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Der deutsche Supercup: Doch viel mehr als ein nerviges Event?

Yannik Möller
Der Supercup wird in seiner Bedeutung häufig unterschätzt
Der Supercup wird in seiner Bedeutung häufig unterschätzt / CHRISTOF STACHE/Getty Images
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Am Dienstagabend wird der DFL-Supercup zwischen Pokalsieger Dortmund und Meister Bayern ausgespielt. Ein Wettbewerb, dessen Bedeutung oftmals unterschätzt und auf die reine Begegnung zweier großer Kontrahenten reduziert wird. Eigentlich zu Unrecht.


Der DFL-Supercup wurde in seiner heutigen Form zum ersten Mal im August 2010 ausgetragen. Doublesieger war damals der FC Bayern, der Gegner der damalige Vizemeister Schalke 04. Die Münchener gewannen mit 2:0 und konnten sich diese Trophäe damit sichern. Sechsmal gewann der deutsche Rekordmeister dieses Duell insgesamt.

Am heutigen Dienstagabend kommt es zur Neuauflage. Mal wieder geht es dabei gegen Borussia Dortmund, den Pokalsieger der vorigen Saison. In den Tagen vor diesem Spiel im Supercup ist eines wieder besonders zu merken: das reine Aufeinandertreffen dieser Mannschaften erscheint viel bedeutsamer zu sein als der Rahmen des Spiels an sich.

FC Bayern München v Borussia Dortmund - Supercup 2020
Im letzten Jahr setzte sich der FC Bayern gegen den BVB durch / Alexander Hassenstein/Getty Images

Das ist einerseits verständlich. Schließlich gibt es keinen großen Verlauf und nicht unbedingt viel Prestige für den Supercup. Man kann es als Wettbewerb der Vergangenheit bezeichnen, immerhin hat die Qualifikation für dieses Finalspiel überhaupt nichts mehr mit der in diesem Jahr sogar schon angelaufenen Saison zu tun.

Doch das muss nicht sein. Selbstredend ist ein Kräftemessen zwischen FCB und BVB immer sehenswert, unterhaltsam und attraktiv. Völlig egal ob in der Bundesliga, im DFB-Pokal oder eben im Supercup. Doch dieser Wettbewerb an sich muss gar nicht so in den Hintergrund rücken, wo er dann eher als "muss ja leider gespielt werden"-Grund für diese Partie verkommt.

Beachtung für den Supercup: Fan- und Spieler-Sicht höchstwahrscheinlich sehr unterschiedlich

Es ist die erste Trophäe eines neuen Jahres, oder die letzte einer womöglich sehr erfolgreichen Saison - je nachdem, wie man es sehen möchte. Es kann also ein Auftakt für eine Spielzeit sein, in der nach allen möglichen Titeln gegriffen werden möchte. Oder ein passender Abschluss für die vergangenen zwölf Monate, in denen man schon so manchen Erfolg feiern durfte.

Die Bayern feierten in der Saison 2019/20 das Sextuple. Ein riesiger historischer Erfolg, den so schnell kein Verein der Welt wiederholen dürfte. Man wurde Meister, Pokalsieger, gewann die Champions League, den UEFA-Supercup, die Klub-WM und - ja tatsächlich - auch den DFL-Supercup.

Supercup
Der Supercup ist für die Spieler ein bedeutsamer Wettbewerb / Alexander Hassenstein/Getty Images

Ohne diesen Wettbewerb, ohne diese Trophäe, kein Sextuple. Nur für den Fall, dass man dieses Spiel nochmals als völlig irrelevant und unbedeutend abtun möchte. Der gemeine Fan kann sich sicher sein: für die Spieler ist auch dieses Duell ein besonderes.

Man kann doch nicht wirklich glauben, dass dies für Spieler wie Erling Haaland und Marco Reus, oder Joshua Kimmich und Robert Lewandowski auf der anderen Seite nur eins von mehreren Wiedersehen mit dem in Deutschland jeweils größten Rivalen ist. Das würde dieser Begegnung und speziell diesem Rahmen nicht gerecht werden.

Keine Frage, es steht jedem offen den Supercup zu bewerten, wie man mag. Super wichtig, erster Titel und große Bestandsaufnahme. Oder eben ein unnötiger Wettbewerb, der zu allem Überfluss in diesem Jahr nicht einmal vor dem Saisonauftakt stattfindet. Dennoch sollte man bedenken, dass das für die Spieler, und nicht zu vergessen die Trainer, anders aussieht.

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