Tottenham Hotspur

Der unglaubliche Lauf der Spurs zum Champions-League-Finale 2018/19 - Rückblick

Jan Kupitz
Tottenham schaffte es bis ins CL-Finale
Tottenham schaffte es bis ins CL-Finale / Marc Atkins/GettyImages
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Kumho Tyre
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Für die Fans von Tottenham war die Champions League einst ein besonderer VIP-Club. Und viele Jahre lang wurden die Spurs an der Tür von aggressiven Türstehern empfangen.

Unter Mauricio Pochettino hat sich das alles geändert. Tottenham wurde von einem leichten Favoriten auf den sechsten Platz zu einer festen Größe unter den ersten vier Mannschaften Englands. Das Niveau im Klub stieg rasant.

Diese Veränderungen gipfelten in einer unglaublichen Champions-League-Saison 2018/19, die jedoch nicht mit dem Gewinn einer Trophäe endete. Wie typisch für die Spurs.

Hier ist die Zeitleiste von Tottenhams bemerkenswertem Lauf bis zum Champions-League-Finale 2019:

1. Verdienter Sieg in San Siro wird verschenkt

Vecino mit dem Siegtreffer für Inter
Vecino mit dem Siegtreffer für Inter / James Williamson - AMA/GettyImages

Zum zweiten Mal in Folge wurden die Spurs in die "Todesgruppe" der Champions League gelost, diesmal zusammen mit Barcelona, Inter und PSV.

Zunächst ging es ins San Siro, wo Pochettinos Mannschaft nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen in der Premier League wieder auf die Beine kommen wollte.

Inter, das nach sechs Jahren Abwesenheit in den Europapokal zurückkehrte, war rund 85 Minuten lang völlig unterlegen. Christian Eriksen hatte die Spurs nach 50 Minuten mit einem abgefälschten Schuss auf die Siegerstraße gebracht.

Doch Tottenham ließ unter dem Druck der letzten Minuten nach - das war so ziemlich das Einzige, was sie im ganzen Spiel zu verteidigen hatten - und Mauro Icardi und Matias Vecino stellten das Spiel komplett auf den Kopf.

2. Lionel Messi glänzt in Wembley

Messi war nicht aufzuhalten
Messi war nicht aufzuhalten / Marc Atkins/GettyImages

Als Tottenham 2017 Real Madrid schlug, fühlte sich das nicht wirklich wie eine große Überraschung an. Sicher, die Mannschaft von Zinedine Zidane hatte die Champions League in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewonnen und würde sie auch ein drittes Mal holen, aber die Spurs waren dabei, sich als eine der besten Mannschaften Europas zu etablieren.

Doch ein Jahr später, als der FC Barcelona in die Stadt kam, hatte sich das Blatt gewendet. Tottenham fehlten mehrere Schlüsselspieler - sowohl Eriksen als auch Dele Alli, der die Tore der Spurs beim Sieg in Madrid erzielt hatte, waren verletzt. Das Spielfeld in Wembley sah aus wie Wandsworth Common nach einem Feiertagswochenende.

Das 2:4 war ein respektables Ergebnis, wenn man bedenkt, wie unglaublich Lionel Messi an diesem Abend war.

3. Game over?

Lloris sah die Rote Karte
Lloris sah die Rote Karte / Soccrates Images/GettyImages

Ein 2:2-Unentschieden beim PSV hätte das Ende der Champions-League-Saison der Spurs sein sollen. Das dachte zu diesem Zeitpunkt zumindest jeder.

Hugo Lloris wurde in der zweiten Halbzeit nach der 2:1-Führung der Spurs vom Platz gestellt. Luuk de Jong erzielte den Ausgleich, so dass Tottenham nach drei Gruppenspielen nur einen Punkt hatte.

4. Lebenserhaltende Maßnahmen

Kane und Llorente als Matchwinner
Kane und Llorente als Matchwinner / VI-Images/GettyImages

Im Rückspiel im Wembley-Stadion ließ Pochettino Harry Winks in einem 4-3-3 auflaufen, in dem auch Alli, Eriksen, Lucas Moura, Heung-min Son und Harry Kane spielten.

Natürlich ging PSV bereits in der zweiten Minute in Führung. Doch Tottenham blieb entschlossen und wurde für seine beharrlichen Angriffsbemühungen belohnt.

Die Niederländer kamen mit dem eingewechselten Fernando Llorente nicht zurecht, der maßgeblich an den beiden späten Toren von Kane beteiligt war und die Hoffnungen auf das Achtelfinale am Leben hielt.

5. Eriksen trifft

Eriksen mit der Entscheidung
Eriksen mit der Entscheidung / Marc Atkins/GettyImages

Tottenham wusste, dass sie mit einem Heimsieg gegen Inter die Italiener überholen und am letzten Spieltag im Camp Nou ihr Schicksal selbst in der Hand haben würden.

In einer spannenden Partie im Wembley-Stadion sorgte Eriksen nach einer bemerkenswert selbstlosen Leistung von Moussa Sissoko und Alli für die Entscheidung.

6. Hin und her

Erleichterung bei den Spurs
Erleichterung bei den Spurs / Robbie Jay Barratt - AMA/GettyImages

Die Spurs wussten, dass sie am letzten Spieltag nur das Ergebnis von Inter im Parallelspiel spiegeln mussten, um das Achtelfinale zu erreichen. Es war ein Abend, der in beide Richtungen schwankte.

Tottenham geriet gegen Barcelona früh in Rückstand, nachdem Ousmane Dembele Barça mit einem Konter in Führung gebracht hatte. Doch auch die PSV konnte im San Siro treffen.

Im Camp Nou waren die Spurs über weite Strecken des Abends tonangebend, konnten sich aber nicht durchsetzen. Inter hingegen erzielte in den letzten 20 Minuten den Ausgleich und drängte auf den Sieg.

Lucas Moura erzielte in der Schlussphase den Ausgleich für die Spurs, doch es reichte nur zu einem Punkt, während Spieler und Fans auf Nachrichten aus Italien warteten.

Inter hatte die unglaubliche Chance, die Spurs mit dem letzten Spielzug der Gruppenphase auszuschalten, doch Nick Viergever konnte gerade noch rechtzeitig gegen Mauro Icardi klären.

Tottenham hatte die K.o.-Runde mit Ach und Krach erreicht, aber nach sechs Spielen völlig verdient, vor allem, wenn man den schlechten Start berücksichtigt.

7. Der Bienenzüchter

Son trifft gern gegen den BVB
Son trifft gern gegen den BVB / Catherine Ivill/GettyImages

Zum dritten Mal in vier Spielzeiten trafen die Spurs in Europa auf Borussia Dortmund.

Die Mannschaft von Lucien Favre hatte sich zu einem echten Konkurrenten entwickelt, nachdem sie Bayern München im Rennen um den Bundesliga-Titel auf die Probe gestellt hatte. Und Tottenham würde mindestens ein Spiel ohne Kane und Alli bestreiten müssen.

Doch Son, der wegen seiner zahlreichen Treffer gegen Dortmund den Spitznamen "Bienenzüchter" trägt, genoss die Rolle des Hauptdarstellers.

Im Hinspiel des Achtelfinales erzielte er den ersten Treffer, bevor Jan Vertonghen und Llorente den 3:0-Sieg der Spurs an ihrem letzten europäischen Abend im Wembley-Stadion sicherstellten.

8. Auf Wiedersehen

Kane mit dem wichtigen Tor
Kane mit dem wichtigen Tor / Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

Die Dortmunder versuchten alles, um die Spurs im Signal-Iduna-Park in die Knie zu zwingen, und erdrückten die Gäste in der ersten Halbzeit.

Doch Rückkehrer Kane sorgte mit seinem Treffer kurz nach der Halbzeitpause dafür, dass Tottenham zum ersten Mal seit acht Jahren ins Viertelfinale der Champions League einzog.

"Auf Wiedersehen" sangen die Auswärtsfans, die endlich wieder in ihre Heimat zurückkehrten.

9. Sehr schön, Sonny

Son schoss das Tor des Abends
Son schoss das Tor des Abends / IAN KINGTON/GettyImages

Das erste europäische Spiel der Spurs im Tottenham-Hotspur-Stadion fand im Hinspiel des Achtelfinales gegen Premier-League-Meister Manchester City statt.

Die Rotation von Pep Guardiola schien sie ein wenig müde gemacht zu haben, aber sie bekamen einen Boost, als Kane kurz nach der Pause vom Platz humpelte.

In Abwesenheit des englischen Kapitäns übernahm Son wieder einmal die Kontrolle und sorgte mit seinem Treffer dafür, dass die Spurs eine wertvolle 1:0-Führung mit ins Etihad-Stadion nahmen.

10. Kein Tor, VAR, Abseits

Was für eine Achterbahnfahrt
Was für eine Achterbahnfahrt / Robbie Jay Barratt - AMA/GettyImages

Raheem Sterling, 4’.

Son, 7’.

Son, 10’.

Bernardo Silva, 11’.

Sterling, 21’.

Sergio Agüero, 59’.

Llorente, 73’.

Sterling, 90+5’.

Kein Tor, VAR, Abseits, 90+6’.

Schon die Lektüre dieser sehr einfachen Abfolge von Ereignissen ist anstrengend. Aber Tottenham hat gerade genug getan, um den Favoriten auf den Gewinn der Champions League auszuschalten und ins erste Europapokal-Halbfinale seit 1962 einzuziehen.

11. Letzte Schritte

Grandiose Stimmung im Stadion
Grandiose Stimmung im Stadion / VI-Images/GettyImages

Die Spurs hatten im Halbfinal-Hinspiel gegen Ajax einige Hürden zu überwinden.

Kane und Winks fehlten für den Rest der nationalen Meisterschaft. Son war gesperrt. Fast alle Feldspieler hatten nach einer kräftezehrenden Saison nichts mehr im Tank.

Dank eines frühen Treffers von Donny van de Beek gewann Ajax in London mit 1:0, was bedeutete, dass die Spurs im wichtigsten Rückspiel ihrer Geschichte eine sehr simple Aufgabe hatten - sie mussten gewinnen.

12. Was für eine Nacht

Moura mit dem Hattrick
Moura mit dem Hattrick / Matthew Ashton - AMA/GettyImages

Son war von seiner Sperre zurückgekehrt und Vertonghen hatte sich von seiner Gehirnerschütterung aus dem Hinspiel erholt. Das war gut.

Matthijs de Ligt und Hakim Ziyech brachten Ajax mit insgesamt 3:0 in Führung. Das war schlecht.

Die Spurs hatten nichts mehr zu verlieren und zeigten in der zweiten Halbzeit eine der unglaublichsten Leistungen in der Geschichte des Europapokals.

Lucas schloss einen punktgenauen Konter mit dem Anschlusstreffer ab, und nur wenige Minuten später folgte der zweite Treffer, der das Spiel zu Gunsten der Spurs kippen ließ.

Tottenham war zwar überlegen, blieb aber sehr anfällig für Konter. Gerade als man dachte, alle Hoffnung sei verloren, traf Moura in der 95. Minute zum Sieg.

Die Spurs hatten ihr erstes Champions-League-Finale überhaupt erreicht, trotz aller Widrigkeiten.

13. Das Ende der Reise

Liverpool war das bessere Team
Liverpool war das bessere Team / Mike Hewitt/GettyImages

Die Kleinigkeiten, die Tottenham zum Finale gegen Liverpool verholfen hatten, waren in Madrid nicht vorhanden.

Fast unmittelbar nach dem Anpfiff wurde Sissoko ein Handspiel im eigenen Strafraum vorgeworfen - der daraus resultierende Elfmeter von Mohamed Salah brachte die Spurs völlig aus dem Konzept.

Divock Origi machte Tottenhams Träume von einem weiteren denkwürdigen Comeback in der Schlussphase zunichte.

Die herzzerreißendste Niederlage in der Geschichte der Spurs? Sicherlich. Aber am Ende eine der aufregendsten Serien, die Tottenham Hotspur je erlebt hat.


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