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Titelkampf abgeschrieben: Kehl gibt neues Saisonziel für BVB aus

Dominik Hager
Sebastian Kehl hat seine ganz eigene Zielsetzung für die letzten Saisonspiele
Sebastian Kehl hat seine ganz eigene Zielsetzung für die letzten Saisonspiele / Frederic Scheidemann/GettyImages
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Der BVB hat gegen den 1. FC Köln die zuletzt aufgegangene Tür im Meisterschaftsrennen fast schon wieder selbst zugemacht. Nach dem 1:1 beträgt der Rückstand nun wieder sechs Punkte. Selbst wenn man das direkte Duell gegen Bayern gewinnt, müsste der Rekordmeister aufgrund des besseren Torverhältnis noch zwei weitere Male patzen, was mit dem Blick auf das Restprogramm nicht wahnsinnig wahrscheinlich ist. Sebastian Kehl hat seine Zielsetzung demnach ein wenig angepasst.


In den letzten zwei Wochen ist das selten gewordene Gefühl von Spannung im Meisterschaftskampf tatsächlich mal kurz aufgekommen. Während die Münchner gegen Leverkusen und Hoffenheim nur unentschieden spielten, erledigte der BVB seine Pflichten. Bis eben zum vergangenen Wochenende. Während die Bayern einen 4:0-Erfolg gegen Union Berlin einfahren konnten, musste sich Schwarz-Gelb mit einer Punkteteilung in der Domstadt zufrieden geben.

Kehl glaubt nicht an Titel-Chance: "Können das realistisch einschätzen"

Die sechs Punkte Rückstand erachtet Sebastian Kehl als zu viel, um wirklich nochmal vorne angreifen zu können. "Wir hätten es gerne so lange wie möglich spannend gemacht, können aber unsere Chancen realistisch einschätzen", zitierte Sport1 den früheren Mittelfeldspieler. Kehl zufolge habe man den Meisterschaftskampf "in den letzten Tagen ja nicht ausgerufen, sondern dieser sei ein Auf und Ab in den Medien".

Wen soll das auch schon groß verwundern? Bei gerade mal mickrigen vier Punkten Rückstand wird natürlich auch von der Meisterschaft gesprochen. Dies gilt für Medien, Fans und - selbst wenn sie es niemals zugeben würden - auch für die meisten Spieler und Mitarbeiter im Verein selbst.

Kehl möchte Rückrundenmeister werden: "Ein lohnendes Ziel"

Kehl beteuerte allerdings, dass man mit den sieben Punkten aus den letzten drei Spielen "recht zufrieden sei". Verstehen muss man all das nicht. Wenn die Chance da ist, Meister zu werden, müssen gegen Bielefeld, Köln und Mainz auch mal neun Punkte her. Alles andere entspricht nicht dem Anspruchsniveau eines Top-Klubs.

Der 42-Jährige ruft stattdessen ganz andere Ziele aus, die in ein paar Monaten aber vermutlich keinen mehr interessieren werden. Ein "lohnenswertes Ziel" sei es nun, den "guten Trend fortzuführen und Rückrundenmeister zu werden". Derzeit befindet sich der BVB in der Rückrundentabelle mit 23 Zählern punktgleich hinter Leipzig auf Rang zwei, kann den Rivalen aber im direkten Duell nach der Länderspielpause überholen.

Doch auch in Bezug auf die Endabrechnung formuliert Kehl noch Ziele. "Wir wollen den Abstand nach hinten vergrößern und es nach vorne nicht brutal aussehen lassen. Das wäre ganz cool", findet er.

Derzeit beträgt der Abstand auf Rang drei ganze neun Zähler und ist somit größer, als jener auf Rang eins. Wer sich aber nicht gerade die Tabelle im XXL-Format über das Bett klebt, wird die Abstände nach der Saison ohnehin vergessen haben.

Hier erkennt man ganz gut, was zehn Jahre Bayern-Dominanz aus der Liga gemacht haben. Solange die Verfolger lediglich das Ziel haben, den Abstand gering zu halten, um es "cool" aussehen zu lassen, wird an der Säbener Straße keiner unruhige Nächte verbringen müssen.


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