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"Tönnies raus"-Plakate auf Schalke - Die Lage spitzt sich zu

Clemens Toennies, Alexander Jobst
Die Kritik der Schalker Fans an Clemens Tönnies wird immer lauter | DeFodi Images/Getty Images

Mit dem neusten Skandal um seine Fleischfabrik hat Clemens Tönnies seinen verschwindend geringen Kredit bei den Schalker Fans endgültig verspielt. Im Netz häufen sich Stimmen gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden, auch auf dem Vereinsgelände finden sich vermehrt Banner, die die klare Haltung der Anhänger zum Ausdruck bringen.

Clemens Tönnies hat sich in den vergangenen Jahren einige Fehltritte erlaubt, die jüngsten Eskapaden lasten allerdings schwer auf dem 64-Jährigen, dessen Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender 2022 endet. Nach dem Rassismusvorfall im August 2019 sorgt ein Corona-Ausbruch in seiner Fleischfabrik für Aufruhr; auch, weil die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter publik wurden. Für zusätzlichen Ärger sorgte Tönnies bereits im Mai, als er eine Ausgliederung der Profi-Abteilung ins Spiel gebracht hat. "Diese Diskussion müssen wir in Corona-Zeiten noch einmal anstoßen", sagte er nach der 0:4-Derby-Pleite gegen den BVB.

Worte, die auf Ablehnung stoßen. "Bekannte sich Clemens Tönnies bei seiner vorletzten Wahl noch klar und deutlich zum e.V., scheinen seine Worte abermals nicht viel Wert zu haben", lautet die Kritik der Fangruppierung Ultras GE. Nicht nur, aber auch wegen Tönnies habe der Verein nur selten in seiner Geschichte "ein katastrophaleres Bild abgegeben als in dieser Spielzeit", die Rede ist von einer "moralischen Bankrotterklärung", einem "Ausverkauf der Schalker Werte."

"Tönnies raus"-Plakate auf dem Klubgelände

Seit 2001 steht Tönnies auf Schalke an der Spitze des Aufsichtrates. Geht es nach den Fans, ist es aber spätestens jetzt an der Zeit, sich zurückzuziehen. Mehrere Spruchbänder wurden am Dienstagmorgen auf dem Vereinsgelände präsentiert, die Botschaft ist eindeutig: "Leitbild leben - statt Werte schlachten", heißt es unter anderem, "kein Kumpel, kein Malocher - Tönnies raus!", "keine Rassisten auf Schalke", "keine Ausbeuterei bei S04". Bezogen auf den Härtefallantrag, einem weiteren Tritt ins Fettnäpfchen, heißt es auf einem Spruchband: "Die einzigen Härtefälle sitzen in der Führungsetage unseres Vereins."

Der Druck auf Tönnies wird immer größer. Nach dem Rassismus-Skandal windete er sich mit einer dreimonatigen Auszeit raus. Vergessen, geschweige denn verziehen, wurde ihm dieser Vorfall aber nie. Die jüngste Eskapade ist nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Eigentlich bleibt Tönnies nur eine Option: Der sofortige Rücktritt.