DFB-Frauen

"Der Markt ist vorhanden!" - Svenja Huth schaltet sich in Equal-Pay-Debatte ein

Daniel Holfelder
Svenja Huth
Svenja Huth / Nikola Krstic/MB Media/GettyImages
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Phase zwei der EM-Vorbereitung hat begonnen. Nach dem Pre-Camp am DFB-Campus in Frankfurt bezieht die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vom 12. bis zum 18. Juni sowie vom 21. bis zum 29. Juni zwei Trainingslager in Herzogenaurach. Hier die Zusammenfassung einer Medienrunde am Mittwoch, in der sich Svenja Huth und Lena Oberdorf den Fragen der Pressevertreter stellten.


Lena Oberdorf über ihren Fitnesszustand und ihre Rolle im Team

Oberdorf, die sich von ihrer im April erlittenen Verstauchung im Knie inzwischen vollständig erholt hat, spielt laut eigener Aussage deutlich lieber auf der Sechser-Position als in der Innenverteidigung. Auch bei Martina Voss-Tecklenburg ist die 20-Jährige für die Rolle vor der Abwehrkette eingeplant. Mit ihrer Entwicklung seit der WM 2019, wo sie zur jüngsten DFB-Debütantin aller Zeiten avancierte, zeigt sich die zweikampfstarke Wolfsburgerin zufrieden. Inzwischen habe sie sich im deutschen Team zu einer "kleinen Leaderin" entwickelt, die nicht nur auf, sondern auch außerhalb des Platzes Verantwortung übernimmt.

Svenja Huth lobte ihre Teamkollegin und stellte deren - trotz ihrer Jugend - erstaunliche Souveränität heraus. Neben Oberdorf gebe es in der nachkommenden Generation noch zahlreiche weitere Talente, dem deutschen Frauenfußball "muss nicht angst und bange werden".

Germany v Sweden - Algarve Cup
Lena Oberdorf / Ricardo Nascimento/GettyImages

Svenja Huth über die Stärken der deutschen Mannschaft

Huth hob insbesondere die Flexibilität des DFB-Teams hervor. Die deutsche Mannschaft besitze eine gute Altersstruktur und könne sich dank der individuell sehr unterschiedlichen Spielerinnen auf jeden Gegner einstellen. Allerdings müsse man die Ausfälle von Melanie Leupolz und Dzsenifer Marozsán auffangen. Mit den beiden langjährigen Nationalspielerinnen würden nicht nur zwei erfahrene Akteurinnen, sondern auch zwei wichtige Typen neben dem Platz fehlen.

Svenja Huth über Entwicklung des Frauenfußball seit der WM 2019

Insbesondere der europäische Frauenfußball habe sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, so Huth. Inzwischen sei die Leistungsdichte so hoch, dass sieben bis acht Top-Nationen den Titel gewinnen können.

Lena Oberdorf über Parallelen zwischen der Entwicklung des VfL Wolfsburg und der des DFB

Oberdorf lobte die Arbeit des VfL-Trainerteams um Chefcoach Tommy Stroot, sieht aber einen deutlichen Unterschied zur Nationalmannschaft. Während im Verein in täglichen Trainingseinheiten zusammengearbeitet werde, sehe man sich beim DFB nur selten. Daher sei das derzeitige Trainingslager enorm wichtig. Sie merke bereits, wie die Mannschaft zusammenwachse. Die Stimmung sei eine andere als bei den üblichen kurzen Zusammentreffen während der Saison.

Svenja Huth über Unterschiede zwischen der aktuellen Vorbereitung und den Vorbereitungen der letzten Jahre

Huth, die bereits an den beiden vergangenen Europameisterschaften teilgenommen hat, will "keine Gedanken an die letzten Turniere verlieren". Sie lebe im Hier und Jetzt und glaube nicht, dass man die letzten Vorbereitungen mit der gegenwärtigen vergleichen kann. Die Vorfreude auf die bevorstehende EM sei groß, jetzt gelte es, akribisch an der Feinabstimmung zu arbeiten. Sie selbst wolle dem Team mit ihrer bestmöglichen Leistung helfen und ihre Turniererfahrung einbringen.

Svenja Huth über Equal-Pay-Diskussion

Angesprochen auf die Meldung aus Spanien, wonach die spanische Frauen-Nationalmannschaft zukünftig die gleiche Bezahlung erhalten soll wie die männlichen Kollegen, gab Svenja Huth eine angenehm differenzierte Antwort. Sie betonte, dass die spanische Entscheidung, über die man keine Details kenne, "ein tolles Signal für den Frauenfußball" sei. Zudem wies sie darauf hin, dass die Equal-Pay-Thematik auch eine Frage von Angebot und Nachfrage sei.

Den häufig geäußerten Vorwurf, dass der Frauenfußball keine Nachfrage generiere, konterte die 31-Jährige mit dem Verweis auf die abgelaufene Champions-League-Saison. Die zahlreichen Rekordkulissen in der Königsklasse hätten gezeigt, dass der Markt vorhanden sei. Neben dem finanziellen Aspekt müsse das Augenmerk auf die Basisstrukturen, gerade auch in der Bundesliga, wo viele Spielerinnen neben dem Sport noch Vollzeit arbeiten, gelegt werden. Nicht zuletzt brauche es attraktivere Anstoßzeiten.

Lena Oberdorf über Austausch mit ihrem Bruder Tim, der bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag steht

Ihr Bruder Tim, mit dem sie sich regelmäßig austausche, werde versuchen, bei der EM in England vor Ort zu sein. Oberdorf betonte außerdem, dass die finanziellen Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball in den Geschwistergesprächen kein Thema seien. Sie wisse auch nicht, wie viel ihr Bruder bei der Fortuna verdiene.


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