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FC Schalke 04

Mustafi womöglich nie wieder für Schalke - die Hintergründe

Yannik Möller
Apr 5, 2021, 9:54 AM GMT+2
Shkodran Mustafi könnte den Rest der Saison abseits des Platzes versauern
Shkodran Mustafi könnte den Rest der Saison abseits des Platzes versauern / Alex Grimm/Getty Images
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Die Entscheidung von Dimitrios Grammozis, Shkodran Mustafi für die Partie am Wochenende gänzlich aus dem Kader zu lassen, war eine Überraschung. Die Begründung: Die enttäuschenden sportlichen Leistungen, in Spielen wie im Training. Womöglich läuft er gar nicht mehr für Schalke auf.

Es deutet sich mal wieder ein großer Transferflop bei Schalke 04 ab. Im Winter wurde Shkodran Mustafi geholt, nachdem Ozan Kabak ohne Kaufpflicht zum FC Liverpool verliehen wurde. Der Kontakt zum Abwehrspieler kam durch Ex-Trainer Christian Gross und dessen Berater-Agentur SBE Management zustande - dort war nämlich auch Mustafi vertreten.

Am Samstag die Überraschung: Der 28-Jährige war zum Spiel gegen Bayer Leverkusen nicht nur aus der Startelf geflogen, sondern ganz aus dem Kader. Für ihn stellte Dimitrios Grammozis sein Personal sogar etwas um, beorderte Omar Mascarell neben Sead Kolasinac ins defensive Mittelfeld, sodass Benjamin Stambouli in die Innenverteidigung rücken und den offenen Platz ausfüllen konnte.

Außerdem wurde auch nicht mit scheinheiligen Verletzungen ein Vorwand gesucht. Die Begründung war klar: "Shkodran Mustafi steht heute aus sportlichen Gründen nicht im Kader."

Eine harte Entscheidung des Trainers, der nach der Partie erklärte (via Bild): "Wir haben unsere Maßnahmen ergriffen und uns für den bestmöglichen Kader entschieden. Die Art und Weise unseres Auftritts in Leverkusen hat das gerechtfertigt."

Schalke könnte im Saison-Endspurt ganz auf Mustafi verzichten

Gleichzeitig betonte er aber auch schon vor dem Spiel, dass diese Entscheidung zunächst nur für das eine Spiel getroffen worden sei. So habe jeder in der Vorbereitung für die nächste Partie wieder die Chance, sich zu empfehlen. Bei Mustafi könnte es aber in die ganz andere Richtung gehen. Laut Bild ist "die Wahrscheinlichkeit hoch", dass der Weltmeister von 2014 gar nicht mehr für die Knappen aufläuft.

Ein Grund: Grammozis sei "persönlich extrem enttäuscht". Er schützte den Abwehrspieler regelmäßig öffentlich, auch noch nach mehreren Fehlern, die zu direkten Gegentoren führten. Fehler also, die sich S04 überhaupt nicht mehr erlauben kann. Und schon gar nicht von jemandem, der als Hoffnungsträger im Winter kam, und der sich intern auch noch gegen Christian Gross ausgesprochen haben soll.

Shkodran Mustafi
Shkodran Mustafi wirkte zuletzt selbst häufig sehr unglücklich in seinen Aktionen / Alex Grimm/Getty Images

Dazu kommt, dass er während der Länderspielpause auch schlecht trainiert haben soll. Die erste Phase, in der der Coach halbwegs in Ruhe mit dem verbliebenen Spielern arbeiten konnte, sodass derartige Auftritte durch das Brennglas noch viel deutlicher sichtbar werden. Offenbar hat Mustafi enttäuscht, auch weil er wohl keinerlei Selbstkritik zeigte.

Aspekte, die angesichts des ohnehin drohenden Abstiegs schnell darin resultieren, dass er nicht mehr im Kader steht. Auffangen kann das Team diese Entscheidung. Einerseits muss keine allzu große Qualität der letzten Wochen ersetzt werden, andererseits ist die Messe eigentlich sowieso schon gelesen.

Dimitrios Grammozis
S04-Coach Dimitrios Grammozis begründete das Mustafi-Fehlen ohne Ausreden / FEDERICO GAMBARINI/Getty Images

Dennoch ist diese Entscheidung mitsamt des Ausblicks, vielleicht gar nicht mehr für Königsblau aufzulaufen, ein Schlag, den sich Mustafi zu Herzen nehmen sollte. Böse formuliert könnte man fragen: Wer aus sportlichen Gründen nicht für dieses Schalke spielen darf, für wen soll derjenige auflaufen?

Der Abwehrspieler muss sich Gedanken machen. In den letzten zweieinhalb Jahren ist sein geschätzter Marktwert (via transfermarkt) von 30 Millionen Euro auf mickrige vier Millionen Euro abgestürzt. Schon beim FC Arsenal genoss er einen sehr durchwachsenen Ruf. Der erste Schritt wäre, sich zusammenzureißen und sich im Endspurt mit dem S04 bestmöglich zu präsentieren.

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