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Super-League-Protest von Leeds - Klopp reagiert angefressen auf Kritik

Yannik Möller
Apr 20, 2021, 9:24 AM GMT+2
Schon vor dem Spiel gegen Liverpool wählte Leeds den sichtbaren Protest
Schon vor dem Spiel gegen Liverpool wählte Leeds den sichtbaren Protest / Clive Brunskill/Getty Images
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Das Montagabend-Spiel zwischen Leeds United und dem FC Liverpool stand - schon alleine aufgrund der Aktualität - ganz im Zeichen der angekündigten Super League. Während die Gastgeber den Rahmen der Partie nutzten, um gegen diese Pläne zu protestieren, zeigte sich LFC-Coach Jürgen Klopp mit gemischten Gefühlen.

Es war der 32. Spieltag der Premier League, an dessen Montagabend es zum Duell zwischen Aufsteiger Leeds United und dem FC Liverpool kam. Aufgrund der Aktualität der Diskussionen um die angekündigte Super League, und weil der amtierende englische Meister ein Gründungsmitglied dieser Liga werden möchte, waren die Kontroversen das Thema rund um die Partie.

Im Spiel selbst gingen die Reds in der 31. Minute durch den Treffer von Sadio Mané in Führung. Ein weiterer Treffer gelang aber nicht, sodass das späte Tor von Diego Llorente in der 87. Minute für den Ausgleich zum 1:1 reichte. Eine Punkteteilung, die dafür sorgte, dass sich Liverpool in der Tabelle weiterhin nur auf Rang sechs befindet.

Milner kritisiert die Super League - Klopp bleibt bei seiner Meinung

Reds-Vizekapitän James Milner sprach sich nach dem Spiel mit deutlichen Worten gegen das Konzept einer Super League aus (via BBC): "Mir gefällt das überhaupt nicht und ich hoffe, dass es nicht zustande kommt. Das aktuelle System hat lange Zeit so gut funktioniert. Was es so speziell gemacht hat, was wir die letzten Jahre gemacht haben, war, dass wir uns das Recht verdient haben in der Champions League und der Premier League zu gewinnen."

"Das Produkt, das wir zurzeit haben, ist gut", so der 35-Jährige weiter. Dass Leeds so sichtbar protestierte, war für ihn schwierig einzuordnen: "Es ist kompliziert. Während wir zum Spiel kamen zeigten die Leeds-Fans ihre Gefühle. Als Spieler haben wir da kein richtiges Mitspracherecht, weshalb es sich etwas unfair anfühlt."

Schon beim Aufwärmen vor der Partie trugen die Leeds-Spieler besondere T-Shirts. Vorne der Aufdruck "Verdient es euch" neben dem Logo der Champions League. Auf dem Rücken der Schriftzug "Fußball ist für die Fans". Die gleiche Message prangte auch auf einem großen Banner auf der Tribüne, deutlich sichtbar.

Jürgen Klopp trat angesichts dieser nun neu verkündeten Pläne mit gemischten Gefühlen auf. Schon 2019 sagte er: "Ich hoffe diese Super League wird niemals stattfinden." Dabei blieb er auch am Montagabend (via Daily Mail): "Meine Meinung hat sich nicht geändert. Ich habe es gestern zum ersten Mal gehört. [...] Es ist schwierig, die Leute sind darüber nicht glücklich, das kann ich verstehen, aber nicht viel mehr dazu sagen. Wir waren in keinerlei Prozessen involviert, weder ich noch die Spieler wussten etwas davon."

Jürgen Klopp
Jürgen Klopp reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Kritik / Clive Brunskill/Getty Images

Sein Amt niederlegen, wie es manche Gerüchte zuletzt andeuteten, werde er deshalb aber nicht. Er bleibe sogar eher an Bord, wenn die Zeiten schwer werden, erklärte er nach dem 1:1-Remis. "Wir sind hier, wir sind das Gesicht des Vereins und als wir ankamen schrien uns die Leeds-Fans an, als hätten wir diese Entscheidung getroffen, was wir aber nicht haben", so Klopp.

Klopp fällt Neville nach deutlicher Kritik an: "Das allein sollte schon verboten werden"

Deutlicher und auch kritischer wurde er vor allem gegenüber Gary Neville. Dieser hatte ganz klare Kritik an diesen Plänen geäußert, sagte er sei "angewidert" und der Plan einer Super League "eine Schande", nahezu "kriminell" den Fans gegenüber. Auch Liverpool hatte er angesichts ihres Leitspruches kritisiert.

Das gefiel Klopp offenbar gar nicht: "Gary Neville sprach über 'You'll Never Walk Alone'. Das allein sollte schon verboten werden. Das ist unsere Hymne. Wir haben das Recht unsere Hymne zu singen. Er versteht sie ohnehin nicht."

Gary Neville
Gary Neville äußerte klare Kritik am Super-League-Konzept / James Williamson - AMA/Getty Images

"Ich mag die Super League auch nicht, aber ich rede nicht über andere Vereine. Ich wünschte Neville wäre nicht immer nur dort, wo das meiste Geld liegt. Er war bei Manchester United, wo das meiste Geld war, und nun ist er bei Sky, wo das meiste Geld ist", führte der 53-Jährige sichtlich angestachelt aus.

Neville selbst reagierte anschließend gelassen: "Ich habe über die Jahre genug Beleidigungen an Liverpool gerichtet, aber die Kritik gestern hatte damit überhaupt nichts zu tun. Ich weiß nicht, weshalb ich dauernd in seinem Kopf bin. Ich weiß nicht, was ihn so aufgestachelt hat. [...] Meine größte Enttäuschung gilt United und Liverpool. Ich denke, dass ich meine Kritik in den letzten 24 Stunden fair auf beide Klubs verteilt habe, also verstehe ich sein Problem nicht."

Geschlossen wurde der Abend inklusive des Spiels mit einem passenden Tweet von Leeds United zum Ergebnis. "LUFC ringen Super-League-Teilnehmer der Merseyside Reds ein 1:1 nach dem späten Ausgleich von Llorente ab."

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