Siegtorschütze: Javi Martinez (2. v. l.)
Goldener Siegtorschütze: Javi Martinez (2. v. l.)
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In der Puskas Arena von Budapest hielt die Serie der Bayern: Auch im fünften Spiel gegen ein spanisches Team auf neutralem Boden setzte sich der Rekordmeister durch. Der Triple-Sieger machte sich mit einem 2:1-Erfolg zum Quadruple-Champion. Titel Nummer vier in 2020 war allerdings extrem harte Arbeit. Javi Martinez erlöste die Bayern erst in der Verlängerung.


Tore:
0:1 - Lucas Ocampos (13., Foulelfmeter)
1:1 - Leon Goretzka (34., Vorarbeit Lewandowski)
2:1 - Javi Martinez (104., Vorarbeit Alaba)


Im Duell Champions-League-Sieger gegen Europa-League-Gewinner bot FCB-Coach Hansi Flick erneut Lucas Hernandez auf der linken Abwehrseite auf, Alaba kehrte für Boateng in die Startelf zurück. Ansonsten beließ es Flick bei der Elf, die Schalke am vergangenen Freitag mit 8:0 aus der Allianz Arena schoß. Auf der anderen Seite stand Rückkehrer und Ex-Schalker Ivan Rakitic in der Startelf des FC Sevilla. Mit Escudero fand sich noch ein weiterer ehemaliger Knappe bei Sevilla in der Anfangsformation.

Gut zu hören waren die mitgereisten Bayern-Fans, die sich trotz der Warnung vom bayerischen Ministerpräsident Markus Söder nach Budapest aufmachten. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben 15.180 Zuschauer im Stadion.

Nach einer lebhaften Anfangsphase der frühe Schock für den Triple-Sieger: Im Strafraum rempelte Alaba Rakitic um, der englische Schiedsrichter Anthony Taylor zeigte auf den Punkt. Eine harte, aber noch vertretbare Entscheidung. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lucas Ocampos sicher.

Die erste große Chance für die Bayern hatte Thomas Müller auf dem Fuß (22. Minute). Nach einer flachen Hereingabe von Lewandowski setzte er sich in der Mitte durch, traf den Ball an der Fünfmeterraum-Grenze aber nicht richt.

Der FCB wollte den schnellen Ausgleich. Pavard hatte aus spitzem Winkel eine gute Abschluss-Gelegenheit (26.). Vier Minuten später tauchte Lewandowski frei vor Sevillas Schlussmann Bono auf, scheiterte aber am Keeper.

Weitere vier Minuten später war der Ausgleich aber fällig. Nach einer herrlichen Außenrist-Flanke von Müller legte Lewandowski zurück auf Goretzka, der keine Probleme hatte den Ball aus gut elf Metern im Tor zu versenken.

Goretzka bejubelt mit Lewandowski den Ausgleich
Goretzka bejubelt mit Lewandowski den Ausgleich

In einer hitzigen und spannenden Partie ging es mit dem Remis in die Pause. Der FC Bayern bekam das Spiel mit zunehmender Dauer zwar immer besser in den Griff - Ruhe und Dominanz konnte der deutsche Rekordmeister aber nur selten ausüben. Insgesamt ein hektisches Spiel!

FC Bayern - Sevilla, 2. Halbzeit: Zwei Bayern-Tore aberkannt

Direkt nach dem Wiederbeginn hatte Luuk de Jong die erste Chance der zweiten Halbzeit. Nach der Direktabnahme des ehemaligen Gladbach-Flops war Neuer aber gut zur Stelle.

Auf der Gegenseite war es aber vermeintlich Lewandowski, der in der 51. Minute für die 2:1-Führung des Favoriten sorgte. Flanke Sané, Lewandowski legt quer auf Müller, Müller zurück auf Lewandowski - Tor. Wahnsinnig gut herausgespielt, einziges Problem: Lewandowski soll ganz knapp im Abseits gestanden haben bei Sanés Flanke.

In der 63. Minute machte dann Sané das 2:1 - doch wieder pfiff Taylor zurück. Dieses Mal wegen einem angeblichen Foul von Lewandowski zuvor. Sehr, sehr zweifelhaft - um es milde zu formulieren.

In der 87. Minute wäre es dann fast zum Lucky Punch gekommen. Nach einer abgewehrten Bayern-Ecke schlug Alaba über den Ball. Der eingewechselte En-Nesyri war völlig frei vor Neuer, der aber mit einer Weltklasse-Reaktion den möglichen Siegtreffer der Andalusier verhinderte.

Verlängerung: Bayern muss eine Extrarunde drehen - Sevilla stemmt sich gegen Niederlage

Beiden Teams schwanden in der Verlängerung sichtlich die Kräfte. Die Bayern wirkten noch etwas frischer, als die tapfer kämpfenden Spieler des FC Sevilla. Flick brachte Martinez und Davies, um für frischen Wind zu sorgen.

Und eben jener Martinez sorgte in seinem womöglich letzten Spiel für den FC Bayern für die Führung. Nach einer abgewehrten Ecke zog Alaba ab, Bono konnte den Ball nicht weit genug abwehren und Martinez war per Kopf zur Stelle.

Übrigens: Schon 2013 war es Martinez, der den FC Bayern gegen Chelsea ins Elfmeterschießen rettete.

Der Sieg der Bayern war am Ende verdient, Sevilla war aber der erwartet schwere Gegner und hatte kurz vor Ende der regulären Spielzeit die große Möglichkeit auf den Sieg. Dennoch: Glückwunsch an Quadruple-Sieger FC Bayern!

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