La Liga

So reagiert die spanische Presse auf die Auslosungen in Champions und Europa League!

Guido Müller
Pacific Press/GettyImages
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Nach der - diesmal pannenfreien - zweiten Auslosung des Achtelfinales der diesjährigen Champions-League-Saison könnte man Real Madrid als den großen Verlierer betrachten. Denn statt mit Benfica bekommen es die Königlichen nun mit Titelkandidat Paris St. Germain zu tun.


Real Madrid "not amused" über wiederholte Auslosung

Mit deutlich vernehmbarem Zähneknirschen nahmen die Verantwortlichen des Rekordsiegers die Information seitens der UEFA zur Kenntnis, dass die erste Auslosung aufgrund einer Panne wiederholt werden müsse.

Ein offizieller Einspruch gegen die wiederholte Auslosung seitens der Madrilenen ist zwar nicht zu erwarten, aber zumindest wolle man, so die as, dem europäischen Fußballverband eine Protestnote vorlegen.

Viel nützen dürfte sie indes nicht. Stattdessen sollte man sich rund um das Bernabéu-Stadion lieber schon mal mental auf den nächsten Gegner in der Königsklasse vorbereiten. Das ist nämlich kein geringerer als das Starensemble von Paris St. Germain.

Kylian Mbappe, Lionel Messi, Neymar
Fordern im Achtelfinale der Champions League Real Madrid heraus: die drei Superstars von PSG (hier nach der Niederlage bei Manchester City) / Laurence Griffiths/GettyImages

Für die Franzosen wiederum hat sich, was den Schwierigkeitsgrad des Rivalen betrifft, nicht all zu viel verändert: Statt mit dem seit sieben Pflichtspielen siegreichen Reds aus Liverpool bekommen es die Pariser nun mit Spaniens Tabellenführer Real Madrid zu tun, das eine noch beeindruckendere Serie vorweisen kann.

Die Königlichen gewannen nämlich sämtliche ihrer letzten 10 wettbewerbsübergreifenden Spiele - zuletzt sogar viermal in Folge zu null.

"Zwei im Krieg befindliche Klubs gegeneinander!"

Die spanische Presse reagierte mit gewohnt markigen Schlagzeilen auf die Neu-Auflage der Auslosung. Während die in Madrid erscheinende as von einem "Bomben-Los" für die Königlichen sprach, bemühten die Kollegen aus der nur wenige Kilometer entfernten Marca-Redaktion sogar kriegerische Vergleiche: "Zwei im Krieg befindliche Klubs gegeneinander!"

Die martialische Ausdrucksweise bezog sich dabei vor allem auf das seit Monaten andauernde Transfergerangel um Superstar Kylian Mbappé, der bei Real weiterhin ganz oben auf der Wunschliste steht.

Im Gegensatz sprach die Marca bezüglich der Gegner von Atlético Madrid (Manchester United) und Villarreal (Juventus) sogar explizit von einer glücklichen Fügung. Die vorherigen Gegner (Bayern München für die Colchoneros, und Manchester City für das gelbe U-Boot) waren als weitaus härtere Gegner beurteilt worden.

Barças Europa League-Rivale mit Champions League-Aroma

Etwas kleinlaut hingegen gab sich die katalanische Presse. Zum ersten Mal seit 20 Jahren findet sich der große FC Barcelona zu Beginn der europäischen K.o-Runde nicht im Konzert der ganz Großen wieder.

Gennaro Gattuso
Zuletzt trafen die SSC und Barça im Achtelfinale der Champions League-Saison 2019/20 aufeinander / David Ramos/GettyImages

Doch der Gegner der Blaugrana in der dem Achtelfinale der Europa League vorgeschalteten Zwischenrunde, die SSC Neapel, versprüht durchaus Königsklassen-Aroma. Entsprechend sprach die Mundo Deportivo von "fehlendem Los-Glück".

Ganz im Gegensatz zum FC Sevilla, dem die Glücksgöttin "Fortuna hold war". Die Andalusier bekommen es mit Dinamo Zagreb zu tun. Als etwas schwerere, aber durchaus machbare Aufgaben wurden die weiteren Gegner der spanischen Europa League-Vertreter bezeichnet. Betis muss gegen Zenit St. Petersburg ran, während die Real Sociedad sich mit Bundesligist RB Leipzig messen muss.

Doch die beiden großen Duelle im kommenden Februar sind, aus spanischer Sicht, natürlich PSG-Real (in der Königsklasse) und das Duell der Maradona-Klubs in der Europa League.

Paris und Real Madrid trafen zuletzt in der Gruppenphase der Champions League-Saison 2019/20 aufeinander. Das erste Spiel konnte PSG, in Paris, mit 3:0 deutlich für sich entscheiden, während es im zweiten Spiel ein 2:2-Unentschieden gab.

Kurios: Im K.o-Modus trafen beide Klubs bislang dreimal aufeinander - mit Vorteilen für die PSG. In der UEFA-Cup-Saison 1992/93 behielten die Franzosen im Viertelfinale ebenso die Überhand (4:1, 1:3) wie ein Jahr später, in derselben Runde, im Europapokal der Pokalsieger (1:0, 1:1). Erst in der Champions League-Spielzeit 2017/18 konnte sich Real Madrid (im Achtelfinale) erstmals durchsetzen.

Der einzige Präzedenz-Fall einer Auseinandersetzung zwischen Blaugrana und Partenopei liegt ebenfalls noch nicht solange zurück: im Achtelfinale der Königsklassen-Saison 2019/20 ließen die Katalanen den Süditalienern keine Chance (3:1, 1:1).

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