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Sparkurs von Real Madrid: Darum halten sich die Königlichen auf dem Transfermarkt zurück

Florian Bajus
Sep 10, 2020, 12:25 PM GMT+2
Auf Neuzugänge muss Real Madrids Trainer Zinedine Zidane vergeblich warten
Auf Neuzugänge muss Real Madrids Trainer Zinedine Zidane vergeblich warten | DeFodi Images/Getty Images
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Real Madrid hält sich in diesem Transfersommer extrem zurück. Neue Spieler durfte Zinedine Zidane noch nicht in seinen Reihen begrüßen, einzig die Leih-Rückkehrer haben das Aufgebot der Blancos zum Teil aufgefüllt. Laut Sport1 will der Klub sparen, um 2021 bei Kylian Mbappé zuzuschlagen.

Es gab Zeiten, in denen Real Madrid nach Belieben eingekauft hat. Wie im vergangenen Transfersommer, als Eden Hazard, Luka Jovic, Eder Militao, Ferland Mendy, Rodrygo, Alberto Soro, Alphonse Areola und Takefusa Kubo für 352,5 Millionen Euro verpflichtet wurden (via transfermarkt.de). Oder wie im Jahr zuvor, als sich die Königlichen die Dienste von Vinicius Junior, Thibaut Courtois, Alvaro Odriozola, Mariano Diaz, Andriy Lunin, Omar Mascarell und Lucas Torró knapp 163 Millionen Euro kosten ließen - wobei Diaz, Mascarell und Torró aufgrund einer Rückkaufoption von ihren vorherigen Stationen zu Real zurückgekehrt waren und teilweise weiterverkauft wurden.

Real will für Mbappé sparen

In diesem Sommer stehen die Ausgaben bei Null. Bis zum heutigen Tag hat Real keinen externen Neuzugang verpflichtet, dafür aber wieder 15 Leih-Rückkehrer empfangen, von denen die meisten, wenn sie überhaupt noch in Madrid weilen, abgegeben werden sollen. Martin Ödegaard und Alvaro Odriozola sind vermutlich die einzigen Spieler, die eine realistische Chance auf einen Platz im Kader haben, denn viel dürfte sich am Aufgebot nicht mehr ändern.

Wie Sport1 berichtet, soll in Madrid gespart werden, um Kylian Mbappé im Sommer 2021 zu verpflichten. Der Weltmeister von 2018 hat seinen Vertrag bei Paris St. Germain noch immer nicht verlängert, ist nur noch bis 2022 an den Champions-League-Finalisten gebunden. Sollte er sich nicht umentscheiden, könnte er ein Jahr vor Vertragsende für eine enorme dreistellige Millionensumme verkauft werden; denn ein ablösefreier Transfer wäre der Worstcase für PSG.

James wechselte ablösefrei zum FC Everton

Durch den Verkauf einiger Rückkehrer haben die Königlichen bereits 66,5 Millionen Euro eingenommen. James Rodriguez soll derweil ablösefrei zum FC Everton transferiert worden sein, wie das Online-Portal transfermarkt berichtet. Auf Nachfrage habe der Premier-League-Klub bestätigt, dass Real lediglich eine Weiterverkaufsbeteiligung eingefordert habe. Aufgrund der Corona-Pandemie würden einige Vereine ihre Bankdrücker lieber ablösefrei ziehen lassen, statt weiterhin ihr Gehalt zu zahlen.

Wie teuer wird Mbappé?

Weitere Einnahmen sollen durch die Verkäufe von Mariano Diaz, Borja Mayoral, Lucas Vazquez, Gareth Bale und Sergio Reguilon generiert werden. Das erstgenannte Trio dürfe für eine Summe zwischen 10 und 15 Millionen Euro gehen, für Bale wurden laut Marca 25 Millionen Euro aufgerufen und Reguilon könne bis zu 30 Millionen Euro in die Kassen spülen. Unter dem Strich rechnet Sport1 mit möglichen Einnahmen in Höhe von bis zu 175 Millionen Euro, von denen 150 Millionen als Transfersumme für Mbappé angeboten werden könnten.

Wird Kylian Mbappé der Königstransfer von Real Madrid?
Wird Kylian Mbappé der Königstransfer von Real Madrid? | Pool/Getty Images

Ob diese Rechnung auch aufgeht, wird sich spätestens in einem Jahr zeigen - denn nicht zuletzt der Verkauf von Bale gestaltet sich als nahezu unmöglich. Der Waliser bezieht ein fürstliches Gehalt und will trotz seiner Reservistenrolle in Madrid bleiben; wohlwissend, dass ihm kein Verein eine ähnliche Vergütung anbieten würde. Und dass PSG Mbappé wirklich ziehen lässt, darf ebenfalls angezweifelt werden. In den Planungen der Klubverantwortlichen spielt der 21-Jährige eine zentrale Rolle.

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