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Sergio Ramos

Sergio Ramos: Ein 35. Geburtstag, eine späte Einwechslung und Phrasen über seine Zukunft!

Guido Müller
Wurde gegen den Kosovo drei Minuten vor Spielende für Eric Garcia eingewechselt: Sergio Ramos
Wurde gegen den Kosovo drei Minuten vor Spielende für Eric Garcia eingewechselt: Sergio Ramos / Fran Santiago/Getty Images
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Eigentlich gab es am gestrigen Tag nicht viel zu berichten. Jedenfalls nicht, wenn es um Sergio Ramos und die nicht enden wollende Pokerrunde um seine Vertragsverlängerung beiReal Madrid geht. Und doch war der (seit Dienstag) 35-Jährige nach dem Spiel der spanischen Nationalmannschaft gegen Kosovo (3:1) in aller Munde.


Das lag aber nicht so sehr daran, dass es in der Vertragscausa auf einmal substanzielle Neuigkeiten gäbe. Nichts weiter von der Realität entfernt. Vielmehr ratterte der Innenverteidiger den Journalisten nach dem Spiel, in bester Phrasendrescher-Manier, folgende Worte in die Mikros: "Ich bin mir über meine Zukunft im Klaren." (Quelle: marca.com)

Na, denn. Wo diese jedoch stattfinden wird, wollte der Routinier aber dann doch noch nicht verraten. Und verwies vielmehr auf die nun anstehenden Aufgaben im Schlussspurt der Saison. "Es gibt nichts Neues. Ich konzentriere mich auf die kommenden Aufgaben. In der nächsten Woche geht es für uns in saisonentscheidende Spiele und ich will spielen und meinen Teil dazu beitragen, erfolgreich zu sein."

Liverpool, Barça, Liverpool: auf die Königlichen warten saisonentscheidende Wochen

Tatsächlich erwartet die Madrilenen nach dem Aufgalopp am kommenden Wochenende gegen Eibar (Sa, 16.15 Uhr) ein mehr als anspruchsvolles Dreifach-Hindernis: Eingebettet in den Champions-League-Kracher gegen den FC Liverpool (6. April und 14. April) wartet am 11. dieses Monats der ewig junge Clásico gegen den FC Barcelona.

Entscheidende Wochen also für den weiteren Verlauf der Saison. Ein Aus gegen die Engländer und eine Niederlage gegen den Erzrivalen würden den Titelhoffnungen der blancos einen empfindlichen Dämpfer verpassen.

Dass Ramos gestern (und heute) trotzdem trending topic in den einschlägigen spanischen Medien war, lag zu einem gewissen Teil auch an Nationaltrainer Luis Enrique. Denn kein Fußball-Fan auf der iberischen Halbinsel hat den Wechsel verstanden, den der Coach gestern in den letzten Minuten des WM-Qualifiers gegen die Kosovaren vorgenommen hatte.

Der spanische TV-Journalist Josep Pedrerol sprach in seinem Format "El chiringuito" sogar davon, dass man sich "nicht mehr der Lächerlichkeit preisgeben konnte als mit diesem Wechsel". Wollte Luis Enrique das Ergebnis (zum Zeitpunkt von Ramos' Einwechslung war der Endstand schon hergestellt) über die Zeit bringen?

Oder dem Rekordnationalspieler Europas einfach nur ein rundes Länderspiel-Jubiläum zukommen lassen? Immerhin steht Ramos seit Mittwochabend bei 180 Einsätzen für La Roja. Oder war es einfach nur ein verspätetes Geburtstagsgeschenk?

Papa Ramos gibt sich gelassen - und Mama Paquita hat einen Rat

Wie dem auch sei: die wirklich spannenden Neuigkeiten über seine Zukunft gab es trotz allem nicht.

Was offensichtlich auch Ramos' Eltern immer ungeduldiger werden lässt. Noch am Geburtstag seines Sohnes sagte der Vater, José María, aus dem heimatlichen Sevilla dem genannten Programm: "Sergio ist immer noch voller Hoffnung, bei Real zu bleiben. Es ist noch Zeit für eine Einigung."

Mama Ramos, Paquita, wagte sogar, ihrem Filius einen mütterlichen Rat zu geben: "Er sollte bei Real Madrid bleiben." Ob Sergio ihm folgt, bleibt weiter ungewiss.

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