90min
facebooktwitterinstagramyoutuberss

Stuttgart: Erkenntnisse aus dem VfB-Spiel gegen Wehen Wiesbaden

Tobias Schwede, Mateo Klimowicz
Fight zwischen Klassenerhalt und Aufstiegstraum | Pool/Getty Images

"Des isch a feine Sach", sagte der geneigte schwäbische Betrachter wohl bis zur 15. Minute. Nach 70 Minuten hatte sich die Gemütslage deutlich in einen starken Gewitterschauer über den Köpfen der VfB-Fans gedreht. Pomadig, langsam, ideenlos - leider zu wenig für solch hohe Ambitionen. Fast wäre noch ein Punkt herausgesprungen. Das Gute passierte auf den parallel Plätzen, auf denen der HSV und Arminia Bielefeld jeweils nur einen Punkt mitnehmen konnten.

Die Ausgangslage war klar für den VfB Stuttgart: Ein Punkt vor dem Drittplatzierten aus Hamburg und vier Punkte vor Heidenheim, allerdings auch sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Allerhand wäre möglich gewesen gegen Wehen Wiesbaden, aber das durfte so nicht passieren.

Viel Ballbesitz, wenig Ertrag

Zeitweise kratzten die Jungs aus Cannstatt an der 70%-Marke in puncto Ballbesitz. Wirklich zielstrebig war man bis auf Gomez, welcher in der vierten Minute aus kurzer Distanz an Torhüter Heinz Lindner scheiterte nicht. Viel Hin- und Hergeschiebe, wenig Strafraumszenen; so gestaltete sich der Mittag für den VfB in Wiesbaden. Vor allem von den Flügelflitzern Gonzalez und Wamangituka, hätte man mehr erwarten dürfen. Sehr schade, denn dass die beiden zu den Besten ihres Fachs in der 2. Bundesliga gehören, bedarf keiner Rechtfertigung, doch heute blieben beide recht blass.

Förster bleibt ein Sorgenkind, Endo wie immer ordentlich

Aufgrund eines unklaren Corona-Tests stand Mittelfeldmann Orel Mangala dem VfB nicht zur Verfügung - er fehlte an allen Ecken und Enden. Gerade seine enorme physische Stärke konnte sein Ersatzmann Phillipp Förster nicht im geringsten kompensieren. Endo rackerte wie immer und kämpfte um jeden Zentimeter, aber die Torgefährlichkeit hat der kleine Japaner nicht erfunden. Gerade dort fehlte ein Mangala, der auch mal ein paar Meter mit dem Ball marschiert. Daniel Didavi hatte wie immer einige Ideen, aber oft waren Ungenauigkeiten mit dabei oder seine Mitspieler nicht in der Lage, die Gedankengänge Didavis zu antizipieren.

Fixpunkt mit wenig Unterstützung - Daniel Didavi
Fixpunkt mit wenig Unterstützung - Daniel Didavi | Pool/Getty Images

Defensive häufig überrumpelt

Hinten stand man größtenteils solide, kamen die Hessen allerdings mal in die Nähe des schwäbischen Sechzehners, so brannte es meist lichterloh. Da der VfB häufig acht bis neun Mann ins Offensivspiel involvierte, gab es mächtige Lücken im Mittelfeld, welche die Wiesbadener gerne zu nutzen wussten. Sonst ist der VfB-Verteidigung wenig vorzuwerfen, da sie meist allein gelassen wurden. Zu oft wurde nur alibimässig zurückgetrabt.

Fazit:

Das war zu wenig Jungs, sehr schade. Am nächsten Wochenende wäre vielleicht auch ein Sasa Kalajdzic einsatzbereit, denn Al Ghaddioui und Gomez hatten nicht ihren besten Tag erwischt, aber auch das darf nach einer solch langen Pause vorkommen. Mund abputzen, weitermachen, die Mission Aufstieg ist noch zu schaffen.