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U21-Kapitän und deutsche Sturmhoffnung: Wohin führt der Weg von Jonathan Burkardt?

Dominik Hager
Jonathan Burkardt gehört zu den größten Sturm-Hoffnungen in Deutschland
Jonathan Burkardt gehört zu den größten Sturm-Hoffnungen in Deutschland / Christof Koepsel/GettyImages
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Bei der heiß diskutierten Problematik im deutschen Angriff fällt dieser Tage auch immer wieder der Name Jonathan Burkardt. Der 21-jährige Mainzer machte sich als Top-Joker bei der U21-EM einen Namen und ist inzwischen auch im Verein ein Leistungsträger. Es ist längst an der Zeit, den gebürtigen Darmstädter genauer unter die Lupe zu nehmen.


Seine kleine Leistungsdelle vom Jahresbeginn hat Jonathan Burkardt endgültig hinter sich gelassen. Zuletzt erzielte er per Doppelpack seine Saisontore acht und neun in der laufenden Bundesliga-Spielzeit. Am Freitag konnte der frisch gebackene Kapitän der U21-Nationalmannschaft mit zwei Treffern gegen Lettland sofort nachlegen. Burkardt ist seit dem Umbruch im Sommer mit einem Marktwert von 17 Millionen Euro (transfermarkt.de) mit Abstand der wertvollste Spieler im deutschen U21-Kader.

In schöner Regelmäßigkeit zeigt die Nachwuchs-Hoffnung auch, warum das so ist. Burkardt kam im Jahr 2014 aus Darmstadt nach Mainz, wo er sich von der U17 zu den Profis kämpfte. Der Weg war dem Stürmer sozusagen schon vorbestimmt. Im DFB-Dress durchlief er alle Junioren-Teams von der U15 bis zur U21. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er bei Hansi Flick im A-Team debütieren darf. Seine Leistung sind in dieser Saison schließlich häufig schon erstklassig. Wettbewerbsübergreifend bringt er es in der laufenden Saison auf zwölf Tore und vier Vorlagen, womit er bessere Werte als einige nominierte Offensivspieler mitbringt.

Jonathan Burkardt: Ein Offensiv-Allrounder mit Zug und Torgefahr

Ein großes Plus von Burkardt ist seine Vielseitigkeit. Der Mainzer kann als Stürmer, hängende Spitze, Außenbahnspieler und sogar als Zehner agieren. Der 21-Jährige ist ein Fan des einfachen und schnörkellosen Spiels, bringt enorm viel Zug zum Tor mit und ist schnell und schussstark. Seine Anlagen erinnern ein wenig an den jungen Andre Schürrle, der seine ersten großen Schritte im Profifußball ebenfalls in Mainz absolvierte.

Hier deutet sich aber dann auch schon das kleine Problem an, das sich auch bei Burkardt nicht von der Hand weisen lässt. Der Mainzer ist kein klassischer Mittelstürmer oder Strafraumstürmer wie es ein Gomez oder Klose waren. Der Youngster kommt lieber aus der Tiefe und weicht auch mal auf die Flügel aus. Der Typ Brecher ist er nicht, wenngleich er über ein ordentliches Kopfballspiel verfügt.

Trotz allem ist Burkardt ein Spieler, der der Nationalmannschaft eines Tages viel Freude machen könnte. Neben seinem Talent ist der Youngster schließlich auch noch ein echter Teamplayer und ein Arbeitstier auf dem Platz. Fehlende Einstellung kann man dem Offensivspieler eigentlich nie vorwerfen. Trainer Svensson lobte bereits im November die Persönlichkeitsentwicklung, die der U21-Kapitän durchgemacht hat.

Burkardt verzichtet auf Social Media

Es gibt aber eine Sache, die Burkardt ganz besonders von den anderen Top-Talenten abgrenzt. Der junge Stürmer hat keinen eigenen Social-Media-Account. Während die Sozialen Netzwerke für viele Kicker ein überaus wichtiger Teil des Lebens darstellen, hat der 05er nicht viel für die virtuelle Welt übrig.

Burkardt begründete dies damit, dass er sich nicht ablenken lassen wolle, er sich seine realistische Selbsteinschätzung bewahren möchte und nicht in einer Scheinwelt leben will. Reife Worte für einen 21-Jährigen, die zeigen, dass er sich rein auf sich selbst und den Fußball konzentrieren möchte. Bislang fährt er mit seinen Gewohnheiten jedenfalls sehr gut, wodurch er auch als Vorbild für andere Talente dienen kann. Wenn der Kapitän der U21-Nationalmannschaft auf Social Media verzichtet, wird dies sicherlich auch andere Talente zum Nachdenken bewegen, wo sie ihre Prioritäten zu setzen haben.

Burkardt auf dem Weg zu einen Top-Klub?

Burkardt steht der Weg zu einer großen Karriere definitiv offen. Sowohl spielerisch als auch auf mentaler Ebene scheint er so stabil zu sein, dass eigentlich nicht viel schief gehen kann. Natürlich benötigt er aber auch kluge Entscheidungen, wenn sein Weg in Mainz mal zu Ende ist. Der Spieler hat aber bewiesen, dass er sich nicht von außen beeinflussen lässt und sich selbst treu bleibt. Diese Eigenschaften werden ihm definitiv noch helfen.

Der nächste Schritt könnte durchaus ein Wechsel zu Top-Klubs wie Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Bayer 04 Leverkusen sein. Ob es dann vielleicht sogar für die 1-A-Kategorie wie Bayern, Liverpool oder Real Madrid reicht, lässt sich schwer prophezeien. Irgendwann wird die Luft auch für Burkardt reichlich dünn. Der Mainzer ist aber eh kein Typ, der den zweiten Schritt vor dem ersten geht.


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